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BMW X7 M50d Verbrauch: Wie viel Sprit braucht der 400-PS-Quadturbo-Diesel?

Der X7 M50d ist das Topmodell des größten SUVs von BMW. Wie viel Sprit verbraucht das Ungetüm mit dem 400 PS-Quadturbo-Diesel im realen Straßenverkehr?

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Man nehme das größte SUV von BMW, füge den dicksten Diesel aus München hinzu und heraus kommt eines der komfortabelsten und luxuriösesten Flaggschiffe der Welt, der BMW X7 M50d. Führt diese Kombination zu einem Verbrauch, der nur für Millionäre akzeptabel ist? Die Antwort ist nein, wie unser neuester Verbrauchstest ergab.

Das gilt unter der Voraussetzung, dass man nicht wie ein Verrückter aufs Gaspedal latscht, denn der 400 PS starke 3,0-Liter-Sechszylinder-Quadturbo-Diesel ist durchaus zu einem beeindruckenden Kraftstoffverbrauch befähigt.

Auf unserer Standardstrecke auf der Strecke von Rom nach Forlì brauchte der Wagen 5,85 Liter/100 km, was bei den derzeitigen deutschen Spritpreisen 7,37 Euro/100 km entspricht. Das sind keineswegs beunruhigende Zahlen und der BMW schneidet damit sogar besser ab als einige Konkurrenten.

Von den direkten Konkurrenten des BMW X7 M50d haben wir bisher nur den (inzwischen abgelösten) Mercedes GL 350 BlueTec getestet, der mit seinen 7,65 Liter/100 km weit schlechter abschnitt als der BMW. Das gleiche gilt für den Jeep Grand Cherokee 3.0 V6 Multijet II mit seinen 7,30 Liter/100 km.

Kompakter und etwas weniger durstig als der BMW X7 M50d sind der Mazda CX-5 2.2 Diesel mit 175 PS, Allradantrieb und Automatik (5,60 Liter) sowie der Audi Q5 3.0 TDI quattro Tiptronic (5,50 Liter), während der große Mercedes-Van V 220 d mit 5,30 Liter ein sehr gutes Ergebnis erzielte.

Am Rande vermerkt seien zwei Ergebnisse von Benzinermodellen: Der Range Rover Hybrid von 2017, ebenfalls ein riesiges SUV, brauchte 6,85 Liter, der kompakte Jeep Renegade 1.0 T-GDI mit 120 PS, Handschaltung und Zweiradantrieb benötigte 6,30 Liter.

In puncto Effizienz zeigt der BMW X7 M50d ein Janusgesicht. Man muss nur mit dem Gaspedal übertreiben, um zu sehen, wie der Kraftstoffverbrauch auf quasistellare Werte ansteigt, während er im Alltag auf mehr als vernünftige Durchschnittswerte sinkt.

So schafft es der X7 M50d, im schwierigen Verkehr in Rom mit 13,8 Liter/100 km auszukommen, bei gemischten Fahrten in städtischer Umgebung und außerorts braucht er durchschnittlich 8,8 Liter und auf der (italienischen) Autobahn sind es 8,2 Liter.

Das Janusgesicht des X7 M50d zeigt sich auch bei den Verbrauchsextremen, die wie in unserem Spartest (bei konstant 70 bis 80 km/h) und bei Bergauf-Fahrt mit viel Gas ermitteln. Im Spartest erreicht das Diesel-Ungetüm einen guten Wert von 5,0 Liter/100 km, während der Test des maximalen Kraftstoffverbrauchs den Durchschnitt auf 42,0 Liter anhebt, ein neuer Negativrekord in dieser Disziplin.

Bildergalerie: 2019 BMW X7 auf Motor1.com Deutschland (37 Fotos)

Fahrzeug: BMW X7 xDrive M50d
Testdatum: 5. Juli 2019
Wetter: heiter, 32 Grad
Insgesamt gefahren: 919 Kilometer
Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Strecke Rom-Forlì: 82 km/h
Reifen: Pirelli P Zero XL - 275/40 R22 vorne, 315/35 R22 hinten

Verbrauch und Kosten

Bordcomputer-Anzeige: 5,7 Liter/100 km
An der Zapfsäule ermittelter Verbrauch: 6,0 Liter/100 km
Mittel aus diesen Zahlen: 5,85 Liter/100 km
Kraftstoffpreis: 1,26 Euro/Liter (Diesel)
Kraftstoffkosten: 7,37 Euro/100 km

Und so ermitteln wir den Verbrauch

Wenn Sie einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, nennt er Ihnen wahrscheinlich einen Wert, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht hat er den Wert vom Bordcomputer abgelesen, oder er hat seine Tankrechnungen aufbewahrt und sich daraus einen Verbrauch errechnet.

Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Er ergibt sich als Mittel aus Bordcomputer-Wert und dem an der Tankstelle ermittelten Verbrauch. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna).

Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (auf der italienischen Autobahn: 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend.

Die Teststrecke Rom-Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr.

Dabei wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus auch Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule. Dabei wird "von voll bis voll" gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet.

Dann berechnet Fabio den Mittelwert. Die Kosten berechnen wir jedoch anhand der deutschen Preise (Durchschnittskosten laut ADAC zum Zeitpunkt der Veröffentlichung). Bei Elektroautos verwenden wir den Bordcomputer-Verbrauch und den durchschnittlichen Strompreis von deutschen Haushalten, wie von www.stromauskunft.de angegeben. Bei Erdgas- und Autogas-Fahrzeugen wird der Durchschnittspreis von www.gas-tankstellen.de in Anschlag gebracht.

Mehr zu dem dicken SUV-Brummer aus München:
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