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Lopez dementiert Probleme: "Rechnung geht auf"

Gerard Lopez dementiert konkrete Finanzprobleme des Lotus-Teams, gibt aber zu, dass es in der Formel 1 insgesamt deutlich schwieriger geworden ist

Gerard Lopez
Gerard Lopez' Formel-1-Team steckt angeblich in finanziellen Schwierigkeiten
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Dem Lotus-Team werden trotz des sportlichen Erfolgs enorme finanzielle Schwierigkeiten nachgesagt - so sehr, dass Eigentümer Genii Capital rund um Geschäftsmann Gerard Lopez schon offen zugibt, an einem Verkauf von 49 Prozent der Anteile interessiert zu sein. Doch sollte man wirklich einen Investor finden wollen, muss man voraussichtlich nicht nur 49 Prozent gegen rettendes Geld abgeben, sondern auch die Kontrolle über die sportliche Leitung.

Der Rettungsanker für Lotus könnte die Verbesserung vom fünften auf den mindestens vierten Platz in der Konstrukteurs-WM sein, denn das bedeutet mehr Geld aus dem großen Einnahmentopf der Formel 1. Außerdem stehen die Chancen gut, den Kampf gegen Williams und McLaren um die Honeywell-Gruppe zu gewinnen. Der US-Konzern, tätig auf den Gebieten Luft- und Raumfahrt, Chemie, Transportsysteme sowie Automatisierungs- und Steuerungstechnik (geschätzter Jahresumsatz: 30 Milliarden Euro), könnte schon 2013 einen zweistelligen Millionenbetrag sponsern.

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"Wir möchten das schon", antwortet Lopez im Interview mit der 'Welt' auf die Frage, ob er trotz aller Schwierigkeiten auch in Zukunft in der Formel 1 bleiben wird. Allerdings gibt er zu, dass das Engagement von den Rahmenbedingungen abhängt: "Das Engagement in der Formel 1 ist für uns nur denkbar, wenn die Rechnung aufgeht. Im Moment geht sie auf. Aber wenn das nicht mehr der Fall wäre, dann würden wir wie Geschäftsleute denken müssen und uns die Frage stellen: Ist es noch interessant für uns oder nicht?"

Genii Capital hat die Formel 1 immer als Plattform betrachtet, um die vielfältigen Kunden aus dem Genii-Netzwerk zusammenbringen zu können. Hier werden weiterhin B2B-Erfolge verbucht. Aber die Königsklasse ist generell nicht mehr so auf Rosen gebettet wie vor einigen Jahren: "Jedes Team kämpft um Sponsoren. Das Geld ist knapp geworden in der Formel 1. Als wir vor sechs, sieben Jahren als Teamkäufer unterwegs waren, wurden Teams mit Sponsorenverträgen verkauft. Das waren fast alles europäische Geldgeber. Das ist vorbei."

Daher befürwortet Lopez den Kurs von Bernie Ecclestone, neue Märkte wie China, Indien oder Russland zu erschließen beziehungsweise alte Märkte wie die USA zu reaktivieren: "Man sollte den Hebel bei Ländern ansetzen, deren Potenzial die Formel 1 bisher noch nicht genutzt hat. Ich spreche dabei in erster Linie von China und Indien", sagt er. "Das Hauptproblem der Plattform Formel 1 ist, dass in Europa Geschäfte austrocknen und in den Ländern, in denen das Potenzial da wäre, die Möglichkeiten der Formel 1 noch nicht genügend erschlossen sind."

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