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Di Montezemolo: "Ich danke Gott"

27. Juli 2009 - 16:05 Uhr

Luca di Montezemolo ist nach seinem Besuch beim verletzten Felipe Massa erleichtert - Comeback von Michael Schumacher nicht ausgeschlossen!

Luca di Montezemolo (Präsident)
Luca di Montezemolo stattete Felipe Massa am Montag einen Besuch ab
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo reiste heute höchstpersönlich nach Ungarn, um sich selbst ein Bild vom Gesundheitszustand seines Piloten Felipe Massa zu machen. Der Brasilianer hatte im Qualifying am Samstag eine 800 Gramm schwere Metallfeder an den Helm bekommen und sich dabei eine Schädelverletzung zugezogen. Nach Auskunft der Ärzte ist Massa außer Lebensgefahr. Ob der Vizeweltmeister wieder vollständig geheilt wird, blieb jedoch bislang offen.

"Wir müssen noch warten, aber die ersten Eindrücke, die ich bekommen habe, sind sehr ermutigend", sagte di Montezemolo nach seiner Visite im Krankenhaus. Der Italiener informierte sich in intensiven Gesprächen mit den behandelnden Medizinern über den Zustand von Felipe Massa. Di Montezemolo sprach der Familie des Brasilianers Trost und Mut zu, nur durch eine Fensterscheibe durfte der Ferrari-Boss in das Behandlungszimmer der Intensivstation des AEK-Krankenhauses in Budapest blicken.

"Für uns ist es jetzt erst einmal wichtig, dass sich Felipe gut erholt", so di Montezemolo auf Fragen der Presse. "Felipe ist ein wichtiger Teil der gesamten Ferrari-Familie, nicht nur des Formel-1-Teams." Der Firmenchef gab zu, dass er bei seiner Reise nach Ungarn an den Besuch am Krankenbett von Niki Lauda nach dessen Feuerunfall 1976 dachte: "Gott sei Dank ist die Situation ganz anders als damals bei Niki. Felipe ist auf einem guten Weg. Ich danke Gott."

"Wir denken jetzt nur an den Menschen und nicht an den Fahrer."
Luca di Montezemolo

Nach Aussage der Ärzte ist die aktuelle Saison für den Ferrari-Piloten mit größter Wahrscheinlichkeit beendet. Es seien zwar gute Genesungsfortschritte zu erkennen, aber es könnten auch jederzeit noch Komplikationen auftreten, hieß es. Sorge macht den Medizinern das linke Auge des Brasilianers, das durch den Einschlag der Metallfeder arg in Mitleidenschaft gezogen wurde. Man könne derzeit noch nicht sagen, ob Massa wieder volle Sehstärke auf dem Auge haben werde.

Unterdessen wird bereits heftig darüber spekuliert, wer Massa bei den kommenden Rennen im Cockpit vertreten könnte. "Wir denken jetzt nur an den Menschen und nicht an den Fahrer", so di Montezemolo. Und weiter: "Wir werden das ganz ohne Druck entscheiden. Wenn wir eine Entscheidung treffen, dann wird es eine gute Entscheidung sein." In Spanien wird bereits Fernando Alonso als Ersatzfahrer für das Rennen in Valencia gesehen, weil dessen Renault-Team an gleicher Stelle nicht antreten darf.

In Italien ist der Ruf nach einem Comeback von Michael Schumacher laut. Auf entsprechende Nachfrage des 'Tagesspiegel' sagte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali: "Es wäre falsch, jetzt schon ja oder nein zu sagen." Angeblich soll der Rennleiter in den kommenden Tagen eine Liste mit potenziellen Massa-Vertretern aufstellen. "Wir werden diese Woche darüber nachdenken", so Domenicali, der bereits morgen erneut am Krankenbett von Felipe Massa erwartet wird.

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