Nissan stellt klar: "Wir schmeißen nicht hin"

Nissan-Motorsportchef Darren Cox erklärt, unter welchen Voraussetzungen der GT-R LM Nismo auf die Rennstrecke zurückkehrt

(Motorsport-Total.com) - Wie Nissan vor wenigen Tagen bekanntgab, wird es entgegen der ursprünglichen Planung vorerst keine weiteren Renneinsätze des GT-R LM Nismo in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) geben. Stattdessen will man sich auf Testfahrten konzentrieren, um sich ungestört den größten technischen Baustellen des LMP1-Boliden widmen zu können.

Titel-Bild zur News: Olivier Pla, Jann Mardenborough, Max Chilton

Der Nissan GT-R LM Nismo wird bis auf Weiteres nur bei Testfahrten eingesetzt Zoom

Ob der GT-R LM Nismo in dieser Saison noch Rennen fahren wird, ist offen. "Wir kommen zurück, wenn wir soweit sind, die ursprünglich angedachte Performance des Autos zu zeigen", erklärt Nissan-Motorsportchef Darren Cox im Gespräch mit 'dailysportscar.com' und merkt an: "Wenn wir in diesem Jahr noch Rennen fahren, dann ohne ERS."

Das Energierückgewinnungs-System ist die größte der zahlreichen technischen Baustellen am japanischen LMP1-Boliden mit Frontmotor und Frontantrieb. "Wir werden in diesem Jahr auch ohne ERS testen", unterstreicht Cox die Problematik und fügt hinzu: "Das Konzept für 2016 sieht vor, dass es ein neues ERS geben wird, welches die Hinterachse antreibt. Es wird dann also ein Allradauto sein."


Le Mans 2015: Die Nissan-Highlights

Blick in die Garage des LMP1-Projekts der Japaner: Wie die Piloten und Mechaniker das 24-Stunden-Rennen an der Sarthe erlebten

Der Großteil der angesprochenen Testfahrten wird laut Cox in den USA über die Bühne gehen. "Man sollte aber nicht überrascht sein, wenn wir auch in Japan oder Europa testen, denn wir sind ein global aufgestelltes Team", so der Nissan-Motorsportchef. An das Konzept des GT-R LM Nismo glaubt Cox nach wie vor. Die einzige Änderung, die er rückblickend am LMP1-Projekt vornehmen würde? "Neun Monate früher beginnen."

Trotz des ausgesprochen holprigen Projektstarts kommt ein kompletter Rückzug nicht in Frage, wie der Nissan-Motorsportchef zu verstehen gibt: "Wir schmeißen nicht hin. Die Le-Mans-Mechaniker haben sich zu recht ein paar Wochen frei genommen, aber jeder andere hat fieberhaft weitergearbeitet. Die Ingenieure, Ben (Teamchef Bowlby; Anm. d. Red.) und das Management hatten keinen Urlaub. Wir allen haben die Köpfe zusammengesteckt und darüber beraten, wie wir das Programm auf den richtigen Weg bringen können."

Neues ERS, neue Aufhängung, neue Bremsen

Das neue ERS ist in diesem Zusammenhang nur die Spitze des Eisbergs. "Darüber hinaus haben wir die Radaufhängung überarbeitet. Die Fahrer, die seitdem damit testen waren, haben bestätigt, dass das Auto die Randsteine nun deutlich besser nimmt", sagt Cox. Wobei sich natürlich die Frage stellt, was "deutlich besser" heißt, wenn man bedenkt, dass die Randsteine in Le Mans komplett gemieden werden mussten...

Harry Tincknell, Michael Krumm, Alex Buncombe

Die Randsteine waren im Juni in Le Mans für den Fronttriebler tabu Zoom

Auch am Bremssystem hat man Hand angelegt und mit Fokus auf die Kühlung der Bremsen die Produkte verschiedener Hersteller evaluiert. "Die LMP1 ist ein ganz wichtiger Teil dessen, was wir machen", unterstreicht Cox, dass er von einer Einstampfung des Projekts nichts wissen will. "Nissan ist kein Pferd, das nur einen Trick beherrscht. Wir fahren Wochenende für Wochenende auf der ganzen Welt Rennen. Sei es in Kanada mit dem Micra, in der Australischen V8-Supercar-Serie (mit dem Altima), in der Japanischen Super-GT-Serie (mit dem GT-R Nismo GT500; Anm. d. Red.) oder in Europa mit dem GT-R Nismo GT3."

"Bei unserem LMP1-Programm liegt der Fokus momentan auf der Weiterentwicklung. Das ist verständlich", sagt Cox und unterstreicht: "Wenn es eine Abschiedssaison wäre, dann würden wir nicht pausenlos weiterentwickeln und testen. Es geht uns darum, das Potenzial langfristig gesehen zu entfalten."

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