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Dennis stellt sich hinter die Dreistoppstrategie

24. Oktober 2007 - 11:36 Uhr

McLaren-Mercedes-Teamchef Ron Dennis ist trotz aller Kritik davon überzeugt, dass es richtig war, Lewis Hamilton auf drei Stopps umzustellen

Ron Dennis und Lewis Hamilton
Ron Dennis findet, dass sich sein Team strategisch gesehen nichts vorzuwerfen hat
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Primär hat Lewis Hamilton den WM-Titel am vergangenen Wochenende durch seinen Fahrfehler in der ersten Runde und durch das spätere Problem mit dem Getriebe verloren, doch viele sind immer noch davon überzeugt, dass McLaren-Mercedes auch strategisch falsch gepokert hat - sonst, so finden einige Experten, wäre trotz allem noch der rettende fünfte Platz möglich gewesen.

Der zu jenem Zeitpunkt noch WM-Führende kam in der 22. Runde zum ersten Boxenstopp herein und nahm für einen 14 Runden langen Zwischensprint weiche Bridgestone-Reifen mit. Diese Rechnung ging aber nicht auf, denn Hamilton pflügte zwar wie ein heißes Messer durch die Butter durch das Feld der Nachzügler, aber er war nur unwesentlich schneller als seine direkten Konkurrenten im Kampf um den für ihn rettenden fünften Platz.

Jordan kritisiert Dreistoppstrategie

"Das Team muss noch erklären, warum es notwendig war, diesen dritten Boxenstopp zu machen."
Eddie Jordan

Wäre er wie geplant auf einer Zweistoppstrategie geblieben, so mutmaßt nun Eddie Jordan, hätte es trotz der anfänglichen Pannen reichen können: "Ich kann es einfach nicht verstehen. Das Team muss noch erklären, warum es notwendig war, diesen dritten Boxenstopp zu machen, denn ohne den wäre Lewis Weltmeister geworden. Das ist doch die Frage, die sich jeder stellt", erklärte der Ire gegenüber der 'BBC'.

McLaren-Mercedes-Teamchef Ron Dennis gab nun die Antwort: "Das Getriebeproblem kostete eine halbe Minute, also setzen wir Lewis geistig mal 33 Sekunden hinter Fernando (Alonso; Anm. d. Red.). Der wichtigste Faktor war weniger die Zeit, sondern die Tatsache, dass er mit einer Menge an Fahrzeugen vor sich 18. war", so der Brite. Also habe man sich etwas einfallen lassen müssen, um an diesen Autos vorbeizukommen.

"Die Leute kritisieren eilig unsere Strategie, aber es ist eine Tatsache, dass Fernando, der unserer Meinung nach eine perfekte Zweistoppstrategie umgesetzt hat, 33 Sekunden vor Lewis lag, als wir uns entschieden haben, die Strategie zu ändern, und am Ende des Rennens lag er 20 Sekunden vor ihm. Das sind 33 Sekunden gegen 20 Sekunden, also glauben wir, durch die Strategie zehn bis 15 Sekunden aufgeholt zu haben", analysierte Dennis.

Motor musste geschont werden

"Nach den Boxenstopps kam er jeweils bei freier Fahrt zurück auf die Strecke."
Ron Dennis

"Der Grund, weshalb er diese Zeit gutmachen konnte, war, weil er nach den Boxenstopps jeweils bei freier Fahrt zurück auf die Strecke kam und langsamere Fahrzeuge relativ einfach überholen konnte, da er ja weniger Benzin hatte und da seine Reifen in einem besseren Zustand waren", fügte der 60-Jährige an. Man habe zwar den Motor schonen und Drehzahl rausnehmen müssen, dies habe sich jedoch nicht auf die Performance ausgewirkt.

"Alle Daten belegen, dass es richtig war, die Strategie umzustellen", untermauerte Dennis. "Natürlich gibt es wieder einige Lehnsesselexperten, aber die Mathematik ist ganz einfach: 33 Sekunden nach dem Problem gegen 20 Sekunden am Rennende - das war der Abstand zu Fernandos sehr kompetenten Zweistoppstrategie. Wir wissen also, dass wir in diesem Bereich nichts falsch gemacht haben und uns nichts vorwerfen müssen."

Immer noch ungeklärt ist indes, ob das Getriebeproblem nun von Hamilton selbst ausgelöst wurde, was der Brite gegenüber 'La Presse' nach dem Rennen zugegeben haben soll, oder ob es ein Technikfehler war. Fest steht, dass das System mit einem inkorrekten Befehl gefüttert wurde, was zum Aussetzer führte - aber ob dieser von Hamiltons Fingern kam oder von einem fehlerhaften Sensor, darüber kann momentan nur spekuliert werden.

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