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Hamilton will keinen geschenkten WM-Titel

23. Oktober 2007 - 10:12 Uhr

Lewis Hamilton würde sich über einen am Grünen Tisch errungenen WM-Titel nicht freuen - Getriebeproblem im Rennen war sein eigener Fehler

Lewis Hamilton
Lewis Hamilton hofft paradoxerweise, dass er nicht Weltmeister wird
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - In der Formel 1 wird unverändert über das dramatische Finale von São Paulo diskutiert, das bekanntlich am Grünen Tisch ein Nachspiel haben könnte. Sollten nämlich das BMW Sauber F1 Team und Williams wirklich wegen Abweichungen der Benzintemperatur disqualifiziert werden, könnte theoretisch Lewis Hamilton nachträglich zum Weltmeister erklärt werden.

Der 22-Jährige, der das Autodromo Carlos Pace am Sonntag kurz vor 18:00 Uhr gemeinsam mit seinem Vater in Richtung Hotel verlassen hatte, würde sich über einen auf diese Weise errungenen Titel nicht freuen - gerade beim ersten Mal sollte eine Formel-1-Krone schließlich etwas Besonderes sein und nicht mit einem negativen Beigeschmack behaftet. Außerdem braucht nach Spionageaffäre und Co. nun kein Mensch mehr einen weiteren Skandal.

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Gratulation an den Weltmeister

"Es wäre ein merkwürdiges Gefühl."
Lewis Hamilton

"Den Weltmeistertitel aberkannt zu bekommen, wäre ein bisschen grausam und nicht gut für den Sport", erklärte Hamilton gegenüber der 'BBC'. "Es wäre ein merkwürdiges Gefühl, nachdem Kimi in den letzten beiden Rennen einen so tollen Job gemacht und am Sonntag gewonnen hat. Ich möchte auf der Strecke gewinnen. Ich will es mit Stil machen, indem ich das Rennen gewinne oder um die Führung kämpfe. Ein Aufrücken nach der Disqualifikation anderer ist nicht die Art und Weise, wie ich Weltmeister werden will."

"Ich bin erst 22 Jahre alt und werde noch viele Gelegenheiten haben, die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Ich habe keinen Zweifel daran, dass wir das in Zukunft schaffen können. Es war ein phänomenales Jahr und es war einfach eine große Freude, Teil dieses Teams zu sein. Ich bin extrem stolz auf sie und auf alle, die mich auf meinem Weg hierher unterstützt haben", gab der McLaren-Mercedes-Pilot zu Protokoll.

Auch am Montag noch in São Paulo

"Mein Finger rutschte auf dem Lenkrad und dabei erwischte ich irrtümlich den Knopf für die Startsequenz."
Lewis Hamilton

Die Nacht nach dem Rennen verbrachte Hamilton zunächst alleine im Hotel und anschließend mit dem Team. Dabei lauschte er angeregt der Rede von Teamchef Ron Dennis, aber die Stimmung war bei den Silberpfeilen natürlich bei weitem nicht so ausgelassen wie bei Ferrari, wo bis in die frühen Morgenstunden gefeiert wurde. Erst am Montag flog der Shooting-Star dann nach Großbritannien zurück.

Gestern gab Hamilton übrigens auch zu, dass er das Getriebeproblem, das ihn auf den 18. Platz zurückwarf, selbst ausgelöst hat: "Mein Finger rutschte auf dem Lenkrad und dabei erwischte ich irrtümlich den Knopf für die Startsequenz. Das Auto ging daraufhin in die Neutralstellung und ich musste das System neu starten. Das war's! Es dauerte ein bisschen, bis das Getriebeprogramm wieder geladen war", übte er sich gegenüber 'La Presse' in Selbstkritik.