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Keiner, das war ein normaler Rennunfall

Hamilton spielt Titelkampf herunter: "Kann noch so gut fahren"

Nach dem Rennen ist vor dem WM-Finale: Wie Nico Rosberg und Lewis Hamilton ihre Ausgangslage einschätzen und das Psychoduell bereits Fahrt aufnimmt

Nico Rosberg, Lewis Hamilton
Lewis Hamilton weiß: Sein WM-Schicksal liegt in den Händen Rosbergs
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Nico Rosberg ist in Interlagos mit einem blauen Auge davongekommen. Trotz des ungeliebten Regens und eines ungestümen Max Verstappen sicherte er sich auch dank der missglückten Red-Bull-Strategie Platz zwei hinter Lewis Hamilton, der den dritten Sieg in Folge einfuhr. Das Momentum ist also klar auf der Seite des Stallrivalen, doch Rosberg muss beim Titelfinale dank eines Vorsprungs von zwölf WM-Punkten (siehe aktuelle WM-Stände) nur auf das Podest fahren, sollte Hamilton erneut gewinnen, und er wäre zum ersten Mal Weltmeister.

"Ich gehe in einer unangenehmen Position in das letzte Rennen, denn es spielt im Grunde keine Rolle, ob ich so fahre wie jetzt", positioniert sich Hamilton als klarer Außenseiter und schiebt damit den Druck weg. "Ich habe während des Jahres schon zu viel Boden verloren."

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Trotzdem stärken die vergangenen Leistungen - vor allem die souveräne Vorstellung in Brasilien - das Selbstvertrauen. "Nico ist in der Form seines Lebens und er sitzt im gleichen Auto, aber er hatte heute überhaupt keine Chance gegen mich", versucht es Hamilton mit psychischen Nadelstichen, den Titelrivalen aus dem Konzept zu bringen. "Er macht einfach, was er tun muss, speziell im Rennen."

Rosbergs Dämonen: Ist Hamilton der beste Fahrer?

Hamilton weiß aber auch: Bei nur einem verbleibenden Rennen reicht ein kleiner Fehler und Rosbergs Titelträume könnten zerplatzen. "Ich darf nicht aufgeben, denn man weiß nie was passiert", sagt er.

Es sind Tage wie jener in Interlagos, an denen Fans und Experten die Frage stellen, ob mit Rosberg wirklich der beste Fahrer den Titel holen würde, denn bei Regen gab Hamilton erneut eine Kostprobe seines enormen Fahrkönnens. Und dann muss sich Rosberg mit Fragen herumschlagen, die da lauten: Würdest du dich über den zweiten oder dritten Platz in Abu Dhabi überhaupt freuen?

"Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht", wehrt der WM-Leader ab. "Warum soll ich auch darüber nachdenken? Ich möchte gewinnen." Ein Satz, den Rosberg seit Wochen gebetsmühlenartig wiederholt, doch in den Rennen hat man das Gefühl, dass er nur ja kein unnötiges Risiko eingehen will und lieber die Pflicht erfüllt, um seine günstige Ausgangssituation zu wahren.

Rosberg: Es muss kein Sieg sein...

Denn Rosberg, der stets davon gesprochen hat, nur von Rennen zu Rennen zu schauen, kennt die Ausgangslage in der WM genau: "Ich habe jetzt in Abu Dhabi eine gute Chance. Ich würde die Saison gerne mit einem Sieg abschließen. Das wäre nett. Aber es würde auch weniger als das reichen."

Dass mit der Regenschlacht in Brasilien nun die größte Herausforderung bereits geschafft ist, will er nicht bestätigen: "Abu Dhabi wird ein schwieriges Wochenende." Er weiß, dass die nervliche Belastung enorm sein wird, denn die ganze Welt erwartet von Rosberg den Titel: Wenn er es diesmal nicht schafft, wann dann?

Mit welcher Herangehensweise er in Abu Dhabi starten wird, wo er im Vorjahr die Pole und den Sieg holte, will er noch nicht verraten. "Ich weiß es nicht", sagt er. "Ich werde es euch am Donnerstag wissen lassen, dann habe ich etwas mehr Zeit zum Nachdenken. Mir ist es dort in der Vergangenheit gut ergangen, aber das hilft natürlich dieses Jahr nicht. Alle starten bei Null, aber ich fühle mich gut."

Wolffs Angst: Entscheidet ein Defekt die WM?

"Mein größter Albtraum wäre es, wenn einer mechanische Probleme bekäme."
Toto Wolff

Bei Mercedes freut man sich, dass der Titelkampf wie von Motorsportchef Toto Wolff prognostiziert im letzten Rennen entschieden wird. "Es wird ein großer Showdown, so wie Bernie sich das wünschen würde", reibt sich der Österreicher, dessen Team wegen der enormen Dominanz auch Kritik aushalten musste, die Hände.

Seine größte Sorge: die Zuverlässigkeit. "Wir müssen ihnen zwei gute Autos hinstellen, damit sie es auf der Strecke ausfahren können", fordert er von seinem Team enorme Konzentration. "Mein größter Albtraum wäre es, wenn einer mechanische Probleme bekäme." Emotional werde das Finale aber nicht: "Wir sind ja neutral."

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