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Concorde: Teamchefs widersprechen Ecclestone

Bernie Ecclestone hat noch keine kommerzielle Vereinbarung mit allen Teams erzielt und hofft auf eine Einigung mit Mercedes am Hockenheim-Wochenende

(Motorsport-Total.com) - In einem Interview mit der 'Daily Mail', das am 6. Juli veröffentlicht wurde, hat Bernie Ecclestone bekannt gegeben, dass das neue Concorde-Agreement so gut wie unter Dach und Fach ist. Es gebe "volle Zustimmung" von allen Teams: "Wir sprechen nur noch mit den Rechtsanwälten. 'Warum wurde dieses oder jenes Wort verwendet?' Typischer Anwaltskram, aber es ist alles in Ordnung. Kommerziell ist es erledigt."

Norbert Haug

Norbert Haug hat noch keinen Vertrag mit Bernie Ecclestone unterschrieben

Mit dieser Aussage dürfte sich der Formel-1-Geschäftsführer etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt haben, denn laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' hat er zwar in den vergangenen Wochen Caterham neu hinzugewonnen, doch die Unterschriften von Mercedes, HRT und Marussia fehlen nach wie vor, ebenso wie jene der FIA. Während Ecclestone auf HRT und Marussia wohl keinen großen Wert liegt, geht mit Mercedes der Streit um die Anerkennung der historischen Verdienste des Automobilherstellers weiter.

Als Vermittler zwischen Stuttgart und London wurde nun Niki Lauda eingeschaltet, dessen Einflussmöglichkeiten aber ebenfalls begrenzt zu sein scheinen. Auf die Frage von 'Motorsport-Total.com' während der heutigen Pressekonferenz, ob die anwesenden vier Teamchefs zu jenen gehören, die Ecclestones Vertragswerk unterschrieben haben, entgegnete Norbert Haug lediglich: "Ich bin keiner der vier. Ich kann nur sagen, dass wir uns in konstruktiven Diskussionen befinden. Das impliziert, dass wir noch nicht unterschrieben haben."


Luis Perez-Sala von HRT war nicht anwesend, John Booth von Marussia aber schon. "Wir haben noch kein Agreement unterschrieben", stellte er klar. Peter Sauber (Sauber) und Franz Tost (Toro Rosso) bestätigten, sich mit Ecclestone geeinigt zu haben. Letzterer scheint inzwischen eingesehen zu haben, dass er in der 'Daily Mail' voreilig war, was Mercedes angeht: "Ich bin sicher, Mercedes wird bald eine Pressemitteilung zu dem Thema veröffentlichen. Ich spreche auch in Hockenheim mit ihnen. Danach gibt es hoffentlich eine endgültige Entscheidung", wird der 81-Jährige von der 'dapd' zitiert.

Eine Zeit lang stand im Raum, dass Mercedes wegen der Benachteiligung gegenüber Ferrari, Red Bull und McLaren, was die finanziellen Konditionen ab 2013 angeht, sogar den Europäischen Gerichtshof einschalten könnte. Doch inzwischen scheint es gelungen zu sein, die ärgsten Wogen zu glätten, denn im Interview mit 'Welt Online' antwortet Haug auf die Frage, ob ein Formel-1-Ausstieg am Jahresende ein mögliches Szenario sei: "Nein." Und er unterstreicht: "Wir werden hier keine Drohkulissen aufbauen."


Fotos: Mercedes, Großer Preis von Deutschland, Freitag


Unklar bleibt, inwieweit Ecclestones Verstrickung in den Fall Gerhard Gribkowsky mit den strengen Compliance-Richtlinien des Daimler-Konzerns in Konflikt stehen könnten. Haug kann in dieser Frage keinen reinen Tisch machen, wenn er sagt: "Wir haben diesbezüglich die gleichen Regelungen wie alle möglichen Partner der Formel 1: Renault, Ferrari, FIAT, Allianz. Diese Richtlinien sind richtigerweise bindend in den Unternehmen verankert. Genauso ist es bei Daimler. Deswegen gehen wir alle sehr präzise mit diesen Vorschriften um."

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