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Hamilton-Strafe: Zick-Zack-Kurs von Whiting!

10. September 2008 - 11:09 Uhr

Absurd: Rennleiter Charlie Whiting versicherte McLaren-Mercedes erst, es sei alles okay, dann zeigte ausgerechnet er Lewis Hamilton bei den Stewards an

Charlie Whiting
Von FIA-Mann Charlie Whiting würden wir gerne eine Erklärung hören...
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Man will ja glauben, dass in der Formel 1 alles mit rechten Dingen zugeht und dass die Verschwörungstheorien so mancher Experten sehr weit hergeholt sind, aber die Strafe gegen Lewis Hamilton in Spa-Francorchamps macht es einem zumindest sehr schwer, über alles, was passiert ist, lächelnd hinwegzuschauen.

Ob die 25-Sekunden-Strafe, durch die der McLaren-Mercedes-Pilot im Klassement vom ersten auf den dritten Platz zurückfiel, gerechtfertigt war, das wollen wir hier nicht beurteilen. Vielmehr geht es darum, den Entscheidungsfindungsprozess zu durchleuchten, denn da gab es die eine oder andere Ungereimtheit. Vor allem die Rolle von Rennleiter Charlie Whiting erscheint derzeit in einem sehr fragwürdigen Licht.

McLaren hat bei der Rennleitung nachgefragt

Als Hamilton nämlich beim Anbremsen der Bus-Stop-Schikane an Kimi Räikkönen vorbeigehen wollte, die Schikane stattdessen aber abkürzen musste, musste er sich hinter den Ferrari-Piloten zurückfallen lassen. Anschließend lancierte Hamilton vor La Source die nächste Attacke, für die er bestraft wurde. Viele fragen sich: Warum hat McLaren-Mercedes nicht einfach via Funk sofort bei Whiting nachgefragt, ob das Überholmanöver in Ordnung war?

"Wir haben die Rennleitung von der Boxenmauer aus gebeten, zu bestätigen, dass sie damit einverstanden ist, wie Lewis Kimi passieren hat lassen, und sie hat bestätigt, dass die Position auf eine Art und Weise zurückgegeben wurde, die 'okay' war", so McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh. "Wenn die Rennleitung stattdessen irgendwelche Bedenken hinsichtlich Lewis' Verhalten geäußert hätte, dann hätten wir Lewis instruiert, Kimi ein zweites Mal überholen zu lassen."

Zum Hintergrund sei an dieser Stelle erläutert, dass Rennleitung und die drei Rennkommissare, die die Entscheidung zu treffen hatten, zwei unterschiedliche Dinge sind. Die Rennleitung ist jenes FIA-Kontrollbüro, das beispielsweise über Safety-Car-Phasen, Abbrüche oder dergleichen entscheidet - unter der Leitung von Whiting. Die drei Rennkommissare greifen hingegen nur ein, wenn Zwischenfälle untersucht und Strafen ausgesprochen werden müssen.

Erst das Okay gegeben, dann verpetzt!

Das war am vergangenen Wochenende der Fall, als sie auf das mögliche Fehlverhalten von Hamilton hingewiesen wurden. Interessant daran: Ferrari hat keinen Protest eingelegt - der Hinweis muss also von anderer Stelle gekommen sein. Und jetzt wird es absurd: Die drei Rennkommissare Nicholas Deschaux, Surinder Thatthi und Yves Bacquelaine wurden nämlich ausgerechnet von Whiting informiert - jenem Whiting, der McLaren-Mercedes kurz zuvor noch ein Okay signalisiert hatte!

Das ist keine Vermutung, sondern eine Tatsache, die sich aus dem Stewards-Document mit der Nummer 49 ablesen lässt. Darin wird auch erläutert, gegen welche Regeln Hamilton nach Meinung der Rennkommissare verstoßen hat: gegen Artikel 30.3.a des Sportlichen Formel-1-Reglements und gegen Artikel IV.2.g des International Sporting Codes der FIA. Die beiden Artikel besagen im Wesentlichen, dass ein Fahrer die Strecke normalerweise nicht verlassen darf.

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