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  • 17.10.2011 · 15:15

  • von Roman Wittemeier

Langstrecken-WM: Welche Piloten angelt sich Toyota?

In der neuen Langstrecken-WM ab 2012 bekommen Audi und Peugeot endlich ernsthafte Konkurrenz von einem Benziner-Team: Wen setzt Toyota ins neue Auto?

(Motorsport-Total.com) - Die Dieselflundern von Audi und Peugeot werden im kommenden Jahr ernsthafte Konkurrenz von einem renommierten Werk bekommen. Toyota hat die Rückkehr in den Langstreckensport bekanntgegeben. Die Japaner werden mit einem brandneuen LMP1-Coupé samt Benziner-Hybrid antreten. Für die beiden bisherigen Platzhirsche dürfte es ab 2012 somit etwas ungemütlicher werden. Nicht nur Toyota, sondern auch Strakka (HPD) gilt als Team mit guten Aussichten.

Toyota GT-One TS020

Mit dem GT-One scheiterte Toyota 1998 und 1999 denkbar knapp in Le Mans

Doch im Zentrum des Interesses stehen derzeit die Japaner, deren Chassis in Köln entworfen und gebaut wird. Im kommenden Jahr will man erste Einsätze im Rahmen der WM absolvieren, der Start bei den 24 Stunden von Le Mans gilt als sicher. Doch bis dorthin gibt es viel Arbeit zu erledigen. Ein erfolgreicher Prototyp entsteht nicht auf dem Zeichenbrett allein, sondern es müssen zahlreiche Tests absolviert werden. Die große Frage: Welche Piloten sollen die Entwicklungstests und Renneinsätze absolvieren?

"Es gibt eine Weltmeisterschaft und ich will Weltmeister werden, ganz einfach. Mit welchem Pferd ich das nächstes Jahr erreichen kann, ist noch nicht ganz fest", sagt beispielsweise Alexander Wurz im 'ORF' über seine zukünftigen Pläne. "Natürlich spreche ich mit Peugeot", so der Österreicher. Aber es stehen offenbar weitere Türen offen: "Es gibt Optionen, aber mehr kann ich dazu noch nicht sagen." Als Entwickler von bestem Ruf dürfte Wurz für die Japaner ein Wunschkandidat sein.

Beim aktuellen Arbeitgeber von Wurz (Peugeot) stehen einige andere Piloten für 2012 auf der Kippe. Marc Gene, Pedro Lamy und Nicolas Minassian gelten als Wackelkandidaten. "Wenn ich an Toyotas Stelle wäre, dann würde ich versuchen, mir einige Piloten von Audi und Peugeot zu holen. Das könnte wertvolle Entwicklungszeit sparen", rät Franck Montagny, der 2007 als Testfahrer des Toyota-Formel-1-Teams aktiv war.


Fotos: ALMS/ILMC in Road Atlanta


"Es gibt bei Toyota immer noch viele Leute aus der Formel-1-Zeit", so der französische Peugeot-Werkspilot. "Als ich damals bei Toyota war, da stand der GT-One-Prototyp in der Eingangshalle des Werks in Köln. Aber niemand sprach damals über die 24 Stunden von Le Mans. Es war ein 'kleiner Werksunfall', den man lieber verschwieg", so Montagny auf 'lemans.org'. Mit dem GT-One hatte man 1998 und vor allem 1999 den Sieg an der Sarthe vor Augen, verlor ihn jedoch jeweils mit viel Pech.

"Die Langstrecken-WM verspricht großartig zu werden", freut sich Montagny. "Die drei beteiligten Hersteller wollen um jeden Preis zeigen, dass sie die jeweils beste Technologie am Start haben. Wir Piloten werden immer wieder neue Lösungen austesten. Das erinnert mich an meine Zeit als Testpilot des Renault-Formel-1-Teams. Damals hatten wir jede Woche unglaublich viel Testarbeit." Ein Wettrüsten wird erwartet. Im Rahmen dessen spielen die erfahrenen Piloten aus der LMP1-Szene eine Schlüsselrolle.

Wolfgang Ullrich (Audi Sportchef)

Andre Lotterer steht bei Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich hoch im Kurs Zoom

Neben Wurz dürften also auch viele andere Fahrer auf der Wunschliste von Toyota stehen. Womöglich gehört dazu auch der Audi-Held Andre Lotterer, der im Juni den Sieg für die Ingolstädter in Le Mans absicherte. Der gebürtige Duisburger ist in Japan seit vielen Jahren mit Tom's-Toyota liiert, fuhr zuletzt für die Toyota-Nobelmarke Lexus in der Super-GT-Serie. Lotterer hatte Audi 2011 den Sieg an der Sarthe mit fulminanten Schlussstints gesichert. Der Hersteller dürfte alles versuchen, um ihn im Team zu halten.

Auch Neel Jani gilt als Kandidat. "Ich habe noch nichts für 2012 unterschrieben. Man muss auch mal sehen, wie viele Rennen Toyota im ersten Jahr bestreiten will", sagt Jani auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com'. Der Schweizer durfte Toyotas Entwicklung mit Rebellion aus erster Hand erleben. "Es gibt derzeit einige Optionen. Es wird in der Langstreckenszene immer besser. Jeden Tag kommen neue Möglichkeiten hinzu", sagt Jani, der am Dienstag die neue Formel-1-Strecke in Indien am Steuer eines Red Bull offiziell eröffnen darf.

Der Deutsche Stefan Mücke hat ebenfalls noch keinen Vertrag für 2012 in der Tasche. Bei seinem bisherigen Arbeitgeber Aston Martin steht noch nicht fest, was aus dem enttäuschenden LMP1-Projekt mit dem Titel "AMR-One" wird. "In ungefähr zwei Wochen kann man vielleicht schon mehr sagen", erklärt der Berliner und lässt sich bezüglich seiner Zukunft in der Langstreckenszene noch nicht in die Karten schauen.

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