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24h Le Mans ändern Safety-Car-Regularien erneut

Ein Jahr nach der kontroversen Änderung werden die SC-Prozeduren bei den 24 Stunden von Le Mans erneut geändert - Sonderregelung für letzte 60 Minuten

(Motorsport-Total.com) - Der sogenannte "Backdrop" hinter dem Safety-Car bei den 24 Stunden von Le Mans wird 2024 abgeschafft. In einem neuen Reglementsentwurf, der Motorsport-Total.com vorliegt, wird das SC-Verfahren deutlich überarbeitet. Es nimmt nun ganze zehn Seiten im Sportlichen Reglement ein. Zudem gibt es eine Sonderregelung für die letzte Rennstunde.

Titel-Bild zur News: Die umstrittene Safety-Car-Novelle von 2023 wird teilweise entschärft

Die umstrittene Safety-Car-Novelle von 2023 wird teilweise entschärft Zoom

An dem Prinzip, das gesamte Feld in den ersten 23 Stunden des Rennens zusammenzuführen, ändert sich nichts. Es wird weiterhin mit drei Safety-Cars begonnen, die nach Beseitigung der Gefahr hinter einem Safety-Car zusammengeführt werden.

Auch der "Pass around", besser bekannt aus dem US-Motorsport als "Wave-by", bleibt von der Novelle unberührt. Das bedeutet, dass Fahrzeuge, die hinter dem Safety-Car vor dem Führenden ihrer Klasse fahren, sich zurückrunden dürfen. Erst das aufwendige Sortieren der Klassen danach entfällt.

In der Praxis bedeutet dies, dass die Abstände in der Hypercar-Klasse zwar enorm schrumpfen. Eine Perlenkette wie in der IMSA SportsCar Championship entsteht beim Restart aber nicht, weil Fahrzeuge mit mehreren Runden Rückstand einen Puffer bilden. Je größer der Abstand vor dem SC war, desto mehr Fahrzeuge befinden sich tendenziell zwischen zwei Hypercars. Gleichzeitig werden die anderen Klassen nicht auseinandergerissen.

Umstrittene Regeländerung 2023

Die Reform der Safety-Car-Regeln im Vorfeld der 100. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans im Jahr 2023 wurde sowohl von Puristen als auch im Fahrerlager heftig kritisiert. Ein Vorsprung von dreieinhalb Minuten würde in Le Mans durch einen SC-Einsatz fast vollständig vernichtet, was auf normal langen Strecken nicht der Fall wäre. Die Rede war von einer "Amerikanisierung" des Rennens, die nicht zum Charakter der 24 Stunden von Le Mans passe.

Der ACO reagiert darauf nun mit einer Sonderregelung, die allerdings nur für die letzten 60 Minuten des Rennens gilt. Um zu verhindern, dass das Rennen in einem Sprint entschieden wird, bleibt es dann bei drei Safety-Cars, was die Abstände größer hält, wenn sie vorher schon groß waren.

Das Reglement wurde vom ACO im vergangenen Jahr stark überarbeitet, um zu verhindern, dass die kleineren Klassen durch den Einsatz von drei Safety-Cars auseinandergerissen werden. Vor allem die GTE-Pro-Klasse wurde immer wieder auseinandergerissen, weil einige Fahrzeuge noch einen Safety-Car-Zug "erwischten".


Rennhighlights 24h Le Mans 2023

Andere, die nur knapp dahinter lagen, wurden vom nächsten Safety-Car eingefangen. Sie befanden sich im vorderen Teil des nächsten Zuges und hatten nach dem Restart plötzlich einen Rückstand von rund 1:15 Minuten auf die vor ihnen liegenden Fahrzeuge, selbst wenn sie vorher nur knapp hinter diesen lagen.

Kritiker des neuen Systems argumentierten jedoch, der ACO habe sich die Chance auf ein Blockbuster-Finale für die TV-Sender nicht entgehen lassen wollen, das dem Langstreckenklassiker absolut unangemessen sei. Zumal das Reglement zu einem Zeitpunkt geändert wurde, als es die LMGTE Pro nicht mehr gab und die LMP2 wegen des bereits absehbaren WEC-Aus nicht mehr so hart umkämpft sein würde wie bisher.


Fotos: WEC 2023: 24 Stunden von Le Mans


Zumindest diesen Gerüchten tritt der ACO mit seiner jüngsten Regeländerung entgegen. Es bleibt aber dabei, dass die Abstände theoretisch bis eine Stunde vor Schluss nahezu aufgehoben werden können, wenn vor Ablauf dieser Marke ein Safety-Car auf die Strecke geschickt wird.

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