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Aufhängung und Elektronik stoppen Haas: Chance verpasst!

Das Haas-Team hat die Erwartungen mit guten Trainingsleistungen nach oben geschraubt, im Pannen-Qualifying gab es dann nur einmal Grund zur Freude

Kevin Magnussen
Die Fahrt über den Randstein bekam dem Haas von Kevin Magnussen nicht
© LAT

(Motorsport-Total.com) - Angesichts eines starken siebten Platzes für Romain Grosjean zu sagen: "Da war für Haas mehr drin", mag vielleicht vermessen klingen, doch es ist die Wahrheit. Schon im Samstagstraining deutete sich mit den Plätzen sieben und acht an, dass der amerikanische Rennstall in Österreich etwas überraschend die Hoheit über das Mittelfeld haben könnte, im Qualifying auf dem Red-Bull-Ring bestätigte sich der Eindruck.

Grosjean war in der Qualifikation mit Rang sieben "Best of the Rest" hinter den drei Topteams. 1,2 Sekunden fehlten dem Franzosen auf die Spitze, 0,125 Sekunden Vorsprung hatte er auf die ursprünglich favorisierten Force India. Doch dass Teamkollege Kevin Magnussen nicht ebenfalls in den Top 10 landete, ist schon als Wermutstropfen zu sehen. Der Däne bekam in Q1 Probleme mit seiner Aufhängung und konnte daher in Q2 nicht mehr starten.

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"Wir sahen hier so gut aus, da ist es natürlich extrem frustrierend, wenn man das Qualifying nicht zu Ende fahren kann", seufzt der Däne nach Rang 15. Q1 hatte er als Zwölfter noch überstanden, obwohl er in der Schlussphase nicht mehr eingreifen konnte. In Kurve 3 räuberte er über den Randstein, als die linke hintere Aufhängung brach. "Es könnte ein Produktionsfehler sein, denn ich habe wirklich nichts getroffen. Es war einfach Pech", hadert er.

Grosjean rollt mit Defekt aus

"Ich war auf dem Randstein am Kurvenausgang, aber da gibt es diese großen nicht. Es war also der normale rot-weiße Randstein", so der Däne weiter, der mit seiner Situation hadert: "Man muss nur schauen, wo Romain heute war. Ich war das ganze Wochenende vor ihm. Und Lewis (Hamilton; Anm. d. Red.) hat auch noch eine Strafe, von daher wäre das ein weiterer Platz gewesen. Es ist sehr ärgerlich, aber so ist Rennsport."

Teamkollege Grosjean schob sich derweil souverän bis zu Q3 durch. Achter und Siebter wurde er in den beiden ersten Abschnitten, als Siebter beendete er auch den letzten. Dabei hatte er noch das Pech, dass er in Kurve 3 plötzlich ausrollte. "Ich verlor plötzlich komplett die Kontrolle über das Getriebe und die Kupplung. Der Motor hat sich in der Haarnadelkurve abgewürgt und ich konnte nichts mehr machen", beschreibt er. "Wahrscheinlich war es nur ein elektrischer Stecker der lose war."

Glück für ihn: Weil die Gelbe Flagge herauskam, konnte kein Pilot seine Zeit mehr verbessern und den Haas von Rang sieben noch verdrängen. Angesichts der ganzen Probleme (Grosjean räuberte in Q1 noch einmal durch das Kiesbett und fuhr in Q2 in der letzten Kurve weit raus) ist das Qualifying für Haas sensationell ausgegangen. "Wenn alles ordentlich funktioniert sieht es gut aus", meint Grosjean.

Sorgen um Magnussen-Getriebe

Möglicherweise hätte man den Red Bull von Max Verstappen noch angreifen können, "aber das ist ein bisschen zu optimistisch. Von daher bin ich sehr glücklich, wo wir sind", lacht Grosjean. Fans müssen sich auch keine Sorgen um das Auto des Wahl-Franzosen machen, wie Teamchef Günther Steiner meint: "Es sieht so aus, als hätte der Motor keinen Schaden davongetragen. Es war ein Elektronikproblem, wodurch sich der Motor abgeschaltet hat."

Allerdings gibt es noch Sorgen um das Auto von Magnussen. Beim Bruch der Aufhängung wurde das Getriebe beschädigt. Haas prüft derzeit, ob das Teil gewechselt werden muss. "Wir wissen alle, was sonst passiert", seufzt Magnussen, der fünf Strafplätze befürchten muss und angesichts von Startplatz 15 auf Regen hofft. "Ansonsten kann man hier nicht überholen, weil das Feld so nah beieinander ist."

Doch Teamchef Steiner hat Punkte für seinen Piloten noch nicht abgeschrieben: "Ich wäre natürlich glücklicher, wenn er von sieben starten würde, aber das ist nicht passiert", so der Südtiroler. "Es ist eine verpasste Chance, aber so etwas passiert. Wenn du denkst, du hast alles unter Kontrolle, dann hast du sie nicht mehr." Zumindest gibt das Auto Anlass zur Hoffnung, denn der Haas ist urplötzlich richtig schnell.

Haas überraschend schnell

Auch die Piloten haben das nicht unbedingt erwartet. Während Konkurrenten wie Williams plötzlich schwächeln, ist Haas zur Stelle. Selbst die Piloten wundern sich. Magnussens Runde in Q1 war laut eigener Aussage nicht sauber, zudem verpasste er den schnellsten Zeitpunkt, trotzdem reichte es eben für Rang zwölf. "Ich konnte nicht glauben, dass wir so konkurrenzfähig sind", meint er über vorher getätigte skeptische Aussagen.

Auch die Bremsen machen Grosjean an diesem Wochenende keine Probleme, dafür gibt es eine andere Schwierigkeit: Der Bolide verliert Teile vom Unterboden, wenn die Piloten über die Randsteine fahren - sowohl bei Grosjean wie auch bei Magnussen. "Es ist das erste Mal, dass so etwas auftritt", wundert sich Steiner. "Aerodynamisch macht das einen großen Unterschied."

Doch Grosjean nimmt es locker: "Unser Team hat noch immer lediglich 29 Rennen hinter sich und wir müssen noch immer viel lernen", so der gebürtige Schweizer, der damit rechnet, dass die Probleme morgen behoben sein werden. Dann soll man am besten erneut das Mittelfeld anführen. "Wenn wir am Start besser wegkommen, können wir mit Force India kämpfen", kündigt Steiner die Marschrichtung an.

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