Peugeot 9X8 bekommt für WEC 2024 einen Heckflügel

Aus für das Experiment ohne Heckflügel: Der Peugeot 9X8 bekommt ein komplett neues Aerodynamikpaket für 2024 mit großer Latte am Heck

(Motorsport-Total.com) - Peugeot zieht die Reißleine: Obwohl der 9X8 in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) - nicht zuletzt dank günstiger Einstufungen seit den 24 Stunden von Le Mans - nach anfänglichen Schwierigkeiten Achtungserfolge erzielt hat, wird das Le Mans-Hypercar für 2024 einen Heckflügel erhalten. Das berichten zahlreiche Medien aus verschiedenen Ländern.

Titel-Bild zur News: Der Peugeot 9X8 absolviert sein Rollout mit Änderungen am Heckbereich

Der Peugeot 9X8 bekommt 2024 ein komplett neues Aerokonzept Zoom

LMH-Boliden dürfen während ihrer Homologationszeit mit bis zu fünf sogenannten Evo-Jokern weiterentwickelt werden. Davon will Peugeot nun Gebrauch machen. Der Prozess wird aufwendig, denn das Le Mans Endurance Management, bestehend aus FIA- und ACO-Vertretern, muss den Boliden neu einstufen.

Peugeot hatte den Verzicht auf den Heckflügel bei der Präsentation des Fahrzeugs im Sommer 2021 angekündigt. Dieses Alleinstellungsmerkmal wurde in der Folge marketingtechnisch ausgeschlachtet, unter anderem mit dem Slogan "We didn't want a rear wing", also "Wir wollten keinen Heckflügel". Der Abtrieb sollte komplett am Unterboden erzeugt werden.

Doch die physikalischen Realitäten holten Peugeot schnell ein. Schon der aktuelle 9X8 erhielt zwei kleine Flügelelemente im Stil des Ferrari FXX auf den hinteren Kotflügeln. In dieser Konfiguration fährt der Bolide seit den ersten Testfahrten im Winter 2021/22.

Nach dem WEC-Debüt in Monza 2022 kämpfte Peugeot zunächst lange mit technischen Problemen, die teilweise bis heute andauern. Die stundenlange Führung und eine problemlose Fahrt über 20 Stunden in Le Mans wurden bereits als großer Erfolg gewertet, bei den 6 Stunden von Monza folgte der erste Podestplatz durch Paul di Resta, Mikkel Jensen und Jean-Eric Vergne.

Doch die 6 Stunden von Fuji waren ein Rückschlag. Obwohl der recht glatte Fuji Speedway dem Konzept des Peugeot 9X8 auf dem Papier entgegenkam und die Hybrid-Aktivierungsgeschwindigkeit von 150 auf 135 km/h reduziert wurde (andere LMH: 190 km/h), litten die Peugeots wie Ferrari unter der überraschenden Schwäche der LMH-Boliden minus Toyota. Hinzu kamen erneut technische Probleme an einem Fahrzeug.

Nach dem Podiumserfolg in Monza fuhr Peugeot in Fuji hinterher

Nach dem Podiumserfolg in Monza fuhr Peugeot in Fuji hinterher Zoom

Nun folgt ein neues Aerodynamikkonzept mit konventionellem Heckflügel und einem wahrscheinlich glatten Unterboden. Damit soll der Peugeot 9X8 künftig auf allen Strecken konkurrenzfähig sein. Buckelpisten wie Sebring liegen dem Fahrzeug konzeptbedingt gar nicht, da bei höherer Bodenfreiheit weniger Anpressdruck am Unterboden erzeugt werden kann.

Letzter 13-Zoll-Bolide

Spannend wird auch eine andere Frage, weil Peugeot in mehrfacher Hinsicht ein Außenseiter in der WEC ist. Natürlich ist der Heckflügel das Alleinstellungsmerkmal. Aber auch bei der Reifengröße geht Peugeot einen Sonderweg, der im Reglement gar nicht mehr vorgesehen ist. Das erklärt auch die niedrigeren Hybrid-Aktivierungsschwellen.

Der Peugeot 9X8 fährt rundum auf 13 Zoll (330,2 Millimeter) breiten Reifen. So wurden die Le-Mans-Hypercars ursprünglich entwickelt. Auch der Toyota GR010 Hybrid folgte in seiner ersten Iteration 2021 dieser Philosophie.

Im Sommer 2021 wurde jedoch die Konvergenz zwischen LMH- und LMDh-Fahrzeugen verkündet. Dies führte unter anderem dazu, dass die Le Mans-Hypercars dramatisch an Leistung verloren. Und da auch die LMDh-Boliden den Hybrid-Boost an der Hinterachse haben, musste das Reglement mit Aktivierungsgeschwindigkeiten für den Boost bei Allradfahrzeugen aus der WEC 2012 und 2013 aus der Schublade geholt werden.


Fotos: WEC 2023: 6 Stunden von Fuji


Damit ist das Konzept mit vier 13-Zoll-Reifen eigentlich hinfällig, da die Vorderreifen nicht mehr so viel leisten müssen. Toyota hat für die Saison 2022 bereits auf das Konzept mit 12,5 Zoll (317,5 Millimeter) vorne und 14 Zoll (355,6 Millimeter) hinten umgestellt.

Peugeot hingegen war bei der Entwicklung des 9X8 dem ursprünglichen LMH-Reglement gefolgt. Als die LMH-LMDh-Konvergenz im Juli 2021 verkündet und die Option auf 13-Zoll-Räder aus dem Reglement gestrichen wurde, war Peugeot mit der Entwicklung bereits fertig. Eine Angleichung an die Konkurrenz wäre daher auch in diesem Bereich sinnvoll.

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