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Coulthard: Dennis hat Häkkinen bevorzugt behandelt

28. Oktober 2007 - 09:53 Uhr

Der Schotte erinnert sich an viele Dinge, wie sie auf ähnliche Art und Weise Lewis Hamilton und Fernando Alonso dieses Jahr erlebt haben dürften

David Coulthard
Coulthard war bei McLaren-Mercedes neben Mika Häkkinen nur die Nummer 2
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Vielleicht haben Lewis Hamilton und Fernando Alonso über den Winter Zeit, die Autobiografie von David Coulthard ('It Is What It Is", 'Orion Books') zu lesen. Der junge Brite und sein spanischer Teamkollege könnten sich dort wieder finden.

Der heute 36-Jährige bezeichnet seine erste Saison in der "Königsklasse des Motorsports" im Jahr 1995 an der Seite von Damon Hill bei Williams als eine großartige Erfahrung: "Damon stand durch seine Kämpfe mit Schumacher unter immensem Druck, er war der führende Brite, all dies intensivierte die Hitze des Spot-Lichts, das auf ihn gerichtet war."

Bei ihm sei im Prinzip das Gegenteil der Fall gewesen, er genoss die Zeit: "Ich war ein Jugendlicher, kam her, um meiner Arbeit nachzugehen, und ging dann wieder nach Hause. Zu diesem Zeitpunkt meiner Karriere war ich sehr gut, denn ich fuhr lediglich. Ich machte mir um die Team-Politik oder etwas Ähnliches keine Sorgen, denn ich war mir dieser nicht bewusst."

Rückblickend sieht der Red Bull Racing-Pilot diesen Teil seiner Karriere als die beste Zeit an: "Denn ich war jung und fuhr nur nach meinem Instinkt. Je mehr du die Situation realisierst, in der du dich befindest, desto mehr betrachtest du deine Umgebung, desto wahrscheinlicher wirst du plötzlich wachgerüttelt und denkst 'Shit!'. Innerhalb einer Sekunde verlierst du etwas, du fährst nicht mehr so befreit."

Lewis Hamilton
Lewis Hamilton erlebte dieses Jahr erstmals Politik in der Formel 1
© xpb.cc

An diesem Punkt kam Lewis Hamilton womöglich am 4. Oktober an, als der Automobilweltverband FIA plötzlich seine Fahrweise beim Rennen zuvor in Japan in Frage stellte und eine Untersuchung einleitete, nachdem ein aufgetauchtes Fan-Video neue Beweise für sein Verhalten hinter dem Safety Car lieferte. Der 22-Jährige konnte dies damals nicht fassen und musste um seine Titelchancen bangen

Auch Coulthard hatte eine abgekühlte Beziehung zu Hill, so wie dies auch zwischen Hamilton und Alonso der Fall war. Alonso hatte öffentlich immer wieder erklärt, dass er das Gefühl hat, dass Hamilton vom Team bevorzugt behandelt wird. Dies setzte den jungen Briten natürlich zusätzlich unter Druck und nervte den Spanier.

Ron Dennis gratuliert Mika Häkkinen zu seinem Sieg in Indy
Ron Dennis pflegte zu Mika Häkkinen eine enge Beziehung
© West

Coulthard erinnert sich an seine gemeinsame Zeit bei McLaren-Mercedes mit Mika Häkkinen: "Das erste Zeichen, wonach es eine bestimmte Bevorzugung für Mika geben könnte, gab es in Melbourne 1996. Ich war bei meinem Renningenieur und Mika sprach mit seinem", erinnert sich der Schotte an sein erstes Rennen mit dem Team.

"Die Tür ging auf und Ron (Dennis, Teamchef; Anm. d. Red.) kam rein. Ich stand auf um seine Hand zu schütteln und Ron ignorierte mich. Stattdessen schritt er herüber, um sich neben Mika zu setzen und zu sagen 'Was ist der Plan, Jungs?'. Wir hörten uns alle Mikas Pläne (für das Rennen) an und dann sagte Ron 'Okay, was machen sie?'. Er war mein Teamchef und sprach über mich, als wäre ich ein gegnerisches Team. 'Sie' ist sicherlich kein Wort, das man in einer Team-Situation verwendet, oder?"

In seiner Autobiografie schreibt Coulthard weiter, dass es einige Jahre dauerte, bis sein Teamchef zugab, dass er Mika Häkkinen bevorzugte, zudem er seit dem schweren Unfall in Adelaide, bei dem der Finne beinahe sein Leben verlor, eine enge Beziehung pflegte. Sollte Dennis Hamilton bevorzugen, wäre dies nicht verwunderlich, immerhin fördert er den Rennfahrer bereits seit einem Jahrzehnt.

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