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Singapur: Schönheit kann man kaufen

Der Nacht-Grand-Prix von Singapur hat sich innerhalb weniger Jahre als Highlight im Kalender etabliert: Tolle Bilder, Musik, Tanz und jede Menge Kohle

Singapur ist aus dem Rennkalender der Formel 1 nicht mehr wegzudenken
© Marussia

(Motorsport-Total.com) - Der spektakuläre Nacht-Grand-Prix in Singapur wird der Formel 1 bis mindestens 2017 erhalten bleiben. Die Unterschriften der örtlichen Organisatoren und von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone unter den neuen Fünfjahres-Vertrag wurden allerorten gefeiert. Die Königsklasse behält ihr Highlight im Scheinwerferlicht, das "moderne Monaco" wird sich weiterhin als offene Metropole in aller Welt präsentieren.

"Es ist ein sehr wichtiges Rennen für die Formel 1. Die TV-Bilder mit der Atmosphäre in der Nacht sind wunderschön", schwärmt Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Singapur ist kein riesiger Markt, aber ein wichtiger. Und wir haben zur normalen Sendezeit außergewöhnliche TV-Bilder. Wir sind sehr glücklich, dass der Vertrag um fünf Jahre verlängert wurde."

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Die Organisatoren im flächenmäßig kleinsten Staat Südostasiens melden auch bei der aktuellen Auflage ausverkauftes Haus. Allerdings mutet es etwas kurios an, dass in der Mitteilung, in der offiziell von einem Run auf die insgesamt 84.317 Eintrittskarten geschrieben wird, gleichzeitig angekündigt wird, dass es an sieben Eintrittstoren noch Restkarten zu erwerben gebe. Maßgabe: Jeder darf höchstens vier Tickets kaufen.

Ebenso seltsam wirkt es, dass sich in Singapur viele Fürsprecher des Grand Prix mit der Tatsache rühmen, dass man seit dem Debüt der Formel 1 im Jahr 2008 bereits 150.000 ausländische Gäste an Rennwochenenden begrüßen durfte. Was niemand offen sagt: Diese Gäste hat man teuer bezahlt. Neben der bisherigen Antrittsgebühr von rund 40 Millionen Euro pro Jahr investierten die hiesigen Behörden rund 100 Millionen Euro jährlich für das Anlocken ausländischer Besucher.

Wenn der Gast wenig bringt, aber viel kostet

In den vergangenen vier Jahren kostete demnach der Besuch eines ausländischen Gastes am Rennwochenende rund 3.000 Euro. Da wäre es kostengünstiger, auf Werbemaßnahmen solcher Art zu verzichten und 150.000 Europäern einen Flug und Unterkunft direkt zu bezahlen. Diese Randnotizen schmälern weder das Spektakel, noch die sportliche Attraktivität des Rennens. Allerdings belegen sie, dass es teuer ist, ein "modernes Monaco" zu schaffen.

"In Monaco hast du natürlich die ganze Geschichte, die Tradition und den Glamour. Für die 'normalen' Leute ist es in Singapur deutlich einfacher, den Grand Prix zu besuchen. Monaco ist einfach viel zu teuer, vor allem die Hotels. Hier in Singapur spielt sich alles in einem vertretbaren Rahmen ab. Man zahlt hier für ein Hotelzimmer nicht viel mehr als in Istanbul", meint Kamui Kobayashi. "Für die Zukunft der Formel 1 erscheint mir Singapur als der bessere Grand Prix, denn wir brauchen die Zuschauer", so der Sauber-Pilot.

"In dieser Region ist es das erfolgreichste Rennen", stimmt McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh zu. "Japan hat eine große Geschichte und ist auch ein fantastisches Rennen, aber Singapur war wahrscheinlich erfolgreicher als andere Rennen in dieser Region, zum Beispiel Sepang, Südkorea und einige andere. Es ist ein wichtiges Rennen für die Formel 1, ein großartiges Spektakel. Die Leute kommen gerne her: Sponsoren, Partner. Es ist also auch kommerziell sehr wichtig für den Sport."

Kurve zehn in der Kritik

"Singapur ist eines der Toprennen des Formel-1-Kalenders, auf einer Stufe mit Monaco - ein Premium-Event", schwärmt Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery. Der Brite hat eine ganz besondere Beziehung zur asiatischen Metropole: er hat dort einige Zeit gelebt. "Es ist so gut organisiert, spektakulär, in einer großartigen Stadt mit netten Menschen."

"Ich sage meinen Freunden in Singapur immer: 'Ihr müsst verstehen, welche Auswirkungen das für euer Profil auf der ganzen Welt hat.' Ich weiß, dass einige Läden ein bisschen unter dem Grand Prix leiden. Aber wenn ich jemanden frage, ob er mal zu einem Rennen kommen möchte, dann höre ich immer nur eine Antwort: Singapur. Wenn jedes Rennen so toll wäre, hätten wir eine umwerfende Weltmeisterschaft", meint Hembery.

Die Formel 1 feiert sich im Schweinwerferlicht von Singapur jedes Jahr ab. Die örtlichen Promoter liefern die besten Rahmenbedingungen: das Rennen ist beliebt, das Rahmenprogramm mit Auftritten vieler Stars ist stark, der Event bestens organisiert. Mit einer Schwäche jedoch, meint Sebastian Vettel. "Wir diskutieren jedes Jahr darüber, dass wir für Kurve zehn eine bessere Lösung finden müssen", spricht der Weltmeister vielen seiner Kollegen aus dem Herzen.

"Dafür wäre etwas mehr Land vom Kricketklub erforderlich, zumindest für die paar Tage, oder vielleicht kann man den Gehsteig für das Wochenende entfernen. Ich finde, wenn man die Kosten für diesen Event einrechnet, dann sollte es kein großes Problem sein, einen Gehsteig wegzustemmen und wieder aufzubauen", so Vettel. "Für die Sicherheit ist das eine der schlimmsten Kurven im gesamten Kalender, weil die Kerbs so hoch sind. Mit dem derzeit gegebenen Platz ist es schwierig, etwas anders zu machen, aber ich meine, da sollte man was unternehmen."

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