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Die "gute Seele" verlässt Red Bull

Rezeptionistin Thelma Spragg, die 2010 als Kurier für Red Bull Teile nach Singapur beförderte, tritt in den Ruhestand - Besuch in Valencia als Abschiedsgeschenk

Sebastian Vettel
Auch bei Sebastian Vettel war Rezeptionistin Thelma Spragg sehr beliebt
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - In der Red-Bull-Fabrik in Milton Keynes war sie die erste Anlaufstelle für alle Besucher und so etwas wie die gute Seele des Teams. Doch nun trennen sich die Wege von Thelma Spragg und Red Bull. Die beliebte Rezeptionistin tritt Ende des Monats in den Ruhestand. Vorher wurde sie vom Team standesgemäß verabschiedet. "Die Kollegen in der Fabrik haben eine große Abschiedsfeier organisiert. Das war wunderbar, alle haben sich um mich gekümmert. Ich hätte nicht gedacht, dass man das noch hätte übertreffen können", sagt Spragg.

Doch das Team hatte noch eine Überraschung auf Lager und lud Spragg und ihren Ehemann zum Grand Prix nach Valencia ein. "Das war einfach wunderbar. Ich war das seit Freitag dort und habe das Qualifying in der Box verfolgt. Das Rennen war eine Berg- und Talbahn. Es war sehr aufregend und natürlich sehr enttäuschend für Sebastian. Mark hingegen ist ein fantastisches Rennen gefahren. Wer hätte gedacht, dass er so weit nach vorne kommt?", blickt die Britin auf das Wochenende zurück.

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Zu Spraggs Aufgaben in der Fabrik gehörten weit mehr als der Empfang von Besuchern und die Annahme von Telefonaten. So nahm sie beispielsweise auch die Siegerpokale in Empfang und reinigte diese von Champagner-Resten, bevor sie in der Vitrine landeten. Auch bei den Fahrern Sebastian Vettel und Mark Webber war die Empfangsdame sehr beliebt und immer für einen kurzem Small-Talk zu haben. Während der Freien Trainings am Freitag hielt sie die Belegschaft in der Fabrik über Lautsprecheransagen regelmäßig über die Trainingsergebnisse der Red-Bull-Piloten auf dem Laufenden.

"Am Montag nach dem Sieg in die Fabrik zu kommen, war wunderbar."
Thelma Spragg

Einen ungewöhnlichen Auftrag erhielt Frau Spragg im September 2010. "Am Mittwochmittag stellte man mir die Frage, was ich am Wochenende geplant hätte. Ich habe nur gefragt: 'Worum geht's?', und man sagte mir, dass ich nach Singapur soll", sagt Spragg lachend. Das Team erteilte ihr den Auftrag, Last-Minute-Entwicklungen in Red-Bull-Koffern nach Singapur zu transportieren. Auf diese Weise erlebte die Rezeptionistin ihr erstes Formel-1-Rennen an der Strecke.

Ein Moment bleibt Spragg, die schon für das Red-Bull-Vorgängerteam Jaguar gearbeitet hat, ganz besonders in Erinnerung. "Das war der Gewinn der ersten Weltmeisterschaft. Am Montag nach dem Sieg in die Fabrik zu kommen, war wunderbar. Die Leute haben sich gegenseitig auf die Schultern geklopft und die Hände geschüttelt. Wir haben Mitarbeiter, die seit über 20 Jahren in der Formel 1 arbeiten und für Team wie Arrows tätig waren. Die hätten es nie für möglich gehalten, einmal die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Das war ein unbeschreibliches Gefühl, das lässt sich nicht mehr steigern."

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