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Toyota hofft auf Erfahrungsvorteil in Bahrain

01. April 2008 - 14:17 Uhr

Pascal Vasselon nimmt im Interview Stellung zur Lage des Teams nach zwei Rennen, bewertet Timo Glock und blickt auf Bahrain

Timo Glock
Erfreute sein Team bislang nur mit guten Qualifyings: Timo Glock
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Mit fünf Punkten im Gepäck reist Toyota zum dritten Rennen der Saison. Pascal Vasselon, der technische Direktor des Rennstalls, ist mit den bisherigen Leistungen durchaus zufrieden und freut sich über den gelungenen Einstand von Timo Glock. Für Bahrain hofft der ehemalige Reifenfachmann auf einen Erfahrungsvorsprung aus den Wintertests, als Ferrari und Toyota alleine in der Wüste unterwegs waren.

Frage: "Pascal, hat der Unfall von Timo Glock in Melbourne irgendwelche Probleme für Sepang nach sich gezogen?"
Pascal Vasselon: "Timos Chassis wird derzeit in Köln repariert, aber es gab eigentlich nur geringe Schäden. Das meiste waren oberflächliche Kratzer und am meisten haben ohnehin die Aufhängungselemente abbekommen. Da ging eine Menge zu Bruch, aber das Chassis wird schon bald wieder auf die Rennstrecke gehen. Für Malaysia hatten wir ein anderes Chassis eingeflogen."

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Resultat in Malaysia stimmt Toyota zufrieden

Frage: "Wie gut ist die Rennpace aus Sepang als Indikator für den Rest der Saison?"
Vasselon: "Nur Statistiken sagen die ganze Wahrheit, aber am meisten zufrieden waren wir in Malaysia mit unserer Wettbewerbsfähigkeit. Die lag nämlich genau in dem Bereich, den wir auch schon bei den Tests in Barcelona im Vorfeld der Saison erreicht hatten."

"In Melbourne lagen wir allerdings etwas darunter, aber da zeigen sich für gewöhnlich ohnehin einige Leistungsschwankungen. Man kann in Melbourne einige seltsame Dinge beobachten, die sich im restlichen Jahr so nicht wiederholen. Deshalb wussten wir, dass wir nicht zu viele Rückschlüsse aus dem Wochenende in Australien ziehen durften. Wir sahen da sicherlich nicht schlecht aus, aber wir waren auch gewiss nicht so schnell unterwegs wie in Malaysia."

Timo Glock mit gutem Start ins Jahr

Frage: "Zwei aufeinander folgenden Top-10-Qualifyings von Timo - ein guter Start?"
Vasselon: "Besser geht es kaum noch, was die Qualifikation betrifft. Er ist kein wirklicher Rookie in der Formel 1, aber was er 2004 mit Jordan veranstaltet hat, liegt nun schon eine ganze Zeit zurück. Er hat gezeigt, dass er auch unter Druck eine schnelle Runde hinlegen kann und das ist genau das, was man sich von einem Fahrer erhofft. Es in so einem konkurrenzfähigen Feld an beiden Rennwochenenden in den dritten Qualifikationsabschnitt zu schaffen, ist schon eine sehr gute Leistung."

Frage: "Timo erwähnte erneut, die Reifen nicht gut genug zum Arbeiten gebracht zu haben..."
Vasselon: "Das ist etwas, was wir in dieser Saison immer wieder von allen Teams hören und offensichtlich liegt es nicht an der Pace an sich. Die einhellige Meinung ist, dass es nicht gerade sehr leicht ist, die Reifen in ihr optimales Arbeitsfenster zu bringen. Das wird natürlich noch durch das Verbot der Traktionskontrolle verstärkt, das für diese Saison in Kraft getreten ist."

Frage: "Timo erwähnte, dass er im Training am Samstagmorgen sehr gut mit der weichern Mischung klar kam, aber im Qualifying mit den harten Reifen zu kämpfen hatte. Warum?"
Vasselon: "Es liegt eigentlich recht nahe, dass die härteren Reifen ein bisschen schwieriger zu fahren sind - einfach, weil sie für die Bedingungen einen Tick zu hart sind. Das Graining hält sich zwar in Grenzen, aber man spürt sofort den Mangel an Grip. Es ist schwierig, die Reifen in ihrem Funktionsfenster zu halten."

Tests in Bahrain sind ein Vorteil

"Was Timo also beschreibt, ist ein ganz logisches Phänomen. Die weichere Mischung war einfach viel besser in Sepang, hatte ein größeres Fenster und war leichter dort zu halten. Aber obwohl die harten Reifen nicht ganz so gut waren wie die weichen, gab es außer dem Gripniveau in den ersten Runden eigentlich keine großen Unterschiede. Unglücklicherweise hatte Timo keine Chance mehr, das herauszufinden, weil durch den Crash mit Nico Rosberg gleich in der ersten Runde seine Aufhängung zu Bruch ging."

Frage: "Als nächstes steht Bahrain auf dem Programm. Wie zufrieden warst du mit der Leistung des TF108 bei den dortigen Wintertests?"
Vasselon: "Aus mehreren Gründen war ich mit den Testfahrten in Bahrain sehr zufrieden. Wir sind hauptsächlich dorthin gefahren, um anständiges Wetter zu haben. Und obwohl es nicht übermäßig heiß war, waren die Temperaturen doch recht ordentlich und für uns eine prima Vorbereitung."

"Die Strecke an sich ist eine Mischung aus Hochgeschwindigkeitskurven und langsamen Ecken, wo viel Traktion gefordert ist. Wir waren in der Lage, in einem durchaus großen Bereich Fortschritte mit unserem Paket zu machen. Dort haben wir die ersten Schritte in diesem Jahr unternommen, um unser Setup anzugleichen und zu verfeinern. Wir sind sehr optimistisch für den Grand Prix in Bahrain, weil unsere Testarbeit uns dafür eine solide Basis liefern sollte."

Der Wüstenkurs stellte besondere Anforderungen

Frage: "Inwiefern ist Staub ein Thema in Bahrain?"
Vasselon: "Als Bahrain 2004 zum ersten Mal im Rennkalender stand, war der Staub eine unserer Hauptsorgen. Viele Teams haben sich speziell auf diese Bedingungen vorbereitet und hatten neue Filter und ähnliches im Gepäck. Wir haben außerdem eine große Verschmutzung der Reifen erwartet, aber das ist meiner Meinung nach keine große Sache. Als wir im Februar nach Bahrain kamen, war die Strecke nach einem halben Tag sauber und man kann nicht wirklich sagen, dass Sand und Staub eine unüberwindbare Hürde darstellen. Zugegebenermaßen kann das allerdings bei starkem Wind schon wieder ganz anders aussehen."

Frage: "Der Kurs stellt hohe Anforderungen an die Bremsen. Könnten es da Schwierigkeiten geben?"
Vasselon: "Das wird wohl für niemanden eine Überraschung sein, Bahrain gilt als bremsenmordende Strecke. Aber da sind normalerweise alle Teams gut vorbereitet, denn sie fahren im Vorfeld einige Simulationen und verstehen die speziellen Voraussetzungen. Man sieht auf den ersten Blick, dass sich die Bremslast unter den höchsten Drei von vier Strecken klassiert. Montreal ist da noch ein ganz anderes Kaliber, also steht Bahrain nicht ganz oben. Trotzdem muss man der Bremsbelüftung und Abnutzung Sorge tragen."