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Berührung verboten? So wirkte die neue DTM-Abstandsregel bei der Premiere

Eine halbe Wagenbreite Abstand im Zweikampf? Wie die DTM-Fahrer die neue Regel verstehen, ob sie ihre Wirkung erzielte und wie sie der Renndirektor anwendet

(Motorsport-Total.com) - Renndirektor Scot Elkins hat vor dem Spa-Wochenende wegen der zahlreichen Kollisionen bei den vergangenen Rennen in der DTM mit einer Regelklarstellung für Verwunderung gesorgt: Die Piloten müssen bei einem Zweikampf in einer Kurve "Racing Room" lassen - konkret handle es sich dabei um mindestens eine halbe Wagenbreite "zwischen ihrem eigenen Auto und anderen Autos" (Originalwortlaut am Ende des Artikels).

Nick Cassidy, Rene Rast

Rene Rast wurde für seinen Stoß gegen Nick Cassidy bestraft Zoom

Konkret heißt das, dass es sich bei jeder Berührung um einen Regelverstoß handelt, weil dabei weniger als eine halbe Wagenbreite - also rund ein Meter - Abstand gelassen wird. Aber wie verstehen die Piloten die neue Regel? Und herrschte am Wochenende der Einführung mehr Respekt auf der Rennstrecke?

"Diese halbe Wagenbreite hin oder her - das hat er zwar so definiert im Reglement, aber was er eigentlich damit sagen will: Wenn jemand auf deiner Außenseite ist, dann musst du ihm den Platz lassen, damit beide die Kurve schaffen", ist Rene Rast der Meinung, dass der Wortlaut nicht entscheidend ist.

So versteht Rene Rast die neue Regel

"Sobald du ihn ins Gras drängst und er eine Position verliert, dann musst du ihm diese Position zurückgeben - das ist es, was dieses Reglement oder der neue Passus aussagt", erklärt der Abt-Audi-Pilot auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com'. "Und das ist auch das, was wir uns gewünscht haben."

Die Regel soll vor allem abschreckende Wirkung haben: Denn dadurch hat Renndirektor Elkins ein eindeutiges Mittel in der Hand, wenn es zu einer Berührung kommt und ein Pilot einen Konkurrenten abdrängt. Und wann er davon Gebrauch macht und ob er den Wortlaut genau umsetzt, entscheidet immer noch der US-Amerikaner.

Nur zweimal bestrafte Elkins wegen Driving-Standards

Am Spa-Wochenende war das nur zweimal der Fall: Neben Attempto-Audi-Pilot Marius Zug, der nach dem Start in La Source Rosberg-Markenkollege Nico Müller ins Kies drängte und dafür eine Zehn-Sekunden-Strafe erhielt, traf es ausgerechnet Rast, der eine entsprechende Regel am Nürburgring-Sonntag lautstark eingefordert hatte, nachdem er von David Schumacher abgeschossen worden war.


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"Wir hatten für mehr Strafen plädiert, die habe jetzt ich abbekommen", so Rast bei 'ran.de', der die Fünf-Sekunden-Strafe wegen der Berührung mit Nick Cassidy, die wegen seines Ausfalls in eine Rückversetzung um drei Plätze in Spielberg umgewandelt wurde, übrigens für gerechtfertigt hielt.

Am Sonntagmorgen war er der Ansicht gewesen, dass die Maßnahme von Elkins ihre Wirkung beim Samstagsrennen nicht verfehlt hatte. "Zumindest die Fahrer, mit denen ich gekämpft habe, haben sich daran gehalten", schilderte Rast seine Eindrücke aus dem Cockpit. "Auf der Seite, auf der ich war, wurde immer der Platz gegeben."

"Leute lassen jetzt mehr Platz, speziell am Kurvenausgang"

Das sieht auch DTM-Leader Sheldon van der Linde so, der auf keinen Fall einen Ausfall riskieren wollte und vor allem am Samstag nach dem Start von Platz 22 Angst vor einer Kollision hatte. "Ich war weit zurück im Mittelfeld, wo normalerweise diese Dinge passieren, aber man hat wirklich gesehen, dass sich bei allen Fahrern die Herangehensweise verändert hat", zeigt der Schubert-BMW-Pilot mit dem Daumen nach oben.

"Offenbar wollte niemand noch einmal zum Gespräch mit Scot", grinst er. Vor allem in der ersten Runde hatte der Südafrikaner den Eindruck, "dass die Leute weniger am Limit waren und Platz lassen, speziell am Kurvenausgang. Da hatten wir in der Vergangenheit die größten Probleme."

Preining am Samstag von Driving-Standards enttäuscht

Nur einer war am Samstag gar nicht happy mit den Driving-Standards: Bernhard-Porsche-Pilot Thomas Preining. Der Österreicher, der in Spa mit spektakulären Manöver in der Eau Rouge aufzeigte und nach einer Berührung mit Winward-Mercedes-Pilot Lucas Auer in der Mutkurve einen spektakulären Drift hinlegte, ärgerte sich über "ein paar wirklich schlechte Driving-Standards".

Und zwar "nicht nur in der ersten Runde, sondern auch im restlichen Rennen". Was er damit genau meint? "Auch, dass man sich in der Bremsphase bewegt, was immer ziemlich gefährlich ist", nennt er ein Beispiel. "Ich hatte ehrlich gesagt das Gefühl, dass sich nichts geändert hat. Vielleicht bin aber auch nur ich in diese Situationen geraten. Ich finde jedenfalls, dass da noch etwas Handlungsbedarf besteht."

Original-Wortlaut der Regelklarstellung aus Version 2 der DTM-Event-Notes von Spa

9.2 Drivers must leave "racing room" (half a car width minimum) between their own car and other cars or the edge of the track on the approach and the exit to a corner.

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