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Räikkönens Reifen-Dilemma

Kimi Räikkönen über das schwarze Gold, das sich nicht immer so verhält, wie man sich das als Rennfahrer gerade wünscht...

Kimi Räikkönen
Der Reifen: Nicht immer des Rennfahrers allerbester Freund...
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Manchmal entscheiden nur Nuancen darüber, ob nun Ferrari oder McLaren-Mercedes die Nase vorne hat - oder beispielsweise die Abstimmung in Punkto Reifen. Jede Rennstrecke weist ihre ganz eigenen Charakteristiken auf, was letztendlich auch für die Pneus von großer Bedeutung ist. Oftmals werden die Ingenieure vor die Wahl gestellt, das Setup in eine bestimmt Richtung zu entwickeln - was nicht selten in einen Kompromiss mündet. Kimi Räikkönen erklärt, was es damit genau auf sich hat.

Wie kommt es also, das McLaren-Mercedes und Ferrari scheinbar abwechselnd Topleistungen bringen und dann wieder weniger gut abschneiden, Kimi? "Das hängt von den Rennstrecken ab. Die eine passt uns besser, die andere McLaren-Mercedes. Das war im vergangenen Jahr aber noch viel extremer. In dieser Saison gab es für uns keine Strecke mehr, auf der wir total daneben lagen."

Unterschiedliche Abstimmungs-Philosophien

"Viel hängt von der Streckencharakteristik, der Asphaltbeschaffenheit, der Außentemperatur und der verwendeten Gummimischung ab", fuhr der amtierende Weltmeister gegenüber 'Auto, Motor und Sport' fort. "Unter bestimmten Bedingungen tut sich McLaren-Mercedes leichter damit, die Reifen auf Temperatur zu bringen."

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"Deshalb holen sie in der ersten Runde auch öfter als wir das Maximum aus dem Reifen. Dafür zahlen sie dann manchmal auch den Preis im Rennen, weil ihre Reifen schneller abbauen. Das gleicht sich aus. Am liebsten hätte man natürlich ein Auto, das beides kann, den Reifen schnell aufwärmen, ihn im Rennen aber zu schonen. Das geht allerdings nicht."

"Man muss sich für eines entscheiden, seitdem man die Abstimmung des Autos zwischen der Qualifikation und dem Rennen nicht mehr ändern darf", erläutert der Finne, der in Hockenheim nicht besonders flott unterwegs war. "Die Reifen können von einem Satz zum nächsten sehr unterschiedlich sein, auch wenn man am Auto gar nichts ändert."

Reifenanwärmen ein wichtiges Quali-Thema

"Vor zwei Jahren, als wir noch einen Reifenkrieg hatten, gab es diese Qualitätsschwankungen nicht. Mit den Einheitsreifen schaut Bridgestone logischerweise auf die Kosten. Das wirkt sich auch auf die Produktionsprozesse aus. Die Unterschiede von Reifensatz zu Reifensatz machen es schwierig, eine gute Trainingsrunde hinzukriegen: Du weißt nie, was dich erwartet."

"Das wird dann wichtig, wenn du ohnehin schon Schwierigkeiten hast, Temperatur in die Reifen zu bekommen. Auf einigen Strecken gibt es vor der Ziellinie nur langsame Kurven, wo es praktisch unmöglich ist, den Reifen zu belasten. Oder du hast das Pech, dass vor dir einer langsam fährt, weil er Platz zum Vordermann schaffen will."

"Du kannst dann in diesen entscheidenden Kurven nicht das Tempo fahren, das für das Reifenaufwärmen nötig wäre. Da gehst du dann mit zu kalten Reifen in die ersten zwei Kurven deiner Qualifikationsrunde", sagte Räikkönen abschließend. "Es ist extrem schwierig für das Team, dich so rauszuschicken, dass du auf der Aufwärmrunde nicht in Verkehr gerätst."

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