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DTM-Rennen Spielberg 1: Cassidy siegt, Rast macht großen Schritt im Titelkampf

Während Nick Cassidy nach Spa seinen zweiten DTM-Sieg feierte, holt Abt-Audi-Pilot Rene Rast mit Platz zwei im Titelkampf auf: Sheldon van der Linde ohne Punkte

(Motorsport-Total.com) - Nick Cassidy (AF-Corse-Ferrari) hat das Samstagsrennen der DTM auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg gewonnen und damit seinen zweiten Sieg in Folge gefeiert. Trotz des Erfolgsbalast von 25 Kilogramm, den der Neuseeländer nach seinem Sieg in Spa-Francorchamps einladen musste, gelang ihm ein ungefährdeter Start-Ziel-Sieg.

Nick Cassidy

AF-Corse-Pilot Nick Cassidy verteidigt die Führung, hinter ihm tobt der Titelkampf Zoom

Von der Poleposition aus, die Cassidy nach einer Strafversetzung gegen Rene Rast (Abt-Audi) geerbt hatte, ging der Ferrari-Pilot in Führung und gab sie das gesamte Rennen über nicht mehr ab. Nach 38 Runden sah Cassidy die Zielflagge 2,573 Sekunden vor Rast, der sich mit Platz zwei im Titelkampf zurückmeldete. Dritter wurde beim Heimrennen seines Grasser-Lamborghini-Teams Mirko Bortolotti, der zudem den Zusatzpunkt für die schnellste Rennrunde gewann.

"Ich kann es kaum glauben und habe es noch gar nicht richtig realisiert. Was für ein perfekter Tag", sagt Cassidy bei 'ran.de'. "Der Start ist so gelaufen, wie ich es wollte. Anschließend konnte ich einen Vorsprung herausfahren und ihn kontrollieren."

Rang vier sicherte sich nach einem turbulenten Rennen Nico Müller (Rosberg-Audi) vor Kelvin van der Linde (Abt-Audi). Maro Engel (GruppeM-Mercedes), Maximilian Götz (Winward-Mercedes), Luca Stolz (HRT-Mercedes), Lucas Auer (Winward-Mercedes) und Thomas Preining (Bernhard-Porsche) komplettierten die Top 10.

Rast verkürzt den Rückstand auf Sheldon van der Linde

Auer und Preining schafften es jeweils trotz einer 10-Sekunden-Zeitstrafe noch in die Punkteränge, die der Meisterschaftsführende Sheldon van der Linde (Schubert-BMW) als Elfter knapp verpasste. Dadurch schoben sich die Top 4 in der Meisterschaft zusammen. Sheldon van der Linde führt die Tabelle weiter mit 130 Punkten an, allerdings rücken ihm Rast (117), Bortolotti (110) und Auer (100) näher auf die Pelle.

Während Cassidy an der Spitze ein einsames Rennen fuhr und nach den Erfolen von Liam Lawson im Vorjahr für den dritten Ferrari-Sieg auf dem Red-Bull-Ring in Folge sorgte, lieferten sich Rast und Bortolotti über weite Strecken einen Zweikampf um Rang zwei, bei dem Bortolotti aber keinen Weg vorbei am Abt-Audi fand.

Die Entscheidung fiel beim Pflichtboxenstopp. Rast wurde in Runde 26 tadellos von seiner Abt-Mannschaft abgefertigt. Als Bortolotti eine Runde später abbog, hatten seine Grasser-Mechaniker Probleme, das linke Vorderrad zu befestigen. Durch den langsamen Stopp fiel der Italiener entscheidend hinter Rast zurück.

Knallhartes Duell Nico Müller vs. Thomas Preining

Auf der Rennstrecke kam Auer als Vierter ins Ziel. Doch der Österreicher war bei seinem Pflichtstopp in Runde 9 in der Boxengasse zu schnell gefahren. Eine 10-Sekunden-Strafe war die Folge.

Für das größte Spektakel sorgten im Rennen Müller und Preining, die sich einen knallharten Zweikampf lieferten. Dabei bremste sich Preining mehrmals in Kurve 3 mit der Brechstange an Müller vorbei und drängte den Schweizer dabei von der Strecke. Deshalb wies die Rennleitung den Österreicher in Runde 19 an, zwei Positionen zurückzugeben.

In Runde 22 lieferten sich Müller und Preining dann ein Duell über mehrere Kurven hinweg, bei dem sich der Audi-Pilot mit fairen Mitteln durchsetzte. In Runde 31 erfolgte dann ein Konter von Preining, allerdings wieder in Form einer sogenannten Dive-Bomb, mit der er Müller in Kurve 3 von der Strecke drängte. Damit war für die Sportkommissare das Maß voll, und es setzte eine 10-Sekunden-Strafe für den Porsche-Piloten.

Nullnummer für BMW und SSR-Porsche

Sheldon van der Linde gelang es nicht, von den Strafen gegen Auer und Preining zu profitieren. Entgegen der Erwartungvor dem Rennwochenende waren die BMW auf dem Red-Bull-Ring nicht konkurrenzfähig und verpassten geschlossen die Punkteränge. Walkenhorst-Debütant Leon Köhler zeigte dabei bei seiner DTM-Premiere auch im Rennen eine starke Leistung und hielt den erfahreneren Markenkollegen Philipp Eng (Schubert) lange in Schach, musste sein Auto aber vorzeitig abstellen.


Fotos: DTM: Rennwochenende in Spielberg 2022


Eine Nullnummer erlebte das Porsche-Team SSR. Dennis Olsen, der in der Meisterschaft bestplatzierte Porsche-Pilot, musste seinen 911er schon nach der ersten Runde mit defektem linken Hinterrad in der Box abstellen. Vorausgegangen war eine Kollission mit Clemens Schmid (Grasser-Lamborghini).

"Das passiert, weil manche Leute nicht nebeneinander fahren können. Der selbe Typ hat das schon in Spa gemacht. Ich hoffe, dass das Konsequenzen für ihn haben wird", sagt ein wütender Olsen. Auch Schmid musste sein Auto später abstellen. Die Rennleitung untersucht einen Zwischenfall zwischen beiden Fahrern.

Für Olsens Teamkollegen Laurens Vanthoor war das Rennen nach Runde 10 beendet. Der Belgier wurde nach eigener Aussage von zwei Rivalen "ins Sandwich genommen". Mit defektem Frontsplitter und Heckdifusor war ans Weiterfahren nicht zu denken. Auch Felipe Fraga (AF-Corse-Ferrari) und Mikael Grenier (GruppeM-Mercedes) mussten ihre Fahrzeuge vorzeitig abstellen.

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