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Maldonado-Sternstunde: Welchen Einfluss hatte Wurz?

Williams setzt mit Alex Wurz auf einen Fahrercoach - Wie er mit Sensationsmann Maldonado arbeitet und wie einst ein Gynäkologe Niki Lauda bei der Linienwahl half

Pastor Maldonado
War Pastor Maldonados Triumph auch ein Ergebnis der Arbeit mit Alex Wurz?
© Williams

(Motorsport-Total.com) - Bei Williams setzt man diese Saison auf eine für Formel-1-Verhältnisse ungewöhnliche Strategie bei der Betreuung seiner Piloten. Der für sein umfassendes technisches Fachwissen bekannte Ex-Formel-1-Pilot Alex Wurz steht den beiden Fahrern Pastor Maldonado und Bruno Senna als Fahrercoach mit Rat und Tat zur Seite. Der Österreicher leitet auch die FIA-Academy, wo Nachwuchsfahrer auf die Anforderungen im Motorsport vorbereitet werden, und erhielt von Williams für seine Idee freie Hand.

Im "Macho-Sport" Formel 1 ist die mentale Betreuung ein Tabuthema, dabei ist der Druck, dem die Piloten vor allem im Qualifying ausgesetzt sind, enorm. Wurz möchte die eingefahrenen Strukturen aufbrechen und die Fahrer auch an seinem enormen technischen Wissen teilhaben lassen. Gerade im Fall von Williams hat das Sinn, denn obwohl Maldonado und Senna mit 27 und 28 Jahren nicht mehr zu den jüngsten Formel-1-Piloten zählen, haben sie kaum Erfahrung in der Königsklasse.

Webber glaubt, dass Wurz helfen kann

Ist Maldonados souveräne und abgebrühte Siegesfahrt in Barcelona daher auch ein bisschen der Verdienst von Wurz? Mark Webber glaubt jedenfalls, dass ein Mann wie Wurz bei Williams helfen kann. "Wenn jemand neu in der Formel 1 ist und noch wenig Erfahrung hat, dann kann man ihm ein wenig Erfahrung vermitteln", sagt der Routinier, der Wurz aus gemeinsamen Williams-Zeiten gut kennt, gegenüber 'ServusTV'. "Wenn Wurz ein Rennen beobachtet, weiß er ganz genau, was da wo passiert."

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"Wenn Wurz ein Rennen beobachtet, weiß er ganz genau, was da wo passiert."
Mark Webber

Der "Aussie" gibt aber zu, dass ihm der Einblick fehlt, um Wurz' Einfluss einzuschätzen. "Alex hat zwar viele Rennen gefahren, aber er ist beispielsweise nie mit dem Pirelli-Reifen gefahren", weiß Webber. "Wie er jetzt seine Mentorenrolle erfüllt, kann ich nicht sagen. Pastor hat vielleicht noch nie ein ganzes Wochenende gut hinbekommen, dabei kann ihm Alex durchaus ein bisschen helfen."

Blickwinkel von außen oft wichtig

Weltmeister Sebastian Vettel ist durchaus der Meinung, dass der Blickwinkel von außen oft Dinge ans Tageslicht befördern kann, die man im Cockpit nicht erkennt. Er gibt ein Beispiel aus seinen Anfangszeiten im Kartsport, als ihn sein Vater Norbert Vettel bei den Rennen unterstützte. "Er hat geschaut was mache ich, was machen die anderen, und hat versucht darauf hinzuweisen, ich soll näher ran oder mehr auf den Randstein", erinnert er sich gegenüber 'ServusTV'.

"An der Strecke erkennt man vielleicht Dinge, die man als Fahrer trotz tausender Sensoren am Auto manchmal nicht sieht."
Sebastian Vettel

"Ich glaube, wenn man oft an der Strecke zusieht, schult man sein Auge", sieht er eine Funktion, wie sie Wurz innehat, durchaus als sinnvoll. "Da erkennt man vielleicht Dinge, die man als Fahrer trotz tausender Sensoren am Auto und hunderten von Kameras um die Strecke manchmal nicht sieht." Und selbst die TV-Bilder können helfen, wenn man sie richtig interpretiert: So hat Wurz, der beim 'ORF' als Co-Kommentator fungiert, Maldonado darauf hingewiesen, nicht so wild am Lenkrad zu "sägen" - ein Rat, den der Venezolaner laut dem Fahrercoach auch prompt umsetzte.

Auch bei Toro Rosso, wo Vettel sein erstes Stammcockpit erhielt, hatte er einen mit reichlich Grand-Prix-Erfahrung gesegneten Österreicher im Team: Mitbesitzer Gerhard Berger. Doch verstand sich der ehemalige Teamkollege von Ayrton Senna 2007 und 2008 als Mentor? "Gerhard hat nie versucht, sich einzumischen", erinnert sich Vettel gegenüber 'ServusTV'. "Vielleicht, weil er selbst in der Rolle war und keinen Mist erzählen wollte. Hier oder da spricht man natürlich darüber, auch mit Gerhard, aber eher indirekt. Man kommt vielleicht nebenbei darauf."

Wie Wurz mit Maldonado arbeitet

Wurz versteht seine Rolle freilich anders, schließlich wird er von Williams dafür bezahlt, die Piloten zu beraten. Dennoch sieht er sich nicht als den Mann, der Maldonado zum Siegfahrer geformt hat. "Die richtigen Entscheidungen haben die Leute an der Boxenmauer getroffen", stellt er gegenüber der 'SportWoche' klar.

"Ich versuche, Pastor in seinem Gefühlsmanagement zu helfen."
Alex Wurz

Doch in welchen Bereichen arbeitet er mit Maldonado? "Ich versuche, ihm in seinem Gefühlsmanagement zu helfen", erklärt Wurz und gibt Einblicke. "Da gewinnt man oft schon mit Kleinigkeiten sein Vertrauen - wenn man ihm etwas rät und er sieht, dass es funktioniert. Das können scheinbar triviale Dinge aus der Fahrphysik sein oder an der Einstellung der Lenkung."

Die "wilden" Jahre: Gynäkologe als Linienexperte

Doch wie lief es in den "wilden Jahren" der Formel 1, als Niki Lauda als junges Talent mit wenig Formel-1-Erfahrung 1974 von Ferrari verpflichtet wurde? Der dreifache Weltmeister verrät gegenüber 'ServusTV', dass es schon damals Mentoren gab. "Ich bin da vielleicht ein gebranntes Kind", grinst er und blickt zurück. "Zu meiner Anfangszeit bei Ferrari war Forghieri ein sehr dominanter Ingenieur", verweist er auf den damaligen Technikchef der Roten aus Maranello Mauro Forghieri.

"Ich werde nie vergessen, wie wir in Spanien gefahren sind, da hat er mir am Freitag gesagt, ich würde in der letzten Kurve die falsche Linie fahren", erzählt Lauda. "Ich habe mich gefragt, wie er das aus der Box heraus sehen kann, denn die TV-Übertragungen waren damals nicht so wie heute. Ich habe ihn gefragt, wie er darauf kommt, und er hat mir gesagt, dass der Gynäkologe seiner Frau das von der Tribüne aus gesehen habe."

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