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Red Bull: Mit konträrer Ferrari-Strategie zum Sieg

Erst Zurückhaltung auf weichen, dann volle Attacke auf harten Reifen: Christian Horner erklärt Mark Webbers Siegerstrategie im britischen Grand Prix

Mark Webber vor Fernando Alonso
Mark Webber nach dem Überholmanöver gegen Fernando Alonso
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Nach nur einer Stunde Trockentraining am Samstagmorgen war es für die Teams gestern beim britischen Grand Prix mangels Erfahrungswerten mit den Slicks denkbar schwierig, die richtige Strategie auszutüfteln. Normalerweise sind die weichen Reifen am Ende besser, wenn schon viel Gummiabrieb auf der Strecke liegt, doch Red Bull entschied sich dazu, Mark Webber zu Beginn mit den Pirelli-Softs fahren zu lassen. Fernando Alonso hingegen ging mit harten Pneus ins Rennen.

"Wir entschieden uns dazu, die Strategie so zu wählen, als hätten wir uns im Trockenen qualifiziert", erklärt Teamchef Christian Horner. "Deshalb ließen wir beide Autos mit den weichen Reifen losfahren. Uns war klar, dass wir dabei ein gewisses Limit haben würden, weil quasi kein Gummi auf der Strecke lag. Wir zogen es deshalb vor, zum Ende des Rennens die härtere Reifenmischung zu haben."

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Die weichen Reifen sind wegen des zusätzlichen Grips am Start normalerweise ein Vorteil - und tatsächlich kam Webber auf den ersten Metern besser weg. Alonso roch die Gefahr jedoch und knallte dem Australier die Tür zu, dem daraufhin der Schwung fehlte, um vor der ersten Kurve noch eine Attacke zu reiten. Bis zum ersten Boxenstopp wuchs der Abstand auf fast fünf Sekunden an. Doch das war durchaus kalkuliert.

"Der Schlüssel zum Erfolg von Mark war, den ersten Stint so lang wie möglich zu gestalten. Wir wussten: Das Rennen würde in unsere Richtung kippen", behauptet Horner. "Wir durften uns daher im letzten Stint nicht zu sehr unter Druck setzen. Wir versuchten, Fernando dazu zu bringen, seine weichen Reifen mehr zu belasten - und das schon viele Runden vor dem Ende. Mark wurde immer schneller, holte ihn ein und überholte ihn schließlich auch mit einem fantastischen Manöver."

"Wir wollten die weichen Reifen schon früh aus dem Rennen haben, falls es eine Safety-Car-Phase geben würde. Außerdem waren diese Pneus beim Start von Vorteil, speziell auf der schmutzigen Seite", erklärt er. Auch Vettel startete auf Soft, fiel aber vom vierten auf den fünften Platz zurück. Also holte man ihn schon in der zehnten Runde rein, was ihn an Felipe Massa und Michael Schumacher vorbeibrachte. Webber kam erst in Runde 14 an die Box.

"Bei Sebastian mussten wir aggressiver zu Werke gehen, um ihn aus dem Verkehr herauszuhalten. Deshalb holten wir ihn recht früh herein, um ihm freie Bahn zu bescheren", erläutert Horner die unterschiedliche Herangehensweise. "Dadurch kam er vor Michael und Felipe wieder heraus. Am Ende holte er so sehr auf Fernando auf, dass es noch ein paar Runden mehr gebraucht hätte, und wir hätten einen Doppelsieg eingefahren."

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