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Prost zeigt sich über Senna-Film verärgert

Der Dokumentarfilm 'Senna' zählt praktisch schon zum Pflichtprogramm vieler Formel-1-Fans - Protagonist Alain Prost ist mit dem Drehbuch allerdings unzufrieden

Alain Prost
Laut Alain Prost seien in 'Senna' wichtige Fakten ausgelassen worden
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Vor etwa zwei Jahren kam ein Film in die Kinos, der vielen Motorsport-Fans die Tränen in die Augen treiben sollte: Eine Dokumentation über die Formel-1-Karriere des unvergessenen dreifachen Formel-1-Weltmeisters Ayrton Senna, dem es nicht nur gelang, durch seine Erfolge zu beeindrucken, sondern vor allem durch sein unglaubliches Charisma Menschen auf und abseits der Rennstrecke in seinen Bann zu ziehen. Viele halten den Brasilianer, der für Toleman, Lotus, McLaren und Williams fuhr und 1994 in Imola tödlich verunglückte, für den besten Formel-1-Piloten aller Zeiten.

Ebenso legendär wie seine 65 Pole-Positionen - ein Rekord, den selbst Michael Schumacher nur knapp überbieten konnte (68) - war Sennas Rivalität zu Alain Prost. Die beiden waren 1988 und 1989 Teamkollegen bei McLaren, Senna war ausgerechnet auf Empfehlung Prosts verpflichtet worden. Im Jahre 88 dominierte der britische Rennstall mit seinem talentierten Fahrerduo - Prost war zu diesem Zeitpunkt bereits Doppelweltmeister - nach Belieben, man gewann 15 der 16 Grands Prix. Am Ende wurde Senna mit drei Punkten Vorsprung zum ersten Mal Weltmeister.

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Der Konkurrenzkampf innerhalb des Teams nahm weiter deutlich zu, das Verhältnis zwischen Senna und Prost wurde immer angespannter und hitziger. Keiner wollte gegenüber dem anderen den kürzeren ziehen. Das Duell gipfelte in einem Schlagabtausch beim vorletzten Rennen 1989 in Suzuka, das an Dramatik nicht zu überbieten war. Senna hatte in der Saison zwar zwei Siege mehr eingefahren als Prost, der Franzose hatte jedoch insgesamt mehr Punkte gesammelt und führte die WM-Wertung deutlich an. Senna musste alles auf eine Karte setzen und tat es auch.

Rivalität findet ihren Höhepunkt

In der ultraschnellen Passage der berühmtberüchtigten 130R saugte sich Senna mit seinem McLaren an den Boliden seines Teamkollegen heran um in der engen Schikane vor Start und Ziel das Manöver durchzuführen, das ihm die Chance auf den zweiten Titelgewinn wahren sollte. Senna fuhr auf die Innenseite, wollte an Prost vorbeiziehen, der gab jedoch nicht nach, die Boliden berührten sich und rutschten gemeinsam ins Aus.

Das Manöver in Suzuka 1989 hatte für Senna dramatische Folgen
© xpb.cc

Während Prost sich als sicherer Weltmeister fühlte und entspannt aus seinem McLaren kletterte, winkte Senna hektisch die japanischen Streckenposten zu sich und zeigte an, ihn doch wieder auf die Strecke zurückzuschieben. Ohne Frontflügel steuerte der Brasilianer die Boxengasse an, holte sich eine neue Nase und nahm anschließend die Verfolgung auf.

Nur zwei Runden (!) später war er wieder am zeitweise Führenden Alessandro Nannini dran und überholte den Italiener an derselben Stelle, wo er zuvor mit Prost kollidiert war. Senna holte einen umjubelten Sieg, wurde nach dem Rennen allerdings kurioserweise wegen des Abkürzens der Schikane (!) nach der Kollision disqualifiziert. Am Ende wurde Prost Weltmeister, was Senna maßlos verärgerte. Eine Revanche war praktisch vorprogrammiert.

Senna rammt sich zum zweiten WM-Titel

Denn ziemlich genau ein Jahr später fand das Duell in Suzuka eine Fortsetzung, die mindestens genauso dramatisch war: In der WM war die Situation nun umgekehrt. Prost, der inzwischen das McLaren-Team verlassen hatte und für Ferrari fuhr, lag beim vorletzten Rennen der Saison knapp hinter Senna, der in Suzuka von der Pole-Position startete. Prost kam beim Start besser weg, setzte sich vor der ersten Kurve vor Senna.

Der Brasilianer dachte aber gar nicht daran, sich hinter Prost einzureihen, sondern raste seinem WM-Kontrahenten mit voller Absicht ins Heck, sodass beide Boliden ins Aus rutschten. Der Punktevorsprung in der Fahrerwertung war groß genug um Senna den zweiten WM-Titel zu bescheren. Die Revanche an seinem Konkurrenten wird bis heute kontrovers diskutiert, genauso wie die Rivalität zwischen Senna und Prost an sich.

Prost fühlt sich in 'Senna' falsch dargestellt

Der besagte Film greift diese Rivalität natürlich auch auf, allerdings nicht zur Zufriedenheit aller. Protagonist Alain Prost fühlt sich in der Dokumentation falsch dargestellt. Laut des heute 57-Jährigen sei er nämlich als Buhmann hingestellt worden. Zudem seien wichtige Fakten unter den Tisch gefallen.

"Man muss sich an die Fakten halten."
Alain Prost

"Man muss sich an die Fakten halten und akzeptieren, dass jemand Qualitäten und Macken haben und einer nicht der Gute und der andere nicht der Böse sein kann", zeigt sich Prost gegenüber 'CNN' verärgert. Die damalige Situation hätte sich in Wirklichkeit anders dargestellt und sei von den Medien zusätzlich aufgebauscht worden.

Tatsächlich nahm die Rivalität ein fast schon harmonisches Ende: Nach der Saison 1993 trat Prost als viermaliger Weltmeister ab, beim Saisonfinale in Adelaide bat der Sieger Senna seinen Konkurrenten auf die Siegerstufe und umarmte ihn schon fast freundschaftlich. Beim Rennen in Imola 1994 schickte Senna, der bei Williams Prosts Nachfolge antrat, zudem kurz vor dem Rennen einen Funkspruch an die Box, in dem er mitteilte, dass er seinen alten Freund vermisse.

Drehbuchautor Pandey kann Kritik nicht nachvollziehen

Diese Aussagen Sennas kurz vor seinem fatalen Unfall stellen für Prost eine Versöhnung mit seinem ehemaligen "Erzfeind" dar. Sie wurden im Film allerdings nicht behandelt, angeblich weil die Aufnahme zu schlecht war. "Ich selber weiß allerdings, was passiert ist", sagt Prost. "Ich kenne die Geschichte und weiß, wie Ayrton nach meinem Rücktritt und vor seinem Unfall über mich dachte. Das bleibt in meinem Gedächtnis."

Drehbuchautor Manish Pandey kann Prosts Kritik indes nicht nachvollziehen. Laut des Inders habe der Film viele unterschiedliche Elemente behandelt und sei nicht einzig auf die Rivalität zwischen Senna und Prost bezogen gewesen. Der Ausgang der Rivalität habe schließlich nicht in den Kontext gepasst, so Pandey.

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