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Suzuka schneller als 2016: Warum Red Bull mehr Zeit verliert

Der Suzuka-Rückstand Red Bulls hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt: Im Team fürchtet man, dass die neue Autogeneration daran schuld sein könnte

Max Verstappen
Red Bull hat innerhalb eines Jahres deutlich an Pace verloren
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Eine Sekunde fehlt Red Bull im Qualifying von Japan auf die Pole-Position. Eine Sekunde. Für ein Auto, das beim vergangenen Rennen in Malaysia noch aus eigener Kraft gewinnen konnte, ist der Auftritt in Suzuka eine herbe Schlappe. Zumal sich der Rückstand innerhalb eines Jahres fast verdoppelt hat. Faktoren für die plötzliche Schwäche gibt es viele: Red Bull bekam etwa die Reifen aufgrund der kühlen Temperaturen nicht in das Arbeitsfenster, doch das Problem scheint auch streckenabhängig zu bestehen.

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Eigentlich galt Suzuka einmal als Paradestrecke der Bullen. Zwischen 2009 und 2013 gewann der Rennstall mit Sebastian Vettel vier der fünf Rennen, doch von der Stärke ist nicht mehr viel zu sehen. Bei Red Bull erklärt man sich das vor allem durch die neue Fahrzeuggeneration. Weil die Boliden deutlich mehr Abtrieb als früher generieren, ist die Strecke deutlich schneller geworden.

"Ein paar Kurven können nun Vollgas gefahren werden im Vergleich zum Vorjahr, als sie noch Kurven waren", sagt Max Verstappen. "Und weil wir wissen, dass es hier viel bergauf geht und auch die Vollgas-Kurven von der Power abhängig sind, verlieren wir auf den Geraden mehr als erwartet. Das ist nicht ideal", seufzt der Niederländer.

Red Bull überrascht vom Rückstand

Ein Beispiel ist die berüchtigte 130R-Kurve. Früher war sie einmal eine Mutprobe, doch mittlerweile geht sie (wie Eau Rouge) spielerisch voll. Laut Teamchef Christian Horner verliert Red Bull von der davorliegenden Spoon-Kurve bis zur darauffolgenden Schikane eine halbe Sekunde auf die Konkurrenz. Konkret büßt Red Bull im dritten Sektor gut die Hälfte der veranschlagten Zeit ein, doch wie viel Zeit man in der Schikane gutmachen kann, weiß wohl nur das Team selbst.

"Ich dachte eigentlich, dass wir vielleicht sechs Zehntelsekunden verlieren würden", muss Daniel Ricciardo zugeben, dass ihn der große Abstand nach vorne überrascht hat, "aber wir sind weit weg von der Pace".

Und weil man wusste, dass man nach vorne nichts ausrichten können würde, der Abstand nach hinten aber meist ohnehin groß genug ist, entschied man sich bei Red Bull für eine neue Taktik im Qualifying. Man schickte beide Piloten auf unterschiedlichen Set-ups auf die Strecke. Ricciardo fuhr mit etwas weniger Abtrieb, Verstappen mit etwas mehr. Trotzdem lagen beide Piloten im Klassement nur wenige Tausendstelsekunden voneinander getrennt.

Gleiche Zeit trotz unterschiedlicher Set-ups

"Ich denke nicht, dass wir etwas besser hätten machen können", gibt Ricciardo zu Protokoll. "Obwohl Max und ich unterschiedliche Abtriebsvarianten gefahren sind, haben wir fast die gleiche Zeit gefahren, von daher denke ich nicht, dass wir irgendwo eine halbe Sekunde haben liegen lassen", so der Australier. Das heißt: Das Defizit von Red Bull ist in Suzuka echt.

Die Überlegung hinter dem Poker ist klar: "Wir waren schon gestern auf den Geraden langsam und wussten, dass das Defizit noch größer werden würde, wenn Mercedes den Motor aufdreht", so Ricciardo. "Wir dachten, dass man hier nur schwer überholen kann und dass wir zu verwundbar sein würden, wenn wir viel Abtrieb auf dem Auto lassen." Simulationen hatten aber ergeben, dass man die gleiche Rundenzeit auch mit weniger Abtrieb fahren könnte.

"Wir dachten, wenn wir es hinbekommen, auf einer Runde konkurrenzfähig zu sein, dann sollte es uns im Rennen eine bessere Chance geben, anzugreifen oder uns zu verteidigen", so der Baku-Sieger weiter. "Es ist zwar nichts garantiert, aber ich bin glücklich, dass ich im Rennen weiß, dass ich etwas mehr Speed haben werde, um meine Ellenbogen auszufahren."

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