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VW: Formel 1 auf Jahre kein Thema

03. Februar 2008 - 14:22 Uhr

Berater Hans-Joachim Stuck erklärt, warum die Formel 1 für Volkswagen kein Thema ist, und plant stattdessen eine neue Tourenwagenserie

Hans-Joachim Stuck
Hans-Joachim Stuck hält die Formel 1 im Moment nicht für attraktiv genug
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Die Formel 1 ist auf Jahre kein Thema, dafür hat Hans-Joachim Stuck mit Volkswagen andere Pläne. Als Motorsportberater des Gesamtkonzerns mit insgesamt sieben Automarken entwickelt der ehemalige Formel-1-Rennfahrer ein Konzept für eine weltweite Tourenwagenserie: "Es steht zu 70 Prozent", sagte Stuck.

Details seines Plans will Stuck noch nicht nennen, nur so viel, dass sich nach seinen Vorstellungen möglichst bis zu 19 Hersteller beteiligen. Es soll nicht irgendeine Serie werden, sondern einen Trend setzen: "Es sollen alternative und rückführbare Energien verwendet werden. Das ist ein spannendes Thema, eine richtige Aufgabe", so Stuck.

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Regeln in der Formel 1 zu instabil

"Es gibt bei VW keine Geheimpläne in der Schublade."
Hans-Joachim Stuck

An die Königsklasse verschwendet der 57-Jährige keinen Gedanken: "Es gibt bei VW keine Geheimpläne in der Schublade. In den nächsten vier, fünf Jahren ist an ein Engagement in der Formel 1 nicht zu denken", meinte Stuck und begründete die klare Haltung: "Wegen der Reglementsinstabilität ist die Formel 1 momentan wirklich nicht zu empfehlen."

Zu unsicher sei die Lage, als dass Millionen von Euro ins Blaue investiert werden: "Wir wissen nicht, wie die Formel-1-Regularien in der nächsten Saison aussehen. Ich sage nur: Kostendämmung und Motoren", erklärte Stuck. So hätten einige Teams gerade einen zweiten Windkanal gebaut, aber ab 2009 werde nur noch einer erlaubt sein: "Das sind doch wahnsinnige Kosten."

Und wenn man sich dann doch in der Formel 1 engagiere, müsse man sich zunächst lange "in Demut üben". Warnendes Beispiel: Toyota. "Die ersten vier Jahre gewinnst du nichts", meinte Stuck. Und Hinterherfahren könne nicht der Anspruch von VW sein.

Langfristiges Engagement bei VW

"Ich möchte hier natürlich länger bleiben, um wirklich etwas bewegen zu können."
Hans-Joachim Stuck

Stuck war auf Wunsch von Konzernchef Martin Winterkorn zu Beginn des Jahres von BMW zu den Wolfsburgern gekommen und unterschrieb einen Dreijahresvertrag bis Ende 2010. "Aber ich möchte hier natürlich länger bleiben, um wirklich etwas bewegen zu können", so der 'Motorsport-Total.com'-Experte. Er ist nicht nur für die Marke VW selbst tätig, sondern hat auch die Motorsporteinsätze der Konzernmarken Audi, Seat, Skoda, Bentley, Bugatti und Lamborghini im Blick. Das gäbe laut Stuck viel Spielraum für Synergien.

Dass der erste Auftritt im Januar bei der Rallye Dakar geplatzt ist, bedauert Stuck. Nach der terrorbedingten Absage des alljährlichen Wüstenspektakels, bei dem sich VW seit Jahren engagiert und 2008 nach dem Gesamtsieg greifen wollte, glaubt Stuck nicht an eine Neuauflage: "Die Dakar wird es so nicht mehr geben. Meiner Meinung nach wird sie künftig in Südamerika ausgetragen, aber dann ist es nicht mehr die Dakar", sagt Stuck.

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