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Melbourne: Vettels Aufholjagd endet bei Button

Jenson Button macht seinen Melbourne-Hattrick perfekt und wehrt die Aufholjagd von Sebastian Vettel ab - Mercedes geht beim Saisonauftakt leer aus

Jenson Button, Sebastian Vettel
Der knapp geschlagene Sebastian Vettel gratuliert Sieger Jenson Button
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Jenson Button ist der König von Melbourne! Der McLaren-Pilot sicherte sich nach 2009 (auf Brawn) und 2010 seinen dritten Sieg beim Grand Prix von Australien und erwischte damit einen perfekten Start in die Formel-1-Saison 2012. Nach der Doppel-Pole-Position am Samstag konnte McLaren heute zwar keinen Doppelsieg feiern, aber Polesetter Lewis Hamilton rundete ein starkes Teamergebnis als Dritter ab.

"Jeder Sieg ist etwas Besonderes", jubelt Button. "Wir haben im Winter gut gearbeitet, wie man schon im Qualifying gesehen hat. Es ist schön, im ersten Rennen der Saison zu gewinnen. Das gibt dem Team Auftrieb, sodass wir in den nächsten Monaten noch härter arbeiten können." Hamiltons Freude wirkt etwas gedämpfter: "Das ist die gleiche Position wie vergangenes Jahr, aber es war ein sehr positives Rennen für das Team, weil wir offensichtlich schnell sind."

Vettel hatte eine Vorahnung

Schadensbegrenzung betreiben konnte Titelverteidiger und Vorjahressieger Sebastian Vettel, der sich mit seinem Red Bull vom sechsten auf den zweiten Platz verbesserte. "Gestern war nicht unser Tag, aber heute kann das werden", hatte er schon vor dem Start angekündigt. "Das Auto ist gut im Renntrimm - gut genug, um nach vorne zu schauen und nicht nach hinten. Wir müssen auf dem Teppich bleiben: Das war nur ein Qualifying."

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Jenson Button
Jenson Button legte mit dem besten Start den Grundstein für seinen Sieg
© xpbimages.com

Eine Ankündigung, die sich bestätigen sollte. "Ich kann mit dem zweiten Platz leben. Nach gestern hätten uns das nicht alle zugetraut, aber jetzt hat man unser wahres Potenzial gesehen", fühlt sich Vettel bestätigt. "Ich bin sehr zufrieden, denn Melbourne ist eigentlich eine der Strecken, auf denen wir uns normalerweise ein bisschen schwerer tun. Da trotzdem Platz zwei zu holen, ist sehr schön und macht mich stolz. Es war ein sehr gutes Rennen."

Generell bestätigte sich auf der 5,303 Kilometer langen Strecke im Albert Park der Eindruck des Testwinters, dass McLaren und Red Bull in etwa gleich stark sind und deutlich vor der Konkurrenz liegen. Ferrari holte durch Fernando Alonso zwar einen unerwarteten fünften Platz, war aber nie in Podiumsnähe, doch Lotus und Mercedes konnten bei weitem nicht an die starken Performances des Qualifyings anknüpfen und erlebten einen enttäuschenden Renntag.

Vorentscheidung am Start

Die Vorentscheidung fiel bereits am Start, denn Button kam etwas besser weg als Hamilton und bog vor seinem Teamkollegen in die erste Kurve ab. Dahinter reihten sich Michael Schumacher und Nico Rosberg (Mercedes) ein, die gut von der Linie wegkamen, und Vettel kam als Fünfter aus der ersten Runde zurück. Die großen Verlierer des Starts waren Romain Grosjean (Lotus) und Mark Webber (Red Bull), die von P3 auf P6 beziehungsweise von P5 auf P9 zurückfielen.

Dahinter kam es zur in Melbourne fast traditionellen Karambolage im Mittelfeld: Ein Gerangel zwischen Webber und Nico Hülkenberg (Force India) löste eine Kettenreaktion aus, der mehrere Autos zum Opfer fielen. Hülkenberg schied gleich aus, Lokalmatador Daniel Ricciardo (Toro Rosso) und Bruno Senna (Williams) mussten an die Box kommen. "Irgendwie scheint der Albert Park etwas dagegen zu haben, mich eine komplette Distanz fahren zu lassen", seufzt Hülkenberg.

Hülkenberg geht leer aus

"Es ist natürlich super enttäuschend", erklärt der Deutsche, der nach seinem Ausfall noch mit Helm zurück in den Paddock kam, um seinen Groll zu ersticken. "Ich hatte einen guten Start und habe gleich zwei, drei Plätze gutgemacht. Ich habe mich neben Mark gebremst, habe eingelenkt und plötzlich von hinten einen Schlag bekommen. Der hat mir die gesamte Aufhängung und den Reifen kaputt geschlagen. Ich weiß nicht genau, was passiert ist. Es ist sehr übel."

Michael Schumacher
Michael Schumacher lag bis zu seinem Ausfall sogar vor Sebastian Vettel
© xpbimages.com

In der zweiten Runde gleich der nächste Paukenschlag, als Pastor Maldonado (Williams) eine Attacke gegen Grosjean lancierte. Grosjean gab nicht nach und beschädigte sich dabei die Radaufhängung. "Mein Start war nicht gut. Dann hat Maldonado zu spät gebremst, mein Auto getroffen und meine Aufhängung ruiniert", ärgert sich der junge Franzose, der gestern nach seinem dritten Platz noch als Überraschung des Tages gefeiert worden war.

Maldonado leistete sich wenig später einen Ausritt, der ihn auf Platz neun zurückwarf, während an der Spitze der McLaren-Express munter dahinrollte. Nach sechs Runden führte Button 2,6 Sekunden vor Hamilton, 6,3 vor Schumacher, 7,0 vor Vettel, 9,0 vor Rosberg und 9,7 vor Alonso. Letzterer gewann in den ersten Runden gut Boden und verfügte im Rennen auch über einen erstaunlich guten Speed - im Gegensatz zu Teamkollege Felipe Massa.

Tolles Manöver von Vettel gegen Rosberg

Stark war das Überholmanöver von Vettel gegen Rosberg, außen am Ende der zweiten DRS-Zone. "Wenn du innen bist, hast du die spitzere Kurve und musst früher bremsen. Das hat Sebastian genutzt", analysiert 'Motorsport-Total.com'-Experte Marc Surer. Vettel selbst weiß, dass die Attacke gegen den Landsmann im Silberpfeil mutig war: "Ich habe Nico mit einem ziemlich extremen Manöver überholt", gibt er zu.

Wenig später leistete sich Vettel einen Ausritt, der aber ohne Folgen blieb. Von da an war sein Rennspeed jedoch vielversprechend: "Ich habe gemerkt, dass das Auto gut liegt im Rennen. Im zweiten Stint konnte ich mit Lewis gut mitgehen, aber Jenson war einfach zu stark für uns", gesteht der 24-Jährige. Im Finish spitzte sich das Rennen auf einen Dreikampf zwischen den beiden McLaren-Piloten und Vettel zu - mit Button als Sieger.

Der Brite ließ sich nicht einmal durch eine Safety-Car-Phase wegen des Ausfalls von Witali Petrow (Caterham) beirren und fuhr die 25 Punkte sicher nach Hause. Ein Selbstläufer war der Restart in Runde 42 aber nicht: "Im Sonnenuntergang wurde der Asphalt immer kühler, also war es schwierig, die Reifen auf Temperatur zu halten", argumentiert Button. "Umso nervöser war ich vor dem Restart, aber der ist mir gut gelungen."

Doppel-Boxenstopp von McLaren

McLaren holte in Runde 36, also kurz vor der Safety-Car-Phase, beide Autos gleichzeitig an die Box, fertigte Button und Hamilton binnen weniger Sekunden ab - perfektes Teamwork der Mechaniker. Vettel blieb noch eine Runde draußen - und überholte damit zumindest einen McLaren. "Selbst ohne das Safety-Car hätte ich eine Chance gehabt, Lewis zu überholen, aber es hat natürlich geholfen. Der Boxenstopp war klasse", freut er sich.

Beim Restart konnte er keine Attacke gegen Button reiten, der sich souverän absetzte und nach den zwei DRS-Sperr-Runden mehr als eine Sekunde Vorsprung hatte. "Es war nicht mehr möglich, nach vorne anzugreifen - dafür war Jenson zu schnell", sieht Vettel ein. "Wir haben zu lange gebraucht, um die Reifen auf Temperatur zu bekommen." Im Finish hatte er die Augen eher nach hinten gerichtet: "Es war nicht leicht, den Platz zu verteidigen, weil Lewis DRS verwenden konnte."

Vierter wurde heute Webber, der damit sein bestes Ergebnis beim Heim-Grand-Prix erzielte. Webber setzte in der Schlussphase sogar Hamilton unter Druck, schaffte es aber in den DRS-Zonen nie, sich neben den McLaren zu setzen. Am Ende fehlte eine halbe Sekunde. Nach hinten hatte der Australier 17 Sekunden Luft zu Alonso, der nach einem unauffälligen, aber bärenstarken Rennen die Vorgabe erfüllte und ein unerwartetes Top-5-Ergebnis nach Hause fuhr.

Alonso mit Ergebnis zufrieden

"Wir hatten ein schwieriges Rennen, doch das war uns schon vorher klar", bilanziert der Spanier. "Es gab einige schöne Duelle und dank eines guten Starts machten wir einige Positionen gut. Nach diesem Qualifying auf Platz fünf zu fahren und damit hinter den beiden Red Bulls und McLarens zu stehen, ist meiner Meinung nach ein ziemlich gutes Ergebnis. Wir holten viele Punkte. Klar ist aber: Wir müssen das Auto verbessern. Wir möchten nämlich ganz vorne mitmischen."

Dramatisch ging es in der Schlussphase im Kampf um die Punkteränge zu. Zuerst crashte Maldonado bei der Jagd nach Alonso (ohne Fremdeinwirkung), was Williams einen guten Start in die Saison kostete, und dann wurde plötzlich Rosberg langsamer. "Ich habe Perez auf der Geraden erwischt, aber dann hat er mich mit dem Frontflügel auf dem Hinterreifen getroffen", seufzt der Mercedes-Pilot. "Ich finde, er war da etwas zu aggressiv, aber er sagt das Gleiche von mir."

Profiteur war Sergio Perez' Sauber-Teamkollege Kamui Kobayashi, der noch auf Platz sechs aufrückte - mit Räikkönen, der sonst nur Zehnter geworden wäre, im Schlepptau. Perez wurde für seine tapfere Einstoppstrategie mit Platz acht belohnt, gefolgt von Ricciardo und Paul di Resta (Force India). Bitter für Jean-Eric Vergne, dass er am Ende noch einen Platz gegen di Resta verlor, sonst hätte er gleich im ersten Grand Prix einen WM-Zähler geholt.

Rosberg: Melbourne kein Gradmesser

Rosberg, der auf Kurs zu Platz sieben unterwegs war und im Rennen nicht den gleichen Speed wie im Qualifying hatte, meint, dass "heute nicht viel mehr" drin gewesen wäre. Davon lässt er sich aber nicht entmutigen: "Ich glaube nicht, dass das der Wahrheit entspricht. Wir haben das Auto für das Rennen nicht optimal abgestimmt. Ich bin aber sehr guter Dinge, dass wir in Malaysia den Aufwärtstrend fortführen können."

Mercedes ist jedenfalls der große Verlierer des Saisonauftakts: Dass der Rennspeed weniger gut sein würde als der im Qualifying, war absehbar - der F-Schacht-Effekt greift schließlich nur bei aktiviertem DRS, und das ist im Rennen nur selten der Fall. Aber dass die Silberpfeile am Ende mit null Punkten nach Malaysia fliegen müssen, tut weh. Vor allem Routinier Schumacher lieferte bis zu seinem Ausfall ein starkes Rennen ab, lag sogar noch vor Vettel.

Getriebedefekt bei Schumacher

"Ich verlor in der Bremszone für Kurve eins den Vortrieb", schildert er seinen Ausfall in der zwölften Runde. "Wir hatten den gesamten Winter über kein Problem mit dem Getriebe. Es ist also etwas komisch. Schade, dass wir hier ausgefallen sind. Ich hätte gerne für Mercedes das erste Podium einfahren wollen. Vielleicht beim nächsten Mal." Und er unterstreicht: "Australien ist nicht unbedingt ein Gradmesser. Das haben wir in der Vergangenheit oft erlebt."

Insgesamt kamen 16 von 22 gestarteten Autos in die Wertung, 13 davon sahen auch die Zielflagge - Maldonado, Charles Pic (Marussia) und Senna waren nicht mehr auf der Strecke, als nach 58 Runden abgewinkt wurde. Marussia darf sich dennoch freuen: Timo Glock wurde vor Pic guter 14. und erzielte damit das beste Ergebnis in der Teamgeschichte - möglicherweise ein ganz wichtiger Schritt in Richtung Platz zehn der Konstrukteurs-WM.

Weiter geht's schon am kommenden Freitag mit den Freien Trainings zum Grand Prix von Malaysia in Sepang. Zwar scheinen McLaren und Red Bull momentan die dominanten Teams zu sein, doch die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt, dass Melbourne oftmals eigene Gesetze hat. Denn während die Strecke im Albert Park als Stop-&-Go-Parcours gilt, kommt es in Sepang vor allem auf aerodynamischen Anpressdruck an.

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