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  • 27.05.2021 · 09:58

  • von Roland Hildebrandt

Die Carabinieri in Italien bekommen neue Alfa Giulia

Jeder Italien-Urlauber hat die Carabinieri schon einmal gesehen - Jetzt bekommen die Polizisten neue Alfa Giulia-Modelle als Einsatzfahrzeuge

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Wer schon einmal in Italien zum Urlaub war, wird den Anblick kennen: Dunkelblaue Streifenwagen mit der Aufschrift "Carabinieri". Im Gegensatz zur hellblauen "Polizia" sind diese Einheiten dem Verteidigungsministerium unterstellt und eine Art Gendarmerie respektive "Landpolizei".

Jetzt bekommen die Carabinieri neue Dienstwagen und zwar schicke Alfa Romeo Giulia. Es handelt sich um Modelle mit 200 PS starkem Turbobenziner und 8-Gang-Automatikgetriebe. Die ersten Autos einer Flotte von insgesamt 1.770 Fahrzeugen wurden kürzlich feierlich übergeben. An der Zeremonie nahmen unter anderem der Vorsitzende der Stellantis N.V. Group, John Elkann, der Generalkommandant der Carabinieri, Teo Luzi und der CEO der Marke Alfa Romeo, Jean-Philippe Imparato, teil.

Diese neuen Alfa Romeo Giulia verstärken die historische Partnerschaft zwischen Alfa Romeo und den Carabinieri, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstand, als alle "Gazellen" (so der Spitzname der Streifenwagen) auf die Marke Alfa Romeo setzten. Was Alfa freilich verschweigt: Derzeit stehen auch der Toyota Yaris und der Peugeot 308 bei den Carabinieri im Dienst.

Der erste Alfa Romeo der Carabinieri war der 1900 M "Matta" im Jahr 1951. Ein Jahr später, mit der Limousine 1900, war die "Gazelle" geboren. In der Sprache der Carabinieri steht die "Gazzella" für das Konzept der Notfallintervention: schnell, wendig und widerstandsfähig.

Ihr direkter Nachfahre war die Giulia der sechziger Jahre, sie schaffte es, exzellente Motorleistung mit hoher Zuverlässigkeit zu verbinden. Das Auto wurde gut in die strukturelle Erneuerung der Truppe integriert, ergänzt durch die brandneuen Funkgeräte, die mit den Einsatzzentralen verbunden waren.

Jene Funkstreifenwagen waren wie auch in Deutschland (siehe Isar 12 ... ) die Flaggschiffe der Flotte. Das Fahrzeug wurde von 1963 bis 1968 eingesetzt. Seitdem hat sich die enge Beziehung zwischen Arma und Alfa Romeo im Laufe der Jahre fortgesetzt: von der Alfetta zum Alfa Romeo 90, vom 75 zum 155, 156 und 159 bis hin zur außergewöhnlichen Giulia Quadrifoglio.

Viele dieser Fahrzeuge sind im Alfa Romeo Museum in Arese ausgestellt, in der Abteilung "Alfa Romeo in Divisa", die in Zusammenarbeit mit den Carabinieri geschaffen wurde. In der Dauerausstellung sind sechs ausgewählte Alfa-Romeo-Modelle zu sehen, die die historische Beziehung zum Korps repräsentieren und in einer Umgebung untergebracht sind, die von der Farbe Rot, dem Symbol von Alfa Romeo, und dem Blau der Notbeleuchtung der Sirenen geprägt ist.

Genau aus dieser Sammlung stammt die Giulia von 1968, die zur Präsentation der neuen Carabinieri-Giulia als Dekoration genutzt wurde. Interessant ist die technische Zusatzausstattung der 2021er-Giulia: Lichtcluster bestehend aus einer aerodynamischen variable Anzeigetafel der neuesten Generation.

Dazu zwei Kennleuchten mit Seitenlicht und verstellbarem Suchscheinwerfer sowie LED-Blinkleuchten an den Außenspiegeln. Eine gepanzerte Windschutzscheibe (Stufe B4) und bruchsichere Seiten- und Heckscheiben (vorne Anti-Fragmentierung). Gepanzerte Fronttüren (Stufe B4) plus Kraftstofftank-Explosionsschutz.

Zwei elektromechanische Waffenständer und eine Art "Ein-Personen-Häftlingszelle" im Fond. Halterungen für schusssichere Westen im Cockpit. Ein Funkgerät in zentraler Position für sinnvolle Nutzung durch beide Besatzungsmitglieder sowie ein Verstärker- und Übertragungssystem außerhalb des Fahrzeugs.

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