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Le Mans: Das neue Reglement für 2009

Le-Mans-Ausrichter ACO hat das Reglement für 2009 fixiert: Heckflügel schmaler, Motorleistung geringer und Hybridautos im Testlauf

(Motorsport-Total.com) - Der 'Autombile Club de l'Ouest' (ACO) hat das Le-Mans-Regelement für 2009 veröffentlicht und gleichzeitig einen Vorgeschmack auf 2011 geboten. Mit neuen Regeln will der ACO die Prototypen einbremsen, weil sich die Rundenzeiten bei der diesjährigen Auflage des 24-Stunden-Klassikers dramatisch verringert hatten und man immer wieder Fragen bezüglich der Sicherheit auf dem traditionsreichen Langstreckenkurs hörte. Außerdem soll durch neue Einstufungen die Chancengleichheit zwischen Dieselfahrzeugen und Benzinern hergestellt werden.

Peugeot 908 Hybrid

Der Hybrid kann kommen: Der neue Peugeot 908 HY darf schon 2009 rennen Zoom

In Zahlen ausgedrückt: Die Heckflügel der LMP1- und LMP2-Boliden werden drastisch beschnitten. Die hinteren Leitwerke dürfen ab 2009 nur noch eine Maximalbreite von 160 Zentimetern haben (bisher 200). Die Endplatten der Heckflügel müssen vollkommen glatt sein und dürfen keine zusätzlichen kleinen Wings tragen. Vor allem die Kurvengeschwindigkeiten will man mit diesen Maßnahmen deutlich senken.#w1#

Motoren bekommen weniger Luft zum atmen

Auch die Leistung der Triebwerke wird eingedämmt. Die Air-Restriktoren bei Dieselmaschinen werden um fünf Prozent verkleinert, damit die Benziner ab dem kommenden Jahr hoffentlich wieder eher auf Augenhöhe fahren können. In der LMP2-Klasse dürfen ab sofort Serienmotoren bis 4,5 Liter Hubraum verwendet werden, allerdings müssen diese vom ACO homologiert werden. Voraussetzung ist eine jährliche Fertigungszahl von 10.000 Einheiten.

Peugeot, Audi

Im Dieselduell zwischen Audi und Peugeot sollen auch Benziner mitmischen Zoom

In die GT-Klassen wird mehr Farbe kommen. Schon im kommenden Jahr dürfen jene Fahrzeuge teilnehmen, die eigentlich erst ab 2010 der neuen allgemeinen GT-Klasse angehören. Beide Sportwagenklassen müssen mit deutlichen Leistungseinschränkungen der Motoren rechnen. Einen Sonderbonus bekommt Porsche. Der 997 GT3 RSR darf in der LMS mit 25 Kilogramm weniger Gewicht rennen. Beim 24-Stunden-Rennen im kommenden Juni gilt diese Ausnahme jedoch nicht.

Auch im Boxengassen-Betrieb gibt es Veränderungen. Nach einem entsprechenden Test beim LMS-Finale in Silverstone, wird es ab 2009 nur noch zwei Mechanikern erlaubt sein, gleichzeitig den Reifenwechsel durchzuführen. Den beiden Teammitgliedern steht für ihre Arbeit dabei nur ein einziger Schlagschrauber zur Verfügung. Der ACO will damit das Wechseln der Gummis unattraktiver machen. Erhoffte Konsequenz: Die Reifen sollen härtere Mischungen haben, die Kurvengeschwindigkeiten dadurch weiter sinken. Reifenwärmer bleiben indes erlaubt.

Große Spielwiese für Hybridtechnik

Die Le-Mans-Veranstalter stoßen gleichzeitig die Tür für Hybridfahrzeuge schon für 2009 weit auf. Die Technik darf bereits im kommenden Jahr in der LMP1 zum Einsatz kommen, allerdings starten die Hybridrenner außer Konkurrenz und werden erst ab 2010 gewertet. Interessant sind die regulativen Ansätze bei der neuen Technik: Der ACO lässt den Herstellern bei der Entwicklung nahezu vollständig freie Hand. Allerdings müssen die Ideen vom ACO jeweils abgesegnet werden.

Primat Tinseau Treluyer

Bekommt Pescarolo 2009 endlich wieder Siegchancen in Le Mans? Zoom

Man beschreitet einen komplett anderen Weg als in der Formel 1. Dort dürfen die so genannten KERS lediglich den Schub des Motors während eines Bremsvorgangs speichern und anschließend pro Runde kurzfristig rund 80 Extra-PS auf die Antriebsachse schicken. Im LMP1-Reglement herrschen diesbezüglich wenig Einschränkungen. Die Energie darf sowohl vom Motor gezapft werden als auch zum Beispiel durch Wandlung der Abwärme der Bremsen.

Begrenzt ist dagegen die Energiemenge. Die in den Hochleistungs-Batterien gespeicherte Energie darf ein Megajoule (rund 0,3 KWh) nicht überschreiten. Ein Hybridfahrzeug muss laut ACO-Vorschrift allein mit Kraft eines Elektromotors die Boxengasse mit dem Limit von 60 km/h durchfahren können. Wichtigstes Ziel: Im Gegensatz zur Formel 1 hat man den Umweltaspekt in den Vordergrund gerückt.

Trend zu kleinen Triebwerken

Ein "Boost-Button" wie in anderen Serien wird in Le Mans nicht erlaubt sein. Schon im kommenden Jahr müssen die LMP1-Hybridfahrzeuge ihren Durst einschränken. Bei Benzinern ist der Tankinhalt auf 80 Liter brenzt, Dieselmaschinen haben nur maximal 71 Liter an Bord. Für 2011 kündigte der ACO an, die Tankgrößen noch weiter einzuschränken (Benziner auf 75 Liter, Diesel auf 68 Liter).

Patrick Long Porsche Le Mans 2008

Sonderregelung: Porsche darf in der LMS mit 25 Kilogramm weniger fahren Zoom

In drei Jahren ist dann auch endgültig Schluss mit den gewaltigen, großvolumigen Motoren. Ab 2011 werden die V10- und V12-Triebwerke nicht mehr erlaubt sein, die maximale Zylinderzahl liegt dann bei acht. Die Benziner-Saugmotoren dürfen dann höchsten 3,4 Liter Hubraum haben, alternativ können 2-Liter-Turbomotoren eingesetzt werden. Die Turbodiesel-Direkteinspritzer werden auf 3,7 Liter Hubraum begrenzt. In der LMP2-Klasse wird dann der Vier-Liter-Motor annähernd zum Standard, das Mindestgewicht der kleinen Prototypen wird auf 900 Kilogramm angehoben.

Bei allen ACO-Regeln gilt: Die Veranstalter und Verantwortlichen werden - wie bereits angekündigt - die Entwicklungen in der neuen Saison der Le-Mans-Series (LMS) genau beobachten und gegebenenfalls noch einmal Anpassungen vornehmen. Mit aller Macht will man für die 2009er Auflage des 24-Stunden-Rennens für Chancengleichheit und Sicherheit auf der Strecke sorgen. Auch beim Thema Hybrid will man möglicherweise noch Einschränkungen folgen lassen.

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