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WRT setzt WEC-Ziel: 2024 mit BMW bester LMDh!

Das Team WRT will in der WEC 2024 auf Anhieb bestes Team mit einem LMDh-Boliden werden - Alles andere liege nicht in seiner Hand, sagt Vincent Vosse

(Motorsport-Total.com) - Mit Spannung wird der Einstieg der neuen Hersteller in die Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) 2024 erwartet. BMW wird mit dem Team WRT an den Start gehen. Wie Lamborghini und Alpine wird auch das belgische Team mit einem LMDh-Boliden antreten. Dementsprechend hat Teamchef Vincent Vosse das Ziel, die inoffizielle LMDh-Wertung zu gewinnen.

Titel-Bild zur News: BMW M Hybrid V8 bei Testfahrten von WRT in Spa

BMW M Hybrid V8 bei Testfahrten von WRT in Spa Zoom

"Das Einzige, was wir als Team, als BMW, tun können, ist ein Paket zusammenzustellen, das mit den besten LMDh-Autos mithalten kann", sagt Vosse gegenüber Daily Sportscar. "Der Rest liegt nicht in unserer Hand."

Damit spielt er auf die Probleme der beiden LMDh-Hersteller Porsche und Cadillac in der diesjährigen WEC an. Diese hatten bisher keine Chance gegen die LMH-Fahrzeuge von Toyota und Ferrari. Toyota hat alle regulären WEC-Rennen gewonnen, Ferrari - mit vorteilhafter Einstufung - die 24 Stunden von Le Mans.

Allerdings muss man einschränkend hinzufügen, dass Toyota Gazoo Racing mit Abstand über die meiste WEC-Erfahrung verfügt und der GR010 Hybrid voll ausgereift ist. Die LMDh-Fahrzeuge debütierten dagegen allesamt recht überstürzt Anfang 2023. Zuletzt sorgte Porsche bei den 6 Stunden von Fuji für eine fast vierstündige Führung eines LMDh-Boliden.

"Wir haben bisher gesehen, dass LMDh nicht so einfach mit der Leistung der LMH mithalten kann. Aber wir wissen, dass in dieser neuen Ära ein Gleichgewicht zwischen den beiden Kategorien gefunden werden muss.

Und hier liegt der Knackpunkt, denn die LMDh-Teams können immer sagen, dass sie in der Balance of Performance (BoP) benachteiligt sind. Toyota hingegen kann darauf verweisen, dass die LMDh-Boliden bei weitem noch nicht ausgereift sind und noch wesentlich mehr Potenzial haben.

WRT-Test in Spa: Alles im grünen Bereich

Zumindest hier hat WRT einen Vorteil gegenüber den beiden anderen Neueinsteigern Alpine und Lamborghini. Denn diese beiden Hersteller müssen ihre neuen LMDh-Fahrzeuge von Grund auf testen. Und gerade der Lamborghini-Unfall in Le Castellet hat dieses Programm zurückgeworfen.

BMW hingegen kann auf eine komplette Saison des Teams RLL in der IMSA SportsCar Championship zurückgreifen. Kinderkrankheiten sollten damit weitgehend ausgeschlossen sein. "Das habe ich mit [Roger] Penske besprochen", sagt Vosse.

"Er hat mir erklärt, wie schwierig es zu Beginn des Porsche-Programms war, mit all den Problemen, die es gab. Ich muss sagen, dass es für uns natürlich schwierig war zu warten, aber ich denke, es war eine gute Entscheidung. Wir haben unser Testprogramm ohne größere Probleme absolviert."


Fotos: WRT-Testfahrten BMW M Hybrid V8 in Spa


"Unsere Beziehung zu BMW ist reibungslos verlaufen", fährt er fort. "Ein kleiner Teil unseres WRT-Teams war in München und bei RLL und ist im Januar nach Daytona gereist, um zu helfen, zu unterstützen und zu lernen. Wir hatten einen großen Teil des Teams beim Aufbau des ersten [WEC-] Chassis in München. Es wurde komplett von uns gebaut. Das zweite, dritte und vierte Auto werden in den Hallen von WRT zusammengebaut."

WRT absolvierte Anfang September einen Test in Spa-Francorchamps, bei dem auch Neuzugang Robin Frijns erstmals im M Hybrid V8 saß. Der Niederländer ist ein Neuzugang bei BMW, kennt das WRT-Team aber bereits seit Jahren als LMP2-Pilot.

"Da ich erst seit kurzem Teil dieses großartigen Projekts bin, bin ich noch dabei, den BMW M Hybrid V8 in seiner ganzen Komplexität zu verstehen. Ich lerne mit jeder Runde dazu. Aber hier in Spa-Francorchamps ist es sehr gut gelaufen, und wir haben deutliche Fortschritte mit dem Auto gemacht. Ich freue mich schon auf die nächsten Tests", sagt er.

WEC-Homologation steht kurz bevor

Auch aus Vosses Sicht war der Test ein Erfolg: Pro Tag wurden mindestens 800 Kilometer zurückgelegt. "Wir haben technische Unterstützung von BMW Motorsport. Der Test in Spa wurde aber komplett von WRT durchgeführt und wir haben uns auf die Effizienz des Autos konzentriert."

Andreas Roos, Leiter BMW Motorsport, versichert, dass WRT "voll im Plan" bei der Testarbeit liege: "Uns kommt zugute, dass wir das Fahrzeug parallel im Renneinsatz in der IMSA-Serie und hier in Europa im Testeinsatz haben. Von der doppelten Menge an Erfahrungen profitieren alle Seiten, WRT ebenso wie RLL und die Ingenieure."

"Die Tatsache, dass wir hier in Spa-Francorchamps in Marco Wittmann und Nick Yelloly zwei Fahrer im LMDh-Testeinsatz hatten, die den BMW M Hybrid V8 aus ihren Renneinsätzen in Nordamerika bereits sehr gut kennen, unterstreicht diese wertvolle Synergie."

WRT hat noch einen Test in Le Castellet vor sich, bevor es an die WEC-Homologation des BMW M Hybrid V8 geht. Die WEC nutzt einen anderen Windkanal als die IMSA, weshalb die Doppel-Homologation nötig ist.

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