Formel-1-Verkauf weckt Hoffnungen in Silverstone und Austin

Die Streckenbetreiber in Silverstone und Austin hoffen, dass die neuen Formel-1-Besitzer Liberty Media einige Daumenschrauben lockert

(Motorsport-Total.com) - Der Besitz- und Machtwechsel in der Formel 1 weckt bei einigen Streckenbetreibern Hoffnungen auf bessere Zeiten. In Silverstone und Austin hofft man, dass die "Knebelverträge" aus der Ära von Bernie Ecclestone, die vielen Veranstaltern die profitable Ausrichtung eines Formel-1-Grand-Prix erschwert haben, bald der Vergangenheit angehören. "Montag hat sich das Antlitz von 2017 auf jeden Fall gewandelt", sagt Derek Warwick im Interview mit 'Sky Sports News HQ'.

Titel-Bild zur News: Silverstone

In Silverstone herrscht nach dem Machtwechsel Aufbruchstimmung Zoom

Der ehemalige Grand-Prix-Pilot ist Präsident des British Racing Drivers' Club (BRDC), dem der Kurs in Silverstone gehört. In dieser Funktion kämpft Warwick aktuell um die Zukunft der britischen Grand Prix. Trotz ausverkaufter Tribünen schrieb das Rennen immer wieder Verluste, weshalb der BRDC gedroht hatte, vorzeitig aus dem noch bis 2026 laufenden Vertrag auszusteigen.

Nach der Übernahmen der Formel 1 durch Liberty Media und der Ablösung Ecclestones durch Chase Carey hofft Warwick nun auf ein Entgegenkommen, welches Carey ihm gegenüber bereits angedeutet habe. "Er hat uns gesagt, dass er einige Einschränkungen hinsichtlich Merchandising, Vermarktung oder Sponsoren lockern könnte, die uns Bernie in den vergangenen Jahren auferlegt hat."

Warwick verweist in diesem Zusammenhang auf die Verträge anderer Strecken, die den Veranstaltern mehr Flexibilität ermöglichten. Außerdem sei Silverstone als Austragungsort in Großbritannien alternativlos. "Es gibt in Großbritannien keine andere Strecke, die ohne große Investitionen einen Grand Prix ausrichten könnte. Und da spreche ich von hunderten Millionen", so Warwick.

Ähnlich hoffnungsvoll blicken auch die Betreiber des Circuit of The Americas in Austin auf den Machtwechsel in der Formel 1. Streckenchef Bobby Epstein glaubt zwar nicht, dass er aus dem noch bis 2021 laufenden Vertrag ohne weiteres herauskommt, sagt aber gegenüber 'SBD Global': "Ich denke Liberty hat die Schwachstellen in der Infrastruktur des Sports erkannt. Hoffentlich finden sie Wege, um den Veranstaltern zu helfen."

Nachdem nun ein US-Unternehmen die Mehrheit an der Formel 1 übernommen hat, hofft Epstein auch auf deutlich mehr Unterstützung bei der Vermarktung der Serie in den USA. Zum Beispiel durch eine Verschiebung von Startzeiten. "Wenn die Rennen in Europa später starten würden, würden sie in den USA zu einer besseren Sendezeit laufen."