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ACO plant neues Reglement für 2009

Zwischen Dieseln und Benzinern soll Chancengleichheit erreicht werden - Mit neuen Vorgaben für die Aerodynamik soll es weniger Abflüge geben

(Motorsport-Total.com) - Das Le-Mans-Wochenende 2008 hat gerade erst begonnen, doch beim Veranstalter ACO macht man sich bereits Gedanken für das nächste Jahr. Änderungen am Reglement sollen zum einen helfen, die sich häufenden Abflüge bei den Prototypen zu verhindern. Zudem möchte der ACO dafür sorgen, dass die Benziner künftig wieder mehr Chancen gegen die Diesel-Giganten von Audi und Peugeot haben. Zu deutlich zeigt sich, dass in der LMP1 die Benziner gegen die Dieselboliden unter normalen Bedingungen keinen Stich machen können.

Audi R10 TDI

Die Diesel von Audi und Peugeot sollen im nächsten Jahr eingebremst werden Zoom

"Wenn Hersteller involviert sind, arbeiten sie sehr hart, aber wir möchten, dass alle eine gleiche Ausgangslage haben", wurde ACO-Sportdirektor Daniel Poissenot von 'autosport.com' zitiert. "Wir möchten in den einzelnen Klassen keine Unterkategorien. Wir werden neue Regeln für die Air-Restriktoren einführen, um zwischen Benzinern und Dieseln für Chancengleichheit zu sorgen. Das ist was wir wollen und das ist, was wir im nächsten Jahr umsetzen wollen."#w1#

Poissenot kündigte an, dass es wohl nicht bei einem neuen Reglement für Air-Restriktoren bleiben wird. Die Leistung eines Fahrzeugs hänge schließlich nicht nur von der Art des Kraftsstoffs ab. "Peugeot und Audi haben sehr viel Arbeit in ihre Fahrzeuge gesteckt und wir sehen nun die Ergebnisse. Sie haben außergewöhnliche Autos gebaut", sagte der ACO-Sportdirektor. "Die Perfomance eines Autos hängt von vielen Faktoren ab. Deshalb müssen wir alle eingehend untersuchen, bevor wir endgültige Entscheidungen treffen."

Kurvenspeed soll reduziert werden

Besorgt ist man beim ACO nicht nur über die Dominanz der Diesel-Giganten. Auch die Tatsache, dass sich jene schweren Unfälle häufen, bei denen die Prototypen in die Luft abheben, ruft die Regelmacher auf den Plan. Seit März gab es sechs solcher Unfälle, der bisher letzte ereignete sich im gestrigen ersten Qualifying, als der Kruse-Lola von Hideki Noda abhob. Dieses Problem sei zu lösen, indem man den Kurvenspeed reduziere, erklärte Poissenot. Die Auto seien einfach inzwischen zu schnell.

"Alle Aero-Teile am Fahrzeugboden werden 2009 verboten." Daniel Poissenot

"Solche Abflüge sind ein neues Phänomen, da wir das Reglement für dieses Jahr nicht geändert haben", so der Franzose. Das Reglement passt nicht mehr zu den Geschwindigkeiten, die heutzutage gefahren werden. "Wir haben im Qualifying eine Rundenzeit von 3:18 Minuten gesehen", erklärte Poissenot. "Wir werden die Leistung der Autos beschränken, aber wir werden dabei auch die Rennzeiten in Betracht ziehen, da die Qualifyingzeiten allein nicht genau genug sind."

Ziel des neuen Reglements sei, die Downforce und damit die Kurvengeschwindigkeit zu reduzieren: "Alle Aero-Teile am Fahrzeugboden werden 2009 verboten", kündigte Poissenot an. Für 2010 sollen dann weitere Regeländerungen erarbeitet werden. Geplant ist unter anderem der Einsatz von Energie-Rückgewinnungssystemen. Auch der Seitenaufprallschutz der Boliden soll optimiert werden.

Es soll keine bösen Überraschungen geben

"Wir werden im Winter viel in Richtung 2010 arbeiten, aber wir möchten für drei oder vier Jahre Stabilität, damit keiner böse Überraschungen erlebt", so der Sportdirektor des ACO. "Die aktuellen Autos werden auch weiter erlaubt sein, aber wir müssen daran arbeiten, dass sie und die neuen Fahrzeuge die gleiche Performance zeigen können."

Audi wäre von den geplanten Änderungen mit dem R10 TDI - ebenso wie Peugeot - doppelt betroffen. Man würde nicht nur als Diesel eingebremst, sondern müsse auch die Aerodynamik des Boliden überarbeiten. Diese Faktoren geben den Spekulationen zusätzliche Nahrung, nach denen die Ingolstädter nun planen, den R10 TDI nach drei Jahren auszumustern und für 2009 gleich ein neues Auto zu bauen. Direkt dementiert hat das im Audi-Lager ohnehin noch niemand.

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