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BMW-Zugeständnisse: "Haben Verantwortung für die DTM"

Die drei Hersteller verteidigen die Zugeständnisse, die BMW in der Saison 2016 erhält - BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt lobt die Zusammenarbeit

(Motorsport-Total.com) - Die DTM-Saison 2016 soll noch ausgeglichener werden. Zu diesem Zweck gab die DTM-Kommission am Freitag gleich mehrere Regeländerungen für die neue Saison bekannt. Unter anderem bekommt BMW gegenüber Audi und Mercedes zwei Zugeständnisse: Zum einen wird der BMW M4 DTM in der kommenden Saison mit 7,5 Kilogramm weniger Gewicht antreten, zum anderen ist der Heckflügel des Boliden um 50 Millimeter breiter. Die drei Hersteller erklären, warum man sich zu dieser Maßnahme entschlossen hat.

Jens Marquardt

Jens Marquardt erklärt, warum die Zugeständnisse an BMW nötig waren Zoom

"Basis ist das Ergebnis vom vergangenen Jahr gewesen. Ich glaube, wir haben alle festgestellt, dass wir in der vergangenen Saison gewichtsbereinigt Unterschiede zwischen den Paketen hatten", erinnert BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt. Aufgrund des eingefrorenen Reglements hatten die Münchener keine Möglichkeit, die Lücke auf "normalem" Wege zu schließen.

"Die Möglichkeit, da etwas zu verändern, war einfach nicht gegeben", erklärt Marquardt und Audi-DTM-Leiter Dieter Gass verrät im Hinblick auf die Zugeständnisse: "Keiner möchte es im Prinzip, aber die Randbedingungen treiben uns dazu." Laut Marquardt haben alle drei Hersteller im Winter "intensiv zusammengesessen" und "hart verhandelt". Gass erklärt: "Natürlich gibt es intern auch Diskussionen. Nicht jeder ist ein Freund der Anpassungen."

Nicht ideal, aber notwendig

Persönliche Interessen der Hersteller durften bei den Verhandlungen allerdings keine Rolle spielen. Marquardt erklärt, man wolle "im Sinne der Fans und des Sports" wieder eine gewisse Chancengleichheit herstellen. Denn in diesem Jahr sollen die Fahrer in der DTM noch mehr in den Mittelpunkt rücken. "Das ist zwangsläufig nicht möglich, wenn das Produkt sehr unterschiedlich ist", weiß Mercedes-DTM-Chef Ulrich Fritz.


Fotostrecke: Die BMW-Designs für die DTM 2016

"Wir möchten eine attraktive DTM und tollen Sport bieten", versichert Fritz und ergänzt: "Natürlich ist es als Wettbewerber in so einer hart umkämpften Serie nicht leicht, da einfach mal 'Ja' zu sagen. Der technische Vorteil ist hart erarbeitet." Daher sei es zwar "nicht die ideale Lösung", aber trotzdem "ein notwendiger Weg". Das sehen auch seine beiden Kollegen ähnlich.

"Der Herstellertitel, den wir 2015 gewonnen haben, ist sicher nicht der Titel des besten Pakets gewesen." Jens Marquardt

"Den olympischen Gedanken gibt es im Motorsport nicht, wenn Werke beteiligt sind. Keiner der Anwesenden will nur dabei sei. Wir sind alle hier, weil wir gewinnen wollen", stellt Gass dennoch klar. Trotzdem sei es "leider notwendig, so eine Maßnahme zu ergreifen." Auch Audis DTM-Leiter glaubt, dass BMW sein Auto lieber lieber auf herkömmlichen Wege weiterentwickelt hätte.

Marquardt lobt Zusammenarbeit der Hersteller

Weil es ab 2017 allerdings ohnehin neue Fahrzeuge geben wird, wurde mit dieser Lösung eine kostengünstige Alternative gefunden. "Ich kann mich bei allen Beteiligten nur bedanken", erklärt Marquardt, der den Zusammenhalt der Hersteller in dieser Situation lobt. "Abseits der Rennstrecke haben wir mit der ITR und dem DMSB alle zusammen eine Verantwortung für die Rennserie", so der BMW-Motorsportdirektor.


DTM-Testfahrten in Hockenheim

Trotzdem erscheinen die Maßnahmen auf den ersten Blick kurios. Immerhin gewann BMW 2015 den Herstellertitel, ein Jahr zuvor siegte BMW-Pilot Marco Wittmann in der Fahrerwertung. "Der Herstellertitel, den wir da gewonnen haben, ist sicher nicht der Titel des besten Pakets gewesen", stellt Marquardt allerdings klar und erklärt: "Wir müssen uns den Verlauf der vergangenen Saison anschauen."

Die Münchener profitierten in erster Linie von zwei extrem starken Wochenenden in Zandvoort und Oschersleben. Davon abgesehen fuhr man häufig hinterher. Das soll 2016 anders werden. "Wir wollen vom ersten Rennen an richtig tollen Rennsport bieten", sagt Marquardt und ergänzt: "Nur gemeinsam werden wir Lösungen finden, die das Produkt nach vorne bringen." Es bleibt abzuwarten, ob die Rechnung in diesem Jahr aufgeht.

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