powered by Motorsport.com

Valentino Rossi auf vier Rädern: "Ich will noch zehn Jahre fahren!"

Valentino Rossi fährt 2024 die volle WEC-Saison, parallel dazu den Großteil der GTWC-Saison, hat aber noch lange nicht genug - Vorfreude auf 24h Le Mans im Juni

(Motorsport-Total.com) - Nach zuvor 26 Jahren in der Motorrad-WM (1996 bis 2021) befindet sich Valentino Rossi mittlerweile im dritten Jahr seiner Vollzeitkarriere als Autorennfahrer. Ans Aufhören denkt der 45-jährige Italiener noch lange nicht. Ganz im Gegenteil: Rossis Einsatzprogramm im Jahr 2024 ist umfangreicher als es in den beiden vergangenen Jahren der Fall war.

Titel-Bild zur News: Valentino Rossi mit Freundin Francesca Sofia Novello

MotoGP-Legende und WEC-Rookie Valentino Rossi mit Freundin Francesca Sofia Novello Zoom

Denn neben der GT-World-Challenge (GTWC) fährt Rossi seit Jahresbeginn auch in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC). De facto ist die WEC in diesem Jahr sogar das Hauptaufgabengebiet der MotoGP-Legende. Im BMW M4 GT3 von WRT mit der markanten Startnummer 46 ist Rossi in der LMGT3-Klasse für die gesamte Saison inklusive der berühmten 24 Stunden von Le Mans gesetzt (WEC-Kalender 2024).

Abgesehen davon fährt Rossi im baugleichen BMW M4 GT3 auch in diesem Jahr alle fünf Rennen des Endurance-Cup in der GTWC, darunter die 24h Spa. Aufgrund dessen, wie die Rennkalender gestaltet sind, folgen die 24h Le Mans und die 24h Spa für Rossi im Juni innerhalb von zwei Wochen direkt aufeinander (GTWC-Kalender 2024).

Lediglich im Sprint-Cup der GTWC umfasst das Programm für Rossi in diesem Jahr nicht alle Rennen, sondern nur die ersten zwei (Brands Hatch und Misano). Abgesehen davon war er aber im Februar auch schon bei den 12h Bathurst, dem Saisonauftakt der Intercontinental-GT-Challenge (IGTC), am Start.

Bathurst 2024 war Rossis erstes Rennen mit Raffaele Marciello als Teamkollege. Mit ihm fährt er im #46 WRT-BMW auch die Endurance-Rennen der GTWC. Als dritter Fahrer ist dort Maxime Martin an Bord. Mit ihm wiederum fährt Rossi die beiden Sprint-Einsätze in Brands Hatch und Misano sowie die komplette WEC-Saison. Dritter Fahrer im WEC-Aufgebot ist Ahmad Al-Harthy, Bronzefahrer aus dem Oman.

Was Rossi im Auto auf die Topfahrer noch fehlt

Beim WEC-Saisonauftakt vor wenigen Wochen in Katar kamen Al-Harthy/Martin/Rossi direkt auf dem starken vierten Platz ins Ziel. Die erste Podiumszeremonie in der Geschichte der neuen LMGT3-Klasse verpasste das WRT-Trio nach knapp zehn Stunden (1.812 Kilometer) um weniger als 13 Sekunden.

Was Rossi betrifft, so zählt er sich mit 45 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen. "Ich bin alt, aber immer noch fit", sagt Rossi im Gespräch mit Endurance-Info und kündigt an: "Ich will noch zehn Jahre fahren! Das wird letztlich davon abhängen, wie schnell ich bin."

Ein Bereich, in dem er sich auf vier Rädern noch steigern könne, betrifft laut dem neunmaligen Motorrad-Weltmeister die Reifen. Die kommen in der LMGT3-Klasse der WEC einheitlich von Goodyear. In der GTWC aber wird mit Pirelli-Reifen gefahren.

"Ich bin recht schnell, aber im Vergleich zu den Topfahrern fehlt mir noch ein bisschen. Mein Ziel ist es, ihr Level zu erreichen. Viel fehlt mir nicht, aber ein paar Dinge muss ich noch verstehen, zum Beispiel wie man die Reifen optimal nutzt, wenn sie neu sind", sagt Rossi.

Valentino Rossi, Maxime Martin

Das Optimale aus frischen Reifen herausholen: Lernprozess für "The Doctor" Zoom

Vorfreude auf Debüt bei den 24h Le Mans

Bei den 24h Spa, dem Saisonhöhepunkt der GTWC, kam Rossi im vergangenen Jahr mit Maxime Martin und Augusto Farfus auf dem sechsten Platz ins Ziel. Zwei Wochen bevor er am 29./30. Juni 2024 zum zweiten Mal beim 24-Stunden-Klassiker in den Ardennen antreten wird, gibt Rossi sein Debüt beim berühmtesten aller 24-Stunden-Rennen.

Am 15./16. Juni nämlich wird der neunmalige Motorrad-Weltmeister erstmals bei den 24h Le Mans antreten. Den 13,6 Kilometer langen Circuit de la Sarthe kennt Rossi. Im vergangenen Jahr startete er dort im Rahmenprogramm, der sogenannten "Road to Le Mans". Ebendort erzielte er zusammen mit Jerome Policand am Steuer eines BMW M4 GT3 von WRT den Sieg in der GT3-Klasse.

"Ich habe die Strecke kennen und lieben gelernt. Man fährt dort viel Vollgas", sagt Rossi, schiebt aber sofort hinterher: "Das Rennen der 'Road to Le Mans' dauerte nur eine Stunde. Die 24 Stunden in diesem Jahr, noch dazu mit der Nacht und den Hypercars, werden bestimmt aufregend."

24 Stunden von Le Mans, Nacht, Panorama

Am 15./16. Juni startet Valentino Rossi erstmals bei den 24h Le Mans Zoom

Hypercar-Test von BMW zugesagt, was ist mit Rennen?

Ob der 45-jährige Vater einer Tochter im weiteren Verlauf seiner Karriere, die er eigener Aussage zufolge noch für zehn Jahre plant, auch selber mal ein Hypercar pilotieren wird? "Versuchen will ich es auf jeden Fall", sagt Rossi, der die Zusage für Testfahrten im BMW M Hybrid V8 vorliegen hat.

"Im vergangenen Jahr habe ich ein LMP2-Auto getestet, um die Prototypen zu verstehen", denkt Rossi an den WEC-Rookie-Test im November 2023 in Bahrain zurück und sagt: "Meinem Verständnis nach wird das Hypercar im direkten Vergleich zum GT-Auto mehr dem Motorrad ähneln. Die Linien sind ganz ähnlich. Es ist wichtig, voll auf der Strecke zu bleiben und den Grip zu nutzen."

BMW M4 GT3 und BMW M Hybrid V8

Steigt Rossi vom BMW M4 GT3 irgendwann in den BMW M Hybrid V8 um? Zoom

In Stein gemeißelt ist es nicht, dass Rossi in Zukunft im Hypercar abgesehen von einem Test auch Rennen fahren wird. Sollte es für ihn mit Renneinsätzen in der Topklasse der WEC nicht klappen, wäre der neunmalige Motorrad-Weltmeister aber nicht traurig, wie er versichert: "Wir werden sehen. Wenn ich weiterhin GT fahre, bin ich glücklich."

Neueste Kommentare