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Rosberg: Vom Talent zum Sieger

Durchbruch im 111. Rennen: Beim Grand Prix von China ist Nico Rosberg endlich der erste Formel-1-Sieg gelungen - Der Einfluss der Familie, der Stolz der Freunde

Nico Rosberg
Formel-1-Rennsieger Nico Rosberg im Fahrerlager von Bahrain
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Nico Rosberg hat den entscheidenden Schritt vom Talent zum Grand-Prix-Sieger geschafft. Im 111. Formel-1-Rennen gab es endlich den ersten großen Erfolg. Der Mercedes-Pilot galt schon immer als Ausnahmetalent, aber die Wartezeit bis zum ersten Grand-Prix-Sieg war enorm lang. Mit seinem Triumph in Schanghai sorgte Rosberg für Aufatmen bei Mercedes, Stolz bei seinen Freunden und Bestätigung bei seinen Eltern.

Als Sohn eines Ex-Weltmeisters öffneten sich im Verlauf der Karriere womöglich schneller mal wichtige Türen. Aber: Mit Moneten und Möglichkeiten allein wird man niemals Grand-Prix-Sieger. Talent, Lernfähigkeit, Fitness, Biss und das berühmte Quäntchen Glück gehören ebenso dazu. Die meisten dieser Faktoren waren seit frühester Kindheit gegeben.

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"Mit zwei Jahren ist Nico das erste Mal mit mir in einem Zweisitzer-Kart mitgefahren. Ich hatte eine eigene Kartstrecke auf Ibiza. Er konnte zwar lenken, kam aber nicht an die Pedale ran. Mit neun wollte er dann echte Rennen fahren", blickt Vater Keke Rosberg in der 'Sport Bild' auf die Anfänge seines Sohnes zurück. "Wir waren ein echtes Dreamteam. Er hatte vom Fahren noch keine Ahnung, ich keinen Schimmer vom Schrauben."

"Als Nico in einer schnellen Kurve ein Rad verlor, das ich wohl nicht richtig festgeschraubt hatte, war meine Karriere als Mechaniker endgültig beendet", lacht der Ex-Weltmeister, dessen Mechaniker-Fähigkeiten von Filius Nico als "Katastrophe" beschrieben werden. Sein Vater habe innerhalb eines Jahres nicht ein einziges Mal die Kette geschmiert, nennt der Silberpfeil-Pilot nur ein Beispiel für die Unzulänglichkeiten im Team Rosberg/Rosberg.

Vater Rosberg hält sich zurück

Mit professioneller technischer Unterstützung kämpfte sich das Rennsport-Talent Nico Rosberg durch diverse Kartklassen. Im Jahr 2002 folgte schließlich der Schritt in die Formel BMW. Dies war gleichzeitig eine Neuauflage der Kombination von Vater und Sohn. Rosberg ging im Team seines Vaters an den Start und überzeugte auf ganzer Linie. Im ersten Formelsport-Jahr gab es den Titel, der damalige Musikkanal 'Viva' erkannte das Starpotenzial des blonden Sunnyboys.

Keke Rosberg
Vater Keke hält sich lieber im Hintergrund zurück
© xpb.cc

Auch die Motorsportszene schnalzte angesichts der Leistungen des Weltmeistersohnes mit der Zunge. Im zarten Alter von 17 Jahren bekam Rosberg einen Test im Formel-1-Auto von BMW-Williams. "Er der jüngste Pilot aller Zeiten, der in einem offiziellen Test ein Formel-1-Auto fuhr. Und er machte seine Sache richtig gut", erinnert sich Förderer Gerhard Berger in der 'Sport Bild' an den Test. Der Österreicher war damals verantwortlich für die Formel-1-Geschicke von BMW.

"Vater Keke saß die ganze Zeit brav auf der Tribüne und wollte nicht stören. Das ist übrigens ein wichtiges Merkmal in der Vater-Sohn-Beziehung. Keke hat immer versucht, seinen Sohn alleine bestehen zu lassen", sagt Berger. Was in der Öffentlichkeit womöglich als kühles Verhältnis zwischen Vater und Sohn gewertet wurde, war der einzig richtige Weg zum Erfolg. Keke Rosberg legte allergrößten Wert darauf, nicht wie eine "Eislauf-Mutter" wahrgenommen zu werden.

"Mein Vater meinte, dass Rennfahren eigentlich nur wehtun könnte", sagt Nico Rosberg, dessen Eltern eigentlich gegen eine Karriere im professionellen Motorsport waren. "Meine Mutter meinte, das wäre zu viel Stress, Rennen und Studium zusammenzubringen. Ich hatte mir ja auch nach dem Abi überlegt, Aeronautik zu studieren, und mich deshalb bei den besten Unis in England beworben. Zwei hätten mich genommen."

Eltern wollten keine Rennfahrer-Karriere

Sohnemann Nico setzte sich gegen seine Eltern durch. "Eins war sicher: Ich wollte nicht eines Morgens aufwachen und mich ärgern, dass ich nicht das tun kann, was ich wirklich wollte: Rennen fahren", erklärt der Mercedes-Star in der 'Sport Bild'. Konsequent setzte er seinen Weg durch die Nachwuchsklassen fort. Über die Formel 3 ging es 2005 in die GP2-Serie, wo sich Rosberg im Eiltempo in die Notizbücher vieler Formel-1-Teamchefs fahren konnte.

Nico Rosberg und Lewis Hamilton
Nico Rosberg und Lewis Hamilton in der Formel 3: Das Talent war offensichtlich
© xpb.cc

Im damaligen Topteam ART setzte sich Rosberg souverän gegen Alexandre Premat durch. Mit insgesamt fünf Laufsiegen und 120 Punkten setzte er sich in der Endabrechnung gegen einen gewissen Heikki Kovalainen durch, den er später in der Formel 1 wiedertraf. Der Deutsche mit finnischen Wurzeln dockte zur Saison 2006 bei Williams an, der Finne Kovalainen durfte im selben Jahr nur testen und erst ein Jahr später sein Grand-Prix-Debüt mit Renault feiern.

Als Kovalainen debütierte, hatte Rosberg längst deutliche Duftmarken in der Formel 1 gesetzt. Gleich im ersten Grand Prix im März 2006 in Bahrain konnte der damals 20 Jahre junge Williams-Rookie die schnellste Runde des Rennens fahren. "Wichtig ist, dass man beim Fahren am Limit noch Kapazitäten für andere Dinge hat. Der Kopf muss frei sein, wenn der Körper fährt. Diese Fähigkeit hat sich bei Nico früh gezeigt", sagt Vater Keke stolz.

"Von ihm habe ich den Ehrgeiz mit in die Wiege gelegt bekommen", fügt Nico hinzu. Dieser Ehrgeiz zeigte sich im täglichen Leben der Rosbergs immer wieder. Mit einem Kopfschütteln erinnern sich beide an frühere Tennisduelle am Wohnort Monaco. "Das war Krieg", sagt der Mercedes-Pilot, der damals bei Niederlagen heulte und "zwei Tage lang nicht mit ihm sprach". Eine wichtige Lektion wurde gelernt: Der Umgang mit Niederlagen.

Freund Maro Engel ist stolz

"Mein Vater hat zwar am Anfang aktiv an meiner Karriere mitgewirkt und geholfen, aber dann hat er auch dafür gesorgt, dass ich immer mehr meinen eigenen Weg gehen kann. Das zeigt mir, dass er sehr weise ist", dankt Nico Rosberg seinem prominenten Vater die spezielle Förderung. Bis heute hält sich Keke Rosberg meist deutlich zurück. Im Gegensatz zu vielen anderen Rennfahrer-Vätern meidet er die Formel-1-Events immer mehr.

Maro Engel
Maro Engel hat sich sehr für seinen Kumpel Nico Rosberg gefreut
© xpb.cc

Der "alte Rosberg" sieht dem "jungen Rosberg" per TV zu - ebenso wie viele Freunde, die der Mercedes-Star in seinem Umfeld in Monaco hat. Zu den langjährigen Wegbegleitern zählt Maro Engel. Der bisherige Mercedes-DTM-Pilot wuchs gemeinsam mit Rosberg im Fürstentum auf. "Ich habe mich am vergangenen Wochenende unheimlich für ihn gefreut. Es war der erste Sieg, den er schon lange verdient gehabt hätte", sagt Engel im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

"Wir sind beinahe täglich in Kontakt. Wir sprechen viel über Rennsport, über Training, aber auch über Privates. Unsere Freundinnen verstehen sich auch sehr gut. Das ist schön. Uns verbindet eine erstklassige Freundschaft, die aus dem Kindergarten geblieben ist", so Engel, der in diesem Jahr als Markenbotschafter von AMG sicherlich auch beruflich mehrfach mit seinem alten Kumpel zusammentreffen wird.

"Ihn dort oben auf dem Siegerpodest zu sehen, war auch für mich sehr schön", sagt Engel. "Wir haben schon als kleine Jungs beide ein Ziel verfolgt: Wir wollten Profi-Rennfahrer werden, am liebsten in der Formel 1. Dass er sich nun den Traum vom Formel-1-Sieg erfüllen konnte, ist eine super Sache. Ich bin auf meinen Freund sehr stolz."

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