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Lotus: Nächstes Team steht auf der Kippe

Über 120 Millionen Euro Schulden: Kaum scheint Sauber gerettet, kämpft das nächste Team ums Überleben - Schieflage bei Lotus besteht schon seit 2012

Gerard Lopez
Unter Druck: Gerard Lopez' Team hat einen riesigen Schuldenberg angehäuft
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Während das Sauber-Team mit Investitionen aus Russland einen drohenden Bankrott abgewendet zu haben scheint, brennt der Hut bei einem anderen Formel-1-Rennstall weiterhin lichterloh. Schon seit einem Jahr ist bekannt, dass Lotus finanziell in Schwierigkeiten steckt, doch laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' ist die Lage viel dramatischer als zunächst angenommen.

Über 100 Millionen Britische Pfund (umgerechnet mehr als 120 Millionen Euro) soll der Schuldenberg des Teams inzwischen betragen. Bereits im vergangenen Oktober war es erstmals richtig brenzlig geworden, als die Liquidität nur noch durch eine Tranche der FOM-Zahlungen von Bernie Ecclestone gewährleistet werden konnte. Ein Insider, der mit Lotus um einen Sponsorendeal konkurriert hatte, bezeichnete dies damals als "Rettungsanker für ein bankrottes Team".

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Am Saisonende 2012 zeichnete sich eine Lösung in Form von neuen Investoren ab, doch völlig überraschend gewann Kimi Räikkönen den Grand Prix von Abu Dhabi, sodass Gerard Lopez von Teameigentümer Genii Capital Morgenluft witterte und auf einen Vertragsabschluss mit einem großen Sponsor hoffte. Doch der Deal mit Coca-Cola-Tochter Burn war bestenfalls ein Tropfen auf dem heißen Stein - und der große Deal mit Honeywell kam nie zustande.

Honeywell war nur eine Seifenblase

Mit dem internationalen US-Konzern wollten im zweiten Halbjahr 2012 mehrere Formel-1-Teams ins Geschäft kommen, doch letztendlich blieb nur Lotus im Rennen. Das 2013er-Auto war schon leuchtrot in Honeywell-Farben lackiert (immer noch gut an den Seitenkästen und an der Airbox zu erkennen), aber der Honeywell-Schriftzug wurde in der Fabrik in Enstone nie aufgemalt. Man soll, so wurde später gemunkelt, einem Hochstapler aufgesessen sein.

Lopez, der stets auf der Suche nach Investoren war, lehnte über den Winter mehrere Angebote ab, die die Schulden des Teams komplett getilgt und Genii sogar noch einen zweistelligen Millionenbetrag obendrauf eingebracht hätten. Ohne das Honeywell-Geld, mit dem er fest gerechnet hatte, spitzte sich die Lage jedoch dramatisch zu, sodass Starfahrer Kimi Räikkönen bereits vor den ersten Testfahrten damit drohte, nicht zur geplanten Sitzanpassung zu erscheinen.

Der "Iceman" hätte 2012 aufgrund eines stark prämienorientierten Vertrags eigentlich rund 18 Millionen kassieren sollen, von denen aber bis heute nicht alles geflossen ist. In letzter Minute wurde ein Teil seines ausstehenden Gehalts doch bezahlt, sodass er sich überreden ließ, doch noch aufzukreuzen und die Saison 2013 wieder mit dem Team in Angriff zu nehmen. Von Lotus-Seite heißt es dazu nur, man habe teilweise verspätet bezahlt, aber man habe bezahlt.

Das scheint Räikkönen selbst anders zu sehen, weshalb er am Wochenende des Grand Prix von Ungarn erstmals öffentlich über die finanziellen Probleme rund um sein Gehalt sprach: "Sicher gibt es da ein Problem", räumte er ein. "Wir hatten es vergangenes Jahr und wir haben es jetzt wieder. Das ist nicht ideal, aber ich bin sicher, dass sie das klären werden." Der Finne soll auch schon bei Bernie Ecclestone gewesen und dem Formel-1-Boss sein Leid geklagt haben.

Auch Ingenieure und Mechaniker warten auf ihr Geld

Auch die Mitarbeiter haben ihr Gehalt immer wieder zu spät erhalten, weshalb die Stimmung in Enstone einen Tiefpunkt erreicht hat. Technikdirektor James Allison suchte sich bereits im Februar, als er das Ausmaß der Probleme realisierte, einen neuen Job, und viele seiner Kollegen drohten Ende Juli mit Streik. Angeblich soll ein solcher abgewendet worden sein; einige Mitarbeiter dürften aber aus Protest ihr Werkzeug mit nach Hause genommen haben.

Zu den Paddock-Gerüchten von einzelnen leeren Lagern in der Fabrik (weil kein Nachschub mehr bezahlt werden kann) und überfälligen Rechnungen bei Zulieferern und anderen Dienstleistern kommt obendrein dazu, dass das einst intakte Verhältnis zwischen Lopez und Ecclestone im vergangenen Jahr massiv abgekühlt sein soll. Es heißt, dass Ecclestone in der Regel nicht mehr mit Lopez direkt kommuniziert, sondern nur noch mit Teamchef Eric Boullier.

Und dann ist da noch die undurchsichtige Anteilsstruktur, die von einem Teamsprecher auf Anfrage von 'Motorsport-Total.com' mit 65 Prozent Genii und 35 Prozent Infinity Racing angegeben wird. Tatsächlich soll der Infinity-Deal jedoch nie zustande gekommen und vor allem kein Geld geflossen sein. Bekannt geworden ist dafür, dass Andrew Ruhan seine zwei Prozent nicht gekauft, sondern als Gegenleistung für finanzielle Rückstände erhalten hat...

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