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Marko gegen kürzere Rennen: Formel 1 noch zu wenig brachial

Warum Red Bulls Motorsportkonsulent Helmut Marko die Formel 1 noch nicht hart genug findet und was das Handyverbot für seine Enkel beim Essen damit zu tun hat

Helmut Marko
Marko wünscht sich, dass die Fahrer noch mehr an die Grenzen kommen
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - In Barcelona ist es erstmals in diesem Jahr gelungen, dass die Pole-Zeit um über fünf Sekunden schneller war als im Jahr 2015. Genau das war damals bei der Reglement-Erstellung die Vorgabe. Und dennoch fordert Red Bulls Motorsportkonsulent Helmut Marko, dass die Formel 1 noch extremer werden muss. "Die Fahrer haben in Barcelona bei den Tests schon gewisse Nackenprobleme gekriegt, es ist aber noch zu wenig brachial. Würden die Motoren aber plötzlich 1.200 PS leisten, dann schaut das über die Distanz schon ganz anders aus."

Aus diesem Grund hält er wenig von Flavio Briatores Vorschlag, die Formel-1-Rennen sollten kürzer werden, weil die Aufmerksamkeitsspanne der Menschen sinkt. "Das glaube ich nicht. Ich finde eher, sie sollten härter werden", argumentiert der Österreich gegenüber 'Motorsport-Total.com' dagegen. Das würde seiner Ansicht nach sogar zu besserer Unterhaltung führen: "Wenn die körperliche Belastung größer wird, dann entstehen Fehler. Früher hat man sich verschalten. Wozu brauche ich eine Servolenkung? Das sind ja hochbezahlte Sportler..."

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Erst kürzlich wurde der ehemalige Le-Mans-Sieger und Ex-Formel-1-Pilot daran erinnert, dass die Piloten dieser Tage noch nicht so sehr an die Grenzen kommen wie bis in die 1980er-Jahre. Und zwar als er bei einer Fotoausstellung der deutschen Fotografenlegende Rainer Schlegelmilch eine Aufnahme von Nelson Piquet und Gerhard Berger nach einem Rennen sah.

Markos Aha-Erlebnis bei Fotoausstellung

"Bergers Augen waren so weit heraußen und den Piquet mussten sie stützen", beschreibt er das Foto. "Weil die so fertig waren. Und das muss wieder im Vordergrund stehen. 'Motorracing is dangerous' ist ein Teil der Faszination." Um diesen Eindruck authentisch zu vermitteln, müsse man auch bei den Rennstrecken ansetzten: Marko stößt es sauer auf, dass auf Stadtkursen im Millimeterbereich an die Leitplanken herangefahren wird, während auf Kursen wie dem Red-Bull-Ring von der FIA riesige Auslaufzonen gefordert werden.

"Wie können wir in Monte Carlo oder Singapur ohne Auslaufzonen fahren?", wundert sich Marko. "Und warum sind diese Rennen so populär? Weil die Zuschauer in das Cockpit schauen können. Aber wenn du auf anderen Strecken an einer Kurve was änderst, gibt es Berechnungen und die Auslaufzone wird noch größer. Dadurch sitzt der Zuschauer noch weiter weg. Da darf man nicht mit zweierlei Maßstäben messen."

Neue Ansätze fordert er auch in Sachen Überholen: "Es soll nicht so sein, dass jeder jederzeit vorfahren kann, aber dass ein Rennen wie in Sotschi wie eine Prozession abgeht, obwohl Vettel im Ferrari deutlich schneller gewesen wäre, das kann es auch nicht sein", übt er Kritik. Es ist ja nicht nur, dass man nicht überholen kann - man kann ja nicht einmal heranfahren, weil man sich dann ja schon die Reifen ruiniert."

Junge Generation benötigt Zugang zur Formel 1

Genau das hätte der Österreicher eigentlich anders erwartet, da Pirelli noch in der Winterpause Ankündiungen machte, dass die Reifen nun nicht mehr so leicht überhitzen. "Das ist aber leider nicht eingetreten, und das Problem besteht nach wie vor. Außerdem sind die Autos breiter." Ist eine radikale Beschneidung der Aerodynamik die einzige Lösung, um das Überholen ohne DRS-Hilfe deutlich zu erleichtern? "Wenn man das genau wüsste...", ist Marko nicht sicher. "Aber es gibt sicher Möglichkeiten, wie man in der IndyCar-Serie sieht."

"Ich habe Enkelkinder. Und wenn es Essen gibt, dann dürfen sie bei mir ihr Handy nicht verwenden. Dann sitzt jeder mit so einem Gesicht da."
Helmut Marko

Richtig findet er es auch, dass die neuen Formel-1-Eigentümer von Liberty Media in den Sozialen Netzwerken eine Offensive gestartet haben und den Grand-Prix-Sport nach dem Aus für Ex-Boss Bernie Ecclestone deutlich offener präsentieren. Ein Zugeständnis, das man machen müsse, will man junge Fans erreichen. "Das ist zwar nicht meine Welt, gehört aber dazu", sagt er und erzählt, dass der Wandel auch vor seinem privaten Umfeld nicht halt macht. "Ich habe Enkelkinder. Und wenn es Essen gibt, dann dürfen sie bei mir ihr Handy nicht verwenden. Dann sitzt jeder mit so einem Gesicht da. Heute sitzt keiner mehr zwei Stunden ruhig und schaut Fernsehen."

Aus diesem Grund sei eine Kürzung der Rennen gar nicht notwendig, weil die jungen Zuseher ohnehin ständig zwischen den Medien hin und herwechseln. "Dafür muss man nicht das ganze Rennen ansehen", erklärt er. "Zehn Minuten hier, zehn Minuten da und so weiter. Du musst ihnen nur die Möglichkeit geben, diese Begeisterung dafür zu entwickeln."

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