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Le Mans: Kawasaki triumphiert erstmals seit 1999

18. April 2010 - 19:06 Uhr

Die Kawasaki-Mannschaft um Julien da Costa, Olivier Four und Grégory Leblanc hat das 24-Stunden-Rennen in Le Mans souverän für sich entschieden

Le Mans
92.000 Bike-Fans ließen sich das Spektakel Le Mans 2010 nicht entgehen
© Yoann Boulay/ACO

(Motorsport-Total.com) - Die doppelte Hatz rund um die Uhr ist beendet und Kawasaki jubelt: Julien da Costa, Olivier Four und Grégory Leblanc bescherten dem japanischen Motorradhersteller nach 24 aufregenden Stunden einen souveränen Gesamtsieg in Le Mans. Das Trio legte auf dem Bugatti-Circuit insgesamt 3.465 Kilometer zurück und verwies die Vorjahressieger von Yamaha vor 92.000 Zuschauern auf Position zwei.

Im Ziel hatten da Costa, Four und Leblanc - allesamt französische Motorradfahrer - nach 828 absolvierten Umläufen satte elf Runden Vorsprung auf die schärfsten Verfolger. Die Sieger brachten es auf eine Durchschnitts-Geschwindigkeit von 144,4 km/h und eroberten den neunten Kawasaki-Erfolg in Le Mans. Erst zum zweiten Mal nach 2005 war Pirelli als Reifenausrüster erfolgreich.

Drei Marken teilen sich das Podium

Während das siegreiche Kawasaki-Trio von größeren Problemen weitestgehend verschont blieb, erwischte es die Vorjahressiege von Yamaha Austria (YART) vor allem in der Schlussphase: Igor Jerman, Steve Martin und Gwen Gabbani mussten seit den frühen Morgenstunden regelmäßig an der Box vorstellig werden, weil ihr Bike zu überhitzen drohte. Suzuki konnte davon aber nicht profitieren.

Gregory Junod, Greg Black und Olivier Depoorter brachten vier Runden weniger als YART zusammen und kletterten auf die dritte Stufe des Siegertreppchens von Le Mans - auf dem nicht weniger als drei verschiedene Motorrad- und mit Pirelli, Michelin und Dunlop auch drei unterschiedliche Reifenmarken präsent waren. Als bestes Bridgestone-Team wurde Yamaha Frankreich auf Rang vier abgewinkt.

"An diesem Wochenende hatten wir keine Chance auf den Sieg", gesteht Teammanager Christophe Guyot. "Wir freuen uns aber sehr darüber, dass wir die Zielflagge gesehen haben. Zuletzt waren wir in Le Mans nämlich zweimal nicht über die Distanz gekommen." David Checa, Gregorio Lavilla und Kenny Foray setzten sich letztendlich gegen Frédéric Jond, Éric Mizera und William Grare (Suzuki) durch.

Einige Ausfälle in den Morgenstunden

Verliefen die ersten Rennstunden auf dem 4,185 Kilometer langen Bugatti-Circuit von Le Mans noch vergleichsweise ruhig, so ging es in den frühen Morgenstunden zum Teil überaus turbulent zur Sache und die Ereignisse überschlugen sich. So hielt sich das National-Motos-Team (Honda) lange Zeit auf dem dritten Rang, musste nach einem Sturz und einem kurzen Feuer aber viele Federn lassen.

Die Honda-Truppe kehrte nach dem Malheur noch einmal zurück auf die Rennstrecke, musste sich unterm Strich aber mit dem 31. Gesamtrang zufrieden geben. Nicht viel besser erging es der Suzuki-Mannschaft von Sapeurs-Pompiers: An vierter Stelle liegend ereilten den Rennstall einige Probleme an der Kraftübertragung, bevor der Motor des Motorrads seinen Dienst quittierte - Platz 30.

Weitere Mitfavoriten mussten indes schon vor Halbzeit des Rennens absteigen und die doppelte Hatz um die Uhr endgültig beenden. Das BMW Michelin Team lag nach drei Stunden auf dem fünften Platz, wurde am späten Abend von heftigen Schwierigkeiten heimgesucht, die in umfangreichen Problemen an der Elektronik mündeten. Immerhin: Sébastien Gimbert fuhr in 1:38.425 Minuten zur Bestzeit.

Einige Mannschaften mussten darüber hinaus der hohen Anfangsgeschwindigkeit Tribut zollen. So zählte SERT-Suzuki mit Vincent Philippe zu Beginn des Rennens zu den Tempomachern, ein Sturz kostete Giullaume Dietrich aber etwas Zeit - Victor Carrasco (Yamaha) konnte nicht mehr rechtzeitig ausweichen und kollidierte mit seinem Rivalen. Damit waren beide Teams aus dem Rennen.

Das Rennergebnis in der Übersicht (Top 10):

01. Da Costa/Four/Leblanc (Kawasaki) - 828 Runden
02. Jerman/Martin/Giabbani (Yamaha) + 11 Runden zurück
03. Junod/Black/Depoorter (Suzuki) + 15
04. Checa/Lavilla/Foray (Yamaha) + 20
05. Jond/Mizera/Grare (Suzuki) + 25
06. Saiger/Stamm/Chabosseau (Kawasaki) + 26
07. Delhalle/Cudlin/Al Mannai (Suzuki) + 27
08. Bocquet/Humeau/Muteau (Suzuki) + 31
09. Dupuis/Holub/Hiernaux (Kawasaki) + 35
10. Michel/Huvier/Cheron (Metiss) + 35

Schnellste Rennrunde:
Gimbert/Nigon/Stey (BMW) in 1:38.425 Minuten in Runde 122

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