Porsche 963 repariert! Jota komplettiert Rekord-Aufbau für 24h Le Mans

Jota Sport gelingt der schnellste Aufbau eines Porsche 963 - Der LMDh-Bolide kann die 24 Stunden von Le Mans 2024 in der Hypercar-Klasse in Angriff nehmen

(Motorsport-Total.com) - Es ist vollbracht! Jota Sport hat innerhalb von 48 Stunden ein neues Porsche 963-Chassis aufgebaut. Der Bolide absolvierte am Freitagabend seinen Shakedown auf dem Flughafen direkt gegenüber dem Circuit de la Sarthe. Damit kann der Jota-Porsche #12 (Stevens/Ilott/Nato) am 24-Stunden-Rennen von Le Mans (hier im TV und Livestream verfolgen!) teilnehmen. Er wird vom achten Startplatz ins Rennen gehen.

Titel-Bild zur News: Jota Sport gelang der Wiederaufbau des Porsche 963 in weniger als 48 Stunden

Jota Sport gelang der Neuaufbau des Porsche 963 in weniger als 48 Stunden Zoom

Nach Angaben von Jota dauert der Aufbau des neuen Porsche 963-Chassis üblicherweise drei Wochen. Hypercars sind aufgrund des Hybridsystems hochkomplexe Boliden, deren Aufbau sich als deutlich schwieriger erweist.

Zudem musste Jota Sport strenge Auflagen erfüllen, die im Reglement der 24 Stunden von Le Mans festgeschrieben sind. Alle Antriebskomponenten und mechanischen Teile müssen - sofern nicht beschädigt - vom Original-Chassis stammen.

"Es ist ein tolles Gefühl, wieder im Auto zu sitzen, auch wenn es draußen etwas nass war und wir uns langsam vorarbeiten mussten", sagt Ilott. "Auch wenn der Shakedown nur kurz ist, ist es toll, das Auto ein wenig zu fahren und die Systeme zu überprüfen."

"Es ist einfach unglaublich, dass das Auto funktioniert, und ich bin dem Team sehr dankbar und stolz auf ihre heroische Arbeit, die uns so weit gebracht hat. Alles fühlt sich gut an, alles sieht gut aus - ich denke, wir sind startklar."

Ilott hatte den privat eingesetzten und beim WEC-Lauf in Spa-Francorchamps siegreichen Porsche 963 am Mittwoch zunächst für die Hyperpole qualifiziert. Doch die Freude währte nur bis Mitternacht, denn fast exakt mit dem Fallen der Zielflagge im zweiten Freien Training hatte er einen heftigen Abflug in den Esses.

"Ich habe überkorrigiert und bin in die Mauer eingeschlagen. Leider habe ich die Leitplanke und nicht die Reifenstapel getroffen", so der 25-Jährige. Nach Angaben des Teams wurde er durch einen Alarm im Cockpit abgelenkt.

Beschaffung des neuen Chassis nicht einfach

"Zuerst dachten wir, der Schaden wäre nicht so schlimm, aber bei einer genaueren Untersuchung stellten wir fest, dass die Schäden größer waren und wir das Chassis wechseln mussten. Zuerst einmal ein großes Sorry an das Team, das hat uns einen Heidenaufwand beschert."

"Das war wahrscheinlich das erste Mal, dass ich auf der Langstrecke etwas riskiert habe, deshalb habe ich mich sehr mies gefühlt. Aber als wir wussten, dass das Auto wieder aufgebaut wird, und das Team hat hart dafür gearbeitet. Die Mechaniker waren am Donnerstag sehr gut gelaunt, es hat ihnen sogar Spaß gemacht."

Für den Jota-Porsche wird das Warm-up um 12 Uhr vor dem Rennen von entscheidender Bedeutung sein. Ilott ist optimistisch: "Wir haben eine gute Abstimmung für das Auto. Alles, was wir in das neue Chassis eingebaut haben, bis auf die vordere rechte Seite, haben wir bereits verwendet. Wir wissen also, dass alles gut funktioniert."

Es war nicht einfach, ein neues Chassis zu bekommen. Porsche tat alles, um Jota den Neuaufbau zu ermöglichen, wollte aber gleichzeitig das Werksteam nicht gefährden, falls Penske am Donnerstag etwas Ähnliches passiert wäre. Am Ende wurde das Chassis eines Showcars genommen.

Jota Sport verpasste die Hyperpole, fiel aber sanft und wird das Rennen vom (achten Startplatz) in Angriff nehmen. "Wenn man so einen Unfall hat, dann war das wenigstens der beste Tag dafür", meint Ilott. 24 Stunden später wäre der Aufbau nicht mehr möglich gewesen.