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Kubica ohne Schmerz: Probleme macht nur die Garagenwand

Robert Kubica ist mit seinem ersten Test in einem aktuellen Formel-1-Auto zufrieden: Zwar war der Start holprig, doch Probleme gab es danach nicht - Keine Schmerzen

Robert Kubica
Robert Kubica winkt den zahlreichen Fans auf der Tribüne zu
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Robert Kubica ist zurück in der aktuellen Formel 1. Mit Spannung war der erste Testeinsatz des Polen in einem Boliden der Saison 2017 erwartet worden, der wichtige Erkenntnisse auf dem Weg zu einem möglichen Comeback nach seinem schweren Unfall 2011 bringen sollte. Kubica hatte zuvor zweimal einen alten Lotus-Boliden getestet, heute durfte er sich mit anderen Piloten auf dem Hungaroring messen.

Die reinen Fakten sehen dabei gar nicht so schlecht aus: Der 32-Jährige sicherte sich mit einer Rundenzeit von 1:18.572 Minuten Rang vier hinter den beiden Ferrari-Stammpiloten und McLarens Lando Norris und spulte dabei gleichzeitig 142 Runden ab - das sind mehr als zwei Grand-Prix-Distanzen auf dem verwinkelten Kurs von Budapest.

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Auf den Tribünen wurde der Pole schon vor der ersten Ausfahrt gefeiert. Zahlreiche Fans hatten sich auf der Haupttribüne vor die Renault-Box begeben und den Einsatz des Ex-Piloten mit Sprechchören frenetisch bejubelt. Doch die ersten Meter Kubicas verliefen zunächst nicht nach Plan: Weil er die Dimensionen seines Boliden unterschätzte, blieb er bei der Ausfahrt aus der Garage an der Seite hängen und riss dabei das Namensschild von Nico Hülkenberg mit hinunter.

Danach legte der Renault-Pilot jedoch einen blitzsauberen Arbeitstag hin. Kubica tastete sich ans Limit und lag am Mittag mit 1:19.681 Minuten auf dem siebten Rang. Am Nachmittag konnte er sich dann noch einmal um über eine Sekunde steigern und wurde Vierter.

Damit fehlte ihm übrigens nur etwas mehr als eine Zehntelsekunde auf die Qualifying-Zeit von Jolyon Palmer am vergangenen Samstag. Zwar war Kubica im Gegensatz zum Briten auf den schnelleren Ultrasoft-Reifen unterwegs, doch bis auf Renault kennt niemand die Benzinmenge, die bei Kubica im Auto war.

Ohnehin ging es für den Mann aus Krakau heute vornehmlich darum zu sehen, ob er in der Lage wäre, wieder ein aktuelles Formel-1-Auto zu bewegen, um den nächsten Schritt zu einem möglichen Comeback zu gehen. "Es war ein fantastisches Gefühl für mich, heute im R.S. 17 zu sein", strahlt Kubica nach dem Testtag. "Bis zu diesem Punkt war es eine unglaubliche Reise, bei der ich mir selbst viele Fragen beantwortet habe."

"Ich habe viel über die aktuelle Generation an Formel-1-Autos gelernt, da es doch einige Unterschiede zwischen ihnen und den Autos gibt, die ich in der Vergangenheit gefahren habe", so der Pole weiter. "Und wenn so viele Dinge anders sind, dann ist es normal, dass man ein wenig Gewöhnungszeit braucht." Darum sei er zwar glücklich über den Tag, "aber nicht zu 100 Prozent."

Die wichtigste Frage über die körperlichen Aspekte konnten jedoch positiv beantwortet werden. Zwar sei er von den heißen Bedingungen etwas müde gewesen, Schmerzen in den verletzten Körperregionen - insbesondere seinem rechten Arm - habe er aber nicht gehabt. "Ich fühle mich eigentlich ziemlich gut", sagt er. "Ich könnte morgen wieder fahren, denke ich, von daher ist das Fitness-Niveau hoch - ein gutes Zeichen." Auch die eingeschränkte Beweglichkeit im Arm sei laut ihm kein Problem.

Kubica betont, dass man auch keine Umbaumaßnahmen im Cockpit eigens für ihn vornehmen musste. Zwar gibt es Anpassungen bei den Schaltwippen am Lenkrad, "aber das wurde auch in der Vergangenheit schon genutzt - auch bei anderen Teams und bei mir im Simulator. Es gibt nichts, das strikt für mich gemacht wurde." Einzig einige Knöpfe wurden umbelegt: Die, die man im Grunde nie benutzt, kamen dorthin, wo es für Kubica schwieriger ist heranzukommen.

Die Frage, die die Fans nach dem Test aber nun bewegt: Kommt Kubica wieder in die Formel 1 zurück? Bei Renault hatte man betont, dass man Jolyon Palmer das Vertrauen für 2017 ausspricht und dass Kubica keine Option sei. "Es ist noch zu früh zu sagen, wie der nächste Schritt aussieht", meint der Pole selbst. "Aber ich schulde Renault einen großen Dank, dass sie diesen Test möglich gemacht haben."

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