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Dominanz hält an: Button siegt in Barcelona

Jenson Button und Rubens Barrichello feierten in Barcelona einen Doppelsieg - Mark Webber dank Strategie Dritter - Wieder Chaos bei Ferrari

Podium in Spanien 2009
Vierter Sieg im fünften Rennen: Langsam muss Jenson Button an den Titel denken
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Nach vier Überseerennen fand heute auf dem Circuit de Catalunya in Barcelona der Europaauftakt der Formel 1 statt. Praktisch alle Teams brachten aus diesem Anlass technische Neuerungen, aber der von vielen erwartete Umsturz des Kräfteverhältnisses blieb aus. Stattdessen gab es den vierten Saisonsieg von WM-Dominator Jenson Button.

Der Brawn-Mercedes-Pilot lieferte einmal mehr eine clevere Performance ab und setzte sich vor seinem Teamkollegen Rubens Barrichello durch. Das Ex-Honda-Team wehrte damit den Entwicklungsangriff von Ferrari und Co. erfolgreich ab und muss sich spätestens jetzt ernsthaft mit dem WM-Titel auseinandersetzen. Immerhin sind die beiden Piloten und auch der Brawn-Rennstall die einzigen Teilnehmer, die bisher in allen fünf Rennen gepunktet haben!

Webber ausnahmsweise vor Vettel

Jenson Button vor Rubens Barrichello
Einigkeit vor der ersten Kurve: Button machte es Barrichello nicht allzu schwer
© xpb.cc

Der benzinbereinigt betrachtet schnellste Mann des Qualifyings, Sebastian Vettel (Red-Bull-Renault), konnte sich wegen eines unglücklichen Rennverlaufs nicht wie erhofft in Szene setzen und wurde daher auch von seinem Stallgefährten Mark Webber geschlagen, der als Dritter ein psychologisch sehr wichtiges Erfolgserlebnis feiern durfte und Red Bull wohl endgültig als zweite Kraft in der Formel 1 etablierte.

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Schon am Start roch es gewaltig nach Brawn, allerdings bog nicht Button als Führender in die erste Runde ein und auch nicht Felipe Massa mit dem KERS-Ferrari, sondern Barrichello: Der routinierte Brasilianer kam gut von der Linie weg und profitierte vom fairen Verhalten Buttons, der sich ordentlich dahinter einreihte. Auf den weiteren Positionen folgten Massa, Vettel, Webber und Lokalmatador Fernando Alonso, dem heute deutlich weniger Landsleute zujubelten als in den vergangenen Jahren.

Etwas weiter hinten kam es in der zweiten Kurve zu einer spektakulären Kollision, die gleich vier Autos eliminierte: Nico Rosberg (Williams-Toyota) kam zunächst leicht von der Strecke ab, drängte unabsichtlich Jarno Trullis Toyota weg, der von rechts wieder auf den Asphalt rutschte - und das löste eine Kettenreaktion aus, die neben Trullis auch die Arbeitstage von Adrian Sutil (Force-India-Mercedes), Sébastien Buemi und Sébastien Bourdais (Toro-Rosso-Ferrari) beendete.

Vier Runden lange Safety-Car-Phase

Aufgrund der Unmengen an Wrackteilen, denen Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes) nach einem völlig verpatzten Start übrigens nur mit viel Glück ausweichen konnte, musste das Safety-Car auf die Strecke gehen. Von da an dauerte es nicht mehr lange, ehe die beiden Finnen ausgeschieden waren: Bei Heikki Kovalainen (McLaren-Mercedes) quittierte das Getriebe den Dienst, bei Kimi Räikkönen (Ferrari) dürften die Gasannahme und KERS für Probleme gesorgt haben.

Als in Runde sechs endlich der Restart erfolgte, setzte sich das Brawn-Duo an der Spitze zehntelsekundenweise von Massa ab, der sich insofern als hilfreich erwies, weil er dank KERS für Vettel eine praktisch nicht zu knackende Bastion war. "Wir waren erleichtert, als Sebastian hinter Felipe zurückgefallen ist", erklärte Ross Brawn später und stufte dies folgerichtig als rennentscheidende Situation ein.

Die Brawn-Piloten waren von da an unter sich und lieferten sich ein strategisch interessantes Fernduell um den Sieg, denn Button wurde von drei auf zwei Stopps umgestellt. Dadurch baute Barrichello zwischendurch einen Vorsprung von bis zu 13 Sekunden auf, aber unterm Strich war er durch den zusätzlichen Stopp trotzdem chancenlos. "Rubens war gut unterwegs, hatte aber Schwierigkeiten mit den Reifen", analysierte Brawn.

Ferraris peinlicher Rechenfehler

Adrian Sutil und Jarno Trulli
Adrian Sutil krachte in der zweiten Kurve in Jarno Trullis Toyota hinein
© xpb.cc

Zwischendurch sah es so aus, als würde Barrichello sogar aus den Podestplätzen rutschen, doch zu Hilfe kam ihm, dass Massas Crew zu wenig nachgetankt hatte. 15 Runden vor Schluss funkte sein Renningenieur Rob Smedley erstmals, dass der Vizeweltmeister Benzin sparen soll, und vier Runden vor Schluss hieß es dann endgültig: "Let it go, Felipe!" Prompt steckte Massa zurück und ließ Vettel bei Start und Ziel kampflos passieren.

Ferrari verschenkte durch diese nächste peinliche Panne nicht nur einen, sondern gleich zwei Punkte, denn weil Massa bei vier noch zu fahrenden Runden um eine ganze Runde im Defizit war, schlüpfte auch Alonso noch durch - sehr zur Freude der spanischen Fans. Zumindest konnte Massa Nick Heidfeld (BMW Sauber F1 Team) um 1,4 Sekunden in Schach halten. In der Auslaufrunde rollte er dann tatsächlich mit einem leeren Tank aus...

Großer Profiteur des Benzindramas bei Ferrari war Webber, denn der Australier zog Nutzen aus Massas langsamer Pace, fuhr einen um sieben Runden längeren zweiten Stint als Massa und Vettel und ging dadurch ganz locker an beiden vorbei, was ihn vom fünften Platz noch auf das Podium spülte. In der Schlussphase setzte der Australier sogar noch Barrichello unter Druck, doch für eine ernsthafte Attacke reichte es nicht mehr.

Zwei Punkte zum Geburtstag

Aufräumarbeiten nach dem Startunfall
Ein Wunder, dass sich auf den Wrackteilen niemand die Reifen aufschlitzte...
© xpb.cc

Geburtstagskind Heidfeld (32) beschenkte sich mit zwei WM-Punkten: "Das habe ich mir gewünscht!" Grundlage für dieses gute Ergebnis nach dem ernüchternden Qualifying war ein exzellenter Start des Deutschen, der in der Folge ein solides Rennen fuhr. Allerdings ist das BMW Sauber F1 Team auch mit dem neuesten Update noch weit von der Spitze entfernt. Das bekam Robert Kubica zu spüren, der als Elfter den ganzen Nachmittag nie wirklich aufzuzeigen vermochte.

Weltmeister Hamilton fuhr mit dem schwersten Auto zu Beginn überraschend auf Punktekurs, verlor aber alle realistischen Chancen mit abbauenden Hinterreifen, durch die er wichtigen Boden einbüßte. Am Ende ging der Brite als Neunter leer aus. Somit hatte Rosberg leichtes Spiel, der als Achter immerhin einen Zähler mit nach Hause nehmen durfte, auch wenn er sich mit seiner konservativen Strategie insgeheim wohl mehr erhofft hatte.

Unterm Strich war es wieder eine souveräne Performance des Brawn-Teams, auch wenn der Eindruck ein bisschen täuscht: "Ich hätte schneller fahren können, aber ich hatte die ganze Zeit das rote Auto von Massa vor mir", analysierte Vettel und deutete damit an, dass für ihn mit einem besseren Start viel mehr drin gewesen wäre. Das macht Mut für Monaco, wo Red Bull möglicherweise den neuen Doppeldiffusor bekommen wird.

Tolles Manöver von Webber gegen Alonso

Sebastian Vettel
Rubens Barrichello in Führung, dahinter Button, Massa und Pechvogel Vettel
© xpb.cc

In Erinnerung bleiben wird Barcelona 2009 - wie das bei Rennen auf dem Circuit de Catalunya schon oft der Fall war - als eher langweilige Prozession ohne allzu viel Überholaction. Für eines der Highlights sorgten Webber und Alonso in der Anfangsphase, als Alonso mit zwei Rädern am Gras bei Start und Ziel am Red Bull vorbeipowerte, sich dann aber in der Bremszone vor der ersten Kurve auf der letzten Rille doch wieder überrumpeln ließ.

Ansonsten waren heute die Strategen am Wort - und da fiel auf: So stark die Performance des Brawn-Teams auf der Strecke auch sein mag, so verschenkt die Truppe doch immer wieder ein bis zwei Sekunden bei den Boxenstopps. Heute war das bei Button der Fall, auch wenn der WM-Leader zum Glück genug Puffer hatte. So einen Puffer hat er übrigens auch in der Fahrerwertung, in der er nun schon 14 Zähler vor Barrichello in Führung liegt.

Vettel fehlen inzwischen 18 Punkte auf Button, der auf jeden Fall auch nach dem Klassiker in Monte Carlo voran liegen wird, und hat seinerseits bereits einen kleinen Vorsprung auf Webber und die beiden Toyota-Piloten, die heute übrigens keine Chance hatten und deutlich schwächer wirkten als noch vor zwei Wochen. In der Konstrukteurs-WM führt Brawn nach fünf von 18 Rennen mit 68 Punkten vor Red Bull (38,5) und Toyota (26,5).

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