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Skoda Superb Combi 2019 (190-PS-TDI) im Test: Bester seiner Klasse!

Wenn wir in einigen Jahren nur noch elektrisch von Ladesäule zu Ladesäule sirren, wird man sich an dieses Auto erinnern. Ein Höhepunkt des "alten" Autobaus

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Er ist nicht nur gut - er ist hervorragend (kein superb-Wortwitz an dieser Stelle). Auf einer Länge von 4,86 bietet er so ziemlich alles, was man haben will: Platz, Komfort, Platz, Infotainment, ausreichend Leistung und Platz.

Schon gut, er hat Platz. Wie viel denn?

Im Kofferraum: 625 bis 1.760 Liter. Das beschreibt aber nur die halbe Wahrheit. Dank des Radstands von 2,84 Metern fällt die Beinfreiheit in der zweiten Reihe mehr als großzügig aus. Hier kann Thanos aus "Avengers" bequem hinter Kareem Abdul Jabbar Platz nehmen, wie sie es (bestimmt) bei ihren häufigen Fahrgemeinschaften tun. Diese Geräumigkeit lernt man vor allem schätzen, wenn man mit Gepäck und Mitreisenden in den Urlaub fährt. Bis zu 648 Kilo können zugeladen werden, 100 Kilo dürfen aufs Dach.

Das klingt alles ziemlich gut, geht trotzdem besser. Der Kofferraum des VW Passat fasst beispielsweise maximal 20 Liter mehr. Dieses Plus ist jedoch zu vernachlässigen, denn zum einen sind es nur 20 Liter und zum anderen fällt der Radstand des Passat um sieben Zentimeter kürzer aus. Und diesen Unterschied merkt man bei der Beinfreiheit.

Aber der Superb verbraucht mehr Sprit als eine brennende Ölraffinerie, oder?

Nö. Die Herstellerangabe von 4,5 Litern ist zwar unrealistisch, 5,4 sind jedoch problemlos möglich. Der durchschnittliche Verbrauch, den wir auf rund 1.500 Testkilometern ermittelt haben, liegt bei 5,8 Litern. Der Grund: Ein Teil der Strecke bestand aus schnellen Autobahnkilometern. Auf der Autobahn offenbart sich auch die komplette Souveränität des Superb. Bequem und leise spult er hunderte von Kilometern ab. Bei vollem Tank (66 Liter) und etwas gemäßigter Fahrweise sind über 1.200 Kilometer ohne Tankstopp möglich.

Es ist vor allem diese sorglose Langstreckentauglichkeit, die den Skoda auszeichnet und die die unbestreitbaren Vorteile des Verbrennungsmotors aufzeigt. Die Zukunft mag elektrisch sein, doch bis ein E-Auto solche Fahrleistungen mit einem derart nützlichen Fahrzeugkonzept verbindet, wird es dauern.

Apropos Fahrleistungen: Was hat er unter der Haube?

Skoda Superb Combi 2.0 TDI 2019

Skoda Superb Combi 2.0 TDI 2019 Zoom

Den Zweiliter-Vierzylinder-Diesel (aus dem VW-Regal) mit 190 PS. Er ist die Konzern-Allzweckwaffe und zieht den 1.573-Kilo-Combi in 8,4 Sekunden auf 100 km/h und bis 224 Spitze. Berauschend sind diese Werte nicht, doch das Drehmoment von 400 Newtonmetern stemmt sich mit üppiger Kraft, zwischen 1.750 und 3.250 U/min auf die Vorderachse. Was etwas nerven kann: Der künstliche Motorklang, der den Innenraum dezent aber hörbar beschallt und dem TDI die akustische Dieseligkeit nehmen soll. Das sportlich anmutende Brummen passt einfach nicht zur komfortablen Charakteristik des Autos.

Neben einer Allrad-Variante des 190-PS-Modells bietet Skoda noch einen 150-PS-Diesel mit 340 Newtonmetern. Dieser Motor ist durchaus eine Überlegung wert, da die Fahrleistungen nicht sehr viel schlechter sind, Verbrauch und Preis allerdings etwas niedriger ausfallen. Bei den Benzinern sind inzwischen nur noch zwei Motorvarianten im Angebot (150 PS und 272 PS).

Der Testwagen hat übrigens das Siebengang-DSG an Bord. Beim stärksten Diesel gehört es zur Serienausstattung. Den Handschalter gibt es nur für das 150-PS-Modell.

Ein Manko ist das nicht. Im Superb möchte ich nicht selbst schalten, dafür arbeitet das DSG einfach zu gut. Lediglich die ersten Minuten nach einem Kaltstart bescheren etwas ruppige Gangwechsel. Sobald die Flüssigkeiten auf Temperatur sind, fließt das Getriebe von Gang zu Gang.

Und wie sieht es mit den Fahrmodi aus?

Stimmt, für 940 Euro ermöglicht das adaptive Fahrwerk (DCC) unterschiedliche Modi. Diese verändern nicht nur die Härte der Dämpfer, sondern passen auch die Gaspedalkennlinie entsprechend an. Weltbewegend ist das nicht. Vor allem, weil der Superb in der Komfort-Stellung so gut fährt, dass man das Setting niemals wechseln will. Dieses Auto bietet Komfort auf Oberklasse-Niveau, auch ohne DCC.

Das klingt alles sehr gut - wo ist der Haken?

Beim Preis. Der Testwagen kostet 51.519 Euro. Im Preis enthalten: Extras im Wert von 11.170 Euro. Viel merkt man davon indes nicht. Der Superb fühlt sich keineswegs billig an, ganz im Gegenteil, nur erschließt sich beim Einsteigen nicht, wo die vielen Extra-Tausender hingeflossen sind. Das Aha-Erlebnis bleibt aus. Die Style-Ausstattung kostet in der Basis ab 40.650, die Active-Ausstattung ab 37.950 Euro. Diese Preise haben nichts mit "Haken" zu tun. Das Problem sind die vielen, beinahe unbedeutenden Extras, die sich unkontrolliert summieren. Deshalb mit Bedacht konfigurieren.

Fazit: 10 von 10 Punkten

Der Preis kann außer Kontrolle geraten, muss er aber nicht. Wer sinnig durch die Aufpreisliste wandelt, bekommt ein Auto, dessen Wert den Kaufpreis übertrifft - im Preis-Leistungs-Sinne.

Der Superb ist die Antwort auf alle automobilen Fragen und der ultimative Kompromiss aus den unterschiedlichsten Fähigkeiten. "Aber ein SUV könnte"... mag jetzt manch ein kritischer Satz beginnen. Nein. Ein SUV würde, aufgrund der größeren Stirnfläche, einen schlechteren Verbrauch erzielen. Der Superb ist das automobile Schweizer Taschenmesser. Mit diesem Auto ist man für jede Gelegenheit gewappnet.

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