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  • 13.06.2014 · 14:28

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Le Mans: Eine Million Euro von Michelin

Michelin: Eine Million Preisgeld für energieeffiziente Sieger, LMP1-Teams allesamt auf französischen Pneus, GT-Reifen aus dem Rennsport in die Serie

(Motorsport-Total.com) - Bei den 24 Stunden von Le Mans am kommenden Wochenende geht es um viel Prestige - und mehr denn je auch um technologische Innovationen. Reifenspezialist Michelin - Partner aller LMP1-Werksteams und der führenden GT-Rennställe - nutzt die Langstreckenrennen immer auch als Testlabor für die Serienentwicklung. Ein Beispiel dafür ist der Ultra-High-Performance-Pneu MICHELIN Pilot Sport Cup 2, der als Serienreifen unter anderem beim aktuellen Ferrari 458 Speciale in der Erstausrüstung eingesetzt wird.

Michelin

Michelin stattet alles LMP1- und GT-Teams mit Reifen aus Zoom

Anlässlich des großen Showdowns in den GTE-Klassen von Le Mans blicken wir auf die Wechselwirkung zwischen Rennsport und Serie. Genau diesen Transfer will die Premiummarke in Le Mans auch auf andere Weise stärken: Bei den 24 Stunden von Le Mans schreibt das Unternehmen den MICHELIN Total Performance Award aus. Wer Speed, Konstanz, Energieeffizienz und sparsamen Umgang mit den Rennreifen auf den Punkt bringt, kann eine Million Euro gewinnen.

Die Wahl des Reifenausrüsters bei den 24 Stunden von Le Mans und den weiteren Läufen zur Langstrecken-Weltmeisterschaft ist freigestellt - doch alle Favoriten auf den Gesamtsieg und auf Erfolge in den GT-Klassen vertrauen auf Rennreifen aus Clermont-Ferrand. In der Top-Kategorie der LMP1-Prototypen mit Hybridantrieben startet Michelin als Partner von Titelverteidiger Audi, WM-Spitzenreiter Toyota und Le Mans-Rückkehrer Porsche.

Für alle drei Werksteams haben die Spezialisten von Michelin Motorsport individuelle Reifen entwickelt. Trotz gleicher Basiskonstruktion weisen sie Besonderheiten im Aufbau und in den Laufflächenmischungen auf, die auf die jeweiligen Fahrzeuge und Antriebskonzepte maßgeschneidert sind. Wie zielgenau die Michelin Techniker dabei die Wünsche und Anforderungen der Rennställe treffen, zeigt der traditionelle Quervergleich: Jedes Werksteam durfte im Lauf der Entwicklung auch die Pneus der Gegner ausprobieren - doch tauschen wollte anschließend keiner. In allen Fällen funktionierten die "eigenen" Reifen auf dem eigenen Auto am besten.

GT-Boliden starten durchgehend auf Rennreifen von Michelin

Nicht nur im Kampf um den Gesamtsieg, auch in den GTE-Klassen wird in Le Mans ein engagierter Wettbewerb ausgefochten. Die auf Seriensportwagen basierenden GT-Fahrzeuge von Porsche, Ferrari, Aston Martin und Chevrolet stellen ihre Rennreifen angesichts des höheren Fahrzeuggewichts und unterschiedlicher technischer Konzeptionen vor schwierige Aufgaben.

Patrick Dempsey

Porsche-Star Patrick Dempsey hat die Reifen richtig lieb Zoom

Michelin stattet seine Partner mit Pneus aus, die einerseits vom umfangreichen Knowhow der Ingenieure in der Serienentwicklung profitieren - und deren Weiterentwicklung stets auch Großserienreifen wie den MICHELIN Pilot Sport oder den MICHELIN Pilot Super Sport positiv beeinflusst. Technologien, die sich im Rennsport bewährt haben, finden bei Michelin oft innerhalb von zwölf bis 16 Monaten ihren Weg in die Serie.

Gerade die 24 Stunden von Le Mans spielen dabei eine zentrale Rolle. Denn auf keiner anderen Rennstrecke ballen sich die Anforderungen an die Reifen ähnlich wie auf dem französischen Marathonkurs. Ständige Wechsel des Asphaltbelags, tiefe Spurrillen auf den Streckenteilen, die sonst als Landstraße dienen, häufig wechselnde Witterung, Steine und Trümmerteile entlang der Ideallinie und natürlich die hohe Dauerbelastung der Pneus sind Herausforderungen, für die Michelin als Seriensieger seit 1998 die besten Lösungen findet. Und die damit auch den Serienprodukten zugutekommen.

Schneller Transfer von der Rennstrecke in die Serie

Der Technologietransfer zwischen Rennstrecke und Straße gehört zu den wichtigsten Zielen des Motorsport-Engagements von Michelin. Im Wettbewerb gewinnt die Marke wichtige Erkenntnisse für die Entwicklung von Pneus, die sich Tag für Tag im Alltagseinsatz bewähren oder aber ganz besondere Leistungen ermöglichen.

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für die Wechselwirkung zwischen Rennerfolgen und Serientechnologien ist der neue Ultra-High-Performance-Reifen MICHELIN Pilot Sport Cup 2. Der Reifen wurde parallel mit dem seit Ende vorigen Jahres erhältlichen Ferrari 458 Speciale entwickelt und greift auf Technologien zurück, wie sie auch die GT-Rennreifen aufweisen, die beispielsweise das Michelin Partnerteam AF Corse auf seinen Ferrari 458 Italia in Le Mans einsetzt.


Patrick Dempsey im Kurzinterview

Hierzu zählt beispielsweise die Dual-Compound-Technologie, die Laufflächen mit zwei unterschiedlichen Gummimischungen ermöglicht. Ein weicherer "Compound" an den Außenseiten liefert herausragenden Grip bei scharfen Kurvenfahrten, widerstandsfähigere Elastomere auf der Innenseite fördern Lenkpräzision und Fahrstabilität. Die Gürtellagen sind aus Aramid gefertigt, einer hochdichten Kunstfaser. Durch die im Vergleich mit Stahlwicklungen fünfmal so hohe Zugfestigkeit verformt sich die Lauffläche bei hohen Geschwindigkeiten deutlich weniger.

Resultat: Die Kontaktfläche des Pneus zur Fahrbahn bleibt konstant groß, der Reifen bietet in allen Fahrzuständen den maximalen Grip. Das gleiche Ziel mit anderen Mitteln verfolgt die Innovation, die Michelin als Variable Contact Patch 3.0 bezeichnet. Sie optimiert den Druck in der Kontaktfläche des Pneus zur Fahrbahn. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass immer dieselbe Menge Gummi in Kontakt mit der Straße kommt.

Nachhaltigkeit: Schneller fahren mit weniger Ressourceneinsatz

Genau wie im täglichen Straßenverkehr oder auf rennstreckentauglichen Supersportwagen gilt auch im professionellen Motorsport: Erfolgreiche Reifen müssen immer eine ganze Bandbreite an Qualitäten aufweisen. Sie sollen schnelle Rundenzeiten ermöglichen, ihre gute Performance über lange Distanzen aufrecht erhalten, robust gegen Beschädigungen sein und bei unterschiedlichen Fahrbahnverhältnissen zuverlässigen Grip liefern. Das gilt insbesondere bei Langstreckenrennen und am allermeisten in Le Mans.

Dieses Anforderungsprofil hat Michelin jetzt in einer neuen Sonderwertung für die 24 Stunden von Le Mans auf den Punkt gebracht. Der MICHELIN Total Performance Award belohnt die beste Balance aus Speed, Konstanz, Energieeffizienz und sparsamem Umgang mit den Rennreifen. Für den Gewinner dieses Awards hat das Unternehmen eine Million Euro ausgelobt.

Das von Michelin gestiftete Preisgeld soll an eine unabhängige akademische Forschungseinrichtung gespendet werden, die sich mit innovativen Technologien befasst. Michelin fördert also nicht nur "grüne" Entwicklungen in Le Mans und bei anderen Rennen der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC, sondern auch die nachhaltige Mobilität im Alltagsverkehr.


Fotos: 24 Stunden von Le Mans


Die Anforderungen sind anspruchsvoll: Als Kandidat für den MICHELIN Total Performance Award kommt nur der Gesamtsieger der diesjährigen 24 Stunden von Le Mans in Frage. Um den Millionenscheck zu erhalten, muss der Rennsieger zudem die schnellste Rennrunde drehen, den seit 2011 bestehenden Distanzrekord von 5.410 Kilometern übertreffen, dabei mindestens 15 Prozent weniger Energie verbrauchen als die gewerteten LMP1-Fahrzeuge im Durchschnitt 2013 und mit neun oder weniger Reifensätzen über die Distanz kommen.

Gerade das letzte Kriterium lässt aufhorchen - ist aber nachweislich zu schaffen. 2011 kamen auf dem siegreichen Audi R18 TDI von André Lotterer, Marcel Fässler und Benoit Treluyer im Verlauf des 24-Stunden-Rennens nur neun Reifensätze zum Einsatz. Während der Nacht gelangen sogar fünf Stints auf den gleichen vier Slicks - dies entspricht einer Laufleistung von 750 Kilometern.

Mit geringerem Reifenverbrauch - und dank der neuen Hybridsysteme auch mit deutlich weniger Kraftstoff - genauso schnell zu fahren, senkt den Verbrauch natürlicher Ressourcen: Weniger Pneus senken den Aufwand in der Produktion, beim Transport sowie dem Recycling und sparen Energie und Rohstoffe.

Rennsport für nachhaltige Mobilität

"Wir halten die Anforderungen für ambitioniert, aber machbar", ordnet Olivier Vialle, Marketing Manager von Michelin Motorsport, die Herausforderung ein. "Zum Knacken des Distanzrekords sind natürlich günstige äußere Umstände nötig, zum Beispiel trockenes Wetter und wenige Rennunterbrechungen. Vielleicht wird der Rennsieger dieses Jahr nicht alle Bedingungen für den Award erfüllen. Falls es so kommt, wird der MICHELIN Total Performance Award 2015 und in den Jahren darauf erneut ausgeschrieben, bis einer den Preis gewinnt."


Fotostrecke: Sieger-Marken in Le Mans

Der MICHELIN Total Performance Award knüpft an andere erfolgreiche Anreizsysteme für ressourcenschonenden Rennsport an, erreicht aber eine ganz neue Größenordnung. Bereits 2009 führte der Reifenhersteller die ähnlich aufgebaute MICHELIN Green X Challenge ein, die besonders energieeffiziente Rennteams belohnte.

Die in Le Mans favorisierten Werksrennställe begrüßen den Award ausdrücklich, auch "Newcomer" Porsche. "Wir kehren dieses Jahr nach Le Mans zurück, deshalb stehen wir in der Rennwoche vor einer steilen Lernkurve", gibt Fritz Enzinger zu, der LMP1-Chef der deutschen Marke. "Genau wie Michelin legt auch Porsche großen Wert darauf, dass der Rennsport technologische Innovationen stärkt und die tägliche Mobilität voranbringt."