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24h Le Mans: Weitere LMH- und LMDh-Einstiege erwartet

Alpine wird seine Zukunft in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) bei den 24h Le Mans 2021 verkünden - Mehrere Hersteller folgen dem Hypercar-Boom

(Motorsport-Total.com) - Die boomende Hypercar-Klasse der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) und IMSA SportsCar Championship steht vor weiterem Zuwachs. Alpine wird bei den 24 Stunden von Le Mans 2021 ein Engagement in der Kategorie verkünden, das das momentan laufende Programm mit einem LMP1-"Altwagen" beerben wird.

Mike Conway, Kamui Kobayashi, Gruppenfoto

In der Hypercar-Klasse wird es gegen Mitte der 2020er-Jahre richtig voll Zoom

Wahrscheinlich ist ein Einstieg nach LMDh-Philosophie weiterhin in Kooperation mit Signatech. Alpine schlägt mit einer großen Abordnung in Le Mans auf und wird unterem seinen Formel-1-Boliden vorführen.

Die Zeichen deuteten schon seit einiger darauf hin. Denn Alpine hat sich angesichts seines teils eklatanten Nachteils in der Stintlänge in der WEC bislang so sehr zurückgehalten, dass es schon auffällig gewesen ist. Bei einem kurzfristigen Engagement hätte der Renault-Ableger wesentlich aggressiver darauf gepocht, diesen Nachteil auszugleichen.

Die spannende Frage bleibt, ab wann das Engagement gelten wird. 2022 ist zu kurzfristig, selbst wenn man schon mit Studien begonnen haben sollte. Entweder hängt man noch eine Saison mit dem LMP1 dran (der ACO würde sich einer Verlängerung der Homologation sicherlich nicht in den Weg stellen) oder legt ein Sabbatjahr ein, um sich auf die Entwicklung zu konzentrieren.

Asien auf dem Weg nach Le Mans

Der Herdentrieb bei den Herstellern hat längst eingesetzt. Informationen von 'Motorsport-Total.com' zufolge sind auch zwei Hersteller aus dem asiatischen Raum, namentlich Tata (Indien) und Geely (China) ernsthaft an der Klasse interessiert.

Natürlich ist die erste Assoziation bei Tata, dass man Jaguar nach Le Mans zurückbringen könnte. Allerdings soll Jaguar/Land Rover bis 2030 zur reinen Elektromarke werden.

Davy Jones, Raul Boesel, Michel Ferte

Ein Comeback von Jaguar wäre ein Traum, widerspricht jedoch den Zielen der Marke Zoom

Ansonsten verfügt der Tata-Konzern jedoch über keine PKW-Marken. Lediglich der Name Daewoo ist noch halbwegs bekannt, allerdings hat sich die südkoreanische Marke mittlerweile auf Nutzfahrzeuge spezialisiert. Andererseits geht oder ging das Konkurrenzunternehmen Mahindra mit der Eigenmarke in der Moto3 und Formel E an den Start, obwohl diese nur Geländewagen und Pick-ups produziert.

Geely wiederum ist in Europa als Eigenmarke ziemlich unbekannt, verfügt aber über ein großes Portfolio an Markennamen. Dazu gehören Volvo inklusive Polestar, Lynk & Co (manchem vielleicht aus dem Tourenwagen-Weltcup WTCR bekannt) und Lotus. Letztere Marke wäre natürlich für ein Le-Mans-Engagement prädestiniert.

Wer kommt sonst noch?

General Motors hat sich inzwischen für Cadillac als Prototypenmarke entschieden und wird seinem DPi-Engagement eines in der LMDh folgen lassen. Ganassi wird das Engagement ausbauen. 'Sportscar365' zufolge sollte das Engagement schon in Le Mans verkündet werden, wurde dann aber doch wieder zurückgezogen.

Das kann daran liegen, das man Gefahr gelaufen wäre, gegen die Alpine-Verkündung in Frankreich unterzugehen. Andererseits muss GM derzeit seine Motorsportabteilung umkrempeln. Nach dem kurzfristigen Aus der GTLM-Klasse in der IMSA SportsCar Championship ist man derzeit dabei, eine Kundensportabteilung für die GT3-Corvette hochzuziehen.

Als sicher gilt auch, dass Lamborghini auf den Audi-/Porsche-Zug aufspringen wird. Zum Einsatz wird auch hier das Multimatic-Chassis mit einem 4,4-Liter-V8-Turbomotor kommen, der im Volkswagen-Konzern universell eingesetzt wird und bei Lamborghini im Urus verbaut ist.

Felipe Nasr

Das Cadillac-Engagement gilt mittlerweile als gesichert Zoom

Als vierte VW-Marke könnte auch Bentley mit demselben Konzept einsteigen. Volkswagen würde so mit einfachen Mitteln eine Vielzahl von Marken nach Le Mans schicken und somit auch seine universelle, markenübergreifende Strategie aus der Realität auf der Rennstrecke abbilden. Besonders lukrativ: 2024 jährt sich der Sieg von 1924 zum 100. Mal. Sicher ist das aber momentan nicht.

Weiterhin in der Schwebe hängt ein möglicher McLaren-Einstieg. Zak Brown hatte bereits Ende 2019 klargestellt, dass man nur nach LMDh-Regularien (damals noch DPi 2.0) einsteigen würde. Danach meldete er Bedenken über das Balancing zwischen LMH- und LMDh-Fahrzeugen an.

'Daily Sportscar' könnte nun auf den Grund für die Verzögerungstaktik gestoßen sein. Dem britischen Magazin zufolge soll der V8-Turbomotor, der sämtliche McLaren-Straßenfahrzeuge antreibt, nicht in die Regularien passen. Was genau nicht passt, wird aber nicht verraten.

Zu wenig Chassis für LMDh-Interessenten?

Eher ruhig geworden ist es derzeit um das Interesse von Hyundai. Ford hatte sich schon seit längerer Zeit aus den Diskussionen ausgeklinkt. Mercedes-Benz und Nissan werden sich aufgrund von Traumata aus den Jahren 1999 und 2015 vorerst nicht in Le Mans blicken lassen.

Problematisch ist auch, dass auf LMDh-Seite schlicht und einfach die Chassis ausgehen. Der ACO hält weiter eisern an der Philosophie fest, nur vier LMP2-Chassishersteller zuzulassen. Wer das Exklusivrecht auf eine LMDh-Basis haben will, ist jetzt bereits zu spät dran. Als Alternative bliebe das teurere Le-Mans-Hypercar oder das Teilen einer Plattform mit einem anderen Hersteller. Oreca ist bereit, mit mehreren Herstellern zusammenzuarbeiten.

Allerdings müssen auch die Produktionskapazitäten bedacht werden. Es gilt, Werks- und Kundenfahrzeuge zu produzieren und dann ab 2024 auch noch die neue LMP2-Generation.

Dennoch gibt es momentan die Aussicht auf ein Dutzend Hersteller. Sicher ist, dass 2023 mit Toyota, Peugeot und Ferrari auf LMH-Seite sowie Audi, BMW, Porsche, Alpine, Cadillac und Honda/Acura auf Seiten der LMDh-Philosophie sowie Glickenhaus und ByKolles (beide LMH) zumindest theoretisch die Chance auf mehr als zehn Hersteller besteht. Wer dann wirklich dabei die Nennung für Le Mans einreicht, bleibt abzuwarten.

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