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  • 24.04.2016 · 17:01

  • von Heiko Stritzke & Roman Wittemeier

Jörg Zander: Token in der LMP1 wären totaler Quatsch

Das WEC-intern angesprochene Tokensystem für die LMP1-Klasse findet immer weniger Anklang - Audis Technikchef Jörg Zander hat eine klare Meinung

(Motorsport-Total.com) - Die Diskussionen um eine sinnvolle Kostenreduktion in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) für die Zukunft gingen hinter verschlossenen Türen auch beim Saisonauftakt in Silverstone weiter. Noch immer ist dabei ein Tokensystem ein Thema, dass also LMP1-Hersteller ihre Fahrzeuge in gewissen Bereichen weiterentwickeln dürfen. Die Begeisterung hielt sich schon beim Prolog in Le Castellet im Fahrerlager in Grenzen und auch in Silverstone hat sich die Stimmung nicht verändert.

Jörg Zander

Für Jörg Zander sind Token keine Lösung Zoom

"Das ist für mich in der LMP1 nicht anwendbar", wundert sich Jörg Zander, Technikchef bei Audi, im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. Seiner Meinung nach helfe auch ein Tokensystem nicht über den Konflikt Hochtechnologie vs. Kostenreduktion hinweg. "Wir kontrollieren es zum Teil ohnehin selber. Niemand entwickelt in der LMP1 jedes Jahr ein neues Monocoque. Das ist gar nicht der Anspruch." Darin besteht bereits ein zentraler Unterschied zur Formel 1. Überhaupt könne ein Tokensystem seiner Meinung erst etabliert werden, wenn die Regularien über Jahre stabil bleiben.

Das ist in der WEC jedoch nicht der Fall. Für 2018 wird das LMP1-Regelment weiterentwickelt: Neue Sicherheitsvorschriften treffen auf eine neue 10MJ-Klasse und die Freigabe für ein drittes Hybridsystem. Und Fortschritt kostet nun einmal Geld: "Wenn ich diese Möglichkeiten ab 2018 schaffen will, dann muss so etwas doch irgendwoher kommen. Das muss man entsprechend entwickeln."

"Wir haben es mit hochkomplexen elektrochemischen Systemen zu tun, die nicht von der Stange kommen", so der 52-Jährige weiter. "Die Expertise ist international extrem rar gesät. Da spielt auch die Sicherheit eine große Rolle, denn wir haben es mit Hochvolt-Systemen zu tun. Wenn wir dann stupide Diskussionen über beispielsweise die Anzahl von Testtagen führen, dann macht das überhaupt keinen Sinn."


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Die WEC ist mit den konventionellen Möglichkeiten zur Kostenreduktion ohnehin am Limit angekommen. Weniger als 43 Testtage sind für ein Werksteam, das die kompliziertesten Rennwagen aller Zeiten auf ein 24-Stunden-Rennen vorbereiten soll, nicht mehr machbar. Auch die Windkanalstunden und Personalbeschränkungen sind am unteren Limit angekommen. Unter 100 Millionen Euro Jahresbudget läuft in der LMP1-Szene trotzdem nichts.

Zander erklärt, warum keine weiteren Reduktionen mehr machbar sind: "Wir wollen, dass die Autos fahren und tolles Racing bieten. Wenn wegen Einschränkungen die Fahrzeuge nicht sicher sind, dann hat keiner etwas davon. Auch nicht, wenn die Autos wegen Unzuverlässigkeit alle Nase lang in der Garage stehen, denn dann haben wir kein Racing. Da muss man höllisch aufpassen." Dass das Tokensystem wirklich kommt, wird also immer unwahrscheinlicher.

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