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Offiziell: Mol-Familie und Mallya-Gruppe kaufen Spyker F1

Die Mol-Familie und der indische Geschäftsmann Vijay Mallya haben ein Kaufangebot für Spyker abgegeben, das vom Vorstand bereits akzeptiert wurde

Vijay Mallya
Vijay Mallya wird mit seiner 'UB Group' eine der Besitzer des Formel-1-Teams
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Das Spyker-Formel-1-Team wird in den kommenden Tagen seinen Besitzer wechseln. Berichte, wonach ein Konsortium um die Mol-Familie und den indischen Geschäftsmann Vijay Mallya den niederländischen Formel-1-Rennstall vom Sportwagenbauer Spyker abkaufen wollen, sind nun bestätigt worden.

Der Kaufpreis dürfte bei rund 80 Millionen Euro liegen und wird im Rahmen der Bekanntmachung an der Amsterdamer Börse veröffentlicht. Der im Jahr 2000 gegründete Sportwagenbauer hatte den Rennstall im vergangenen Jahr für umgerechnet 78 Millionen Euro von der 'Midland Group' erworben.

Ein entsprechendes Kaufangebot ist bereits vom Vorstand der Spyker Cars N.V. angenommen worden. Offiziell haben 'Strongwind', das Investment-Unternehmen der Mol-Familie, sowie 'Watson Limited', ein Tochterunternehmen der 'UB Group', das Gebot abgegeben.

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Das Konsortium 'Orange India Holdings Sarl' nimmt nun die Due Diligence, das verbindliche Abkommen und weitere Formalitäten in die Hand, um den Verkauf innerhalb von 30 Tagen über die Bühne zu bekommen.

Damit erhält Spyker Cars eine dringend benötige Finanzspritze, da man derzeit unter einem Liquiditäts-Engpass zu leiden hat. Spyker Cars machte in der ersten Jahreshälfte einen Verlust von 29,9 Millionen Euro, vor einem Jahr waren es noch 1,1 Millionen Euro gewesen. Das Formel-1-Team machte bisher mit 13 Millionen Euro ebenfalls einen hohen Verlust.

"Ich war ein eifriger Investor in Spyker und stand voll hinter dem Erwerb des Formel-1-Teams von der 'Midland'-Gruppe", so Michiel Mol, ehemaliger Formel-1-Direktor von Spyker F1 und ehemaliger Geschäftsführer bei Spyker Cars. "Ich bin sehr glücklich, bei diesem aufregenden neuen Wagnis Partner von Vijay Mallya zu sein."

Michiel Mol
Michiel Mol kauft sich wie vermutet bei Spyker F1 ein
© xpb.cc

"Indien hat eine boomende Wirtschaft und ist ein Land mit großartigen Möglichkeiten. Mit diesem Schritt fahren wir mit der Beteiligung der Niederlande an der Formel 1 fort."

"Ich freue mich, dies zu einer konkurrenzfähigen indisch-niederländischen Partnerschaft zu machen. Mit den Ressourcen, die Vijay Mallya zusammen mit seinen indischen Kollegen mit sich bringt, bin ich zuversichtlich, dass das Formel-1-Team eine sehr vielversprechende Zukunft vor sich hat."

"Ich bin froh, beim Erwerb des Spyker-Formel-1-Teams Partner der Mol-Familie zu sein", so Mallya. "Indien ist ein Land mit großartigen Möglichkeiten und ich hoffe, dass innerhalb der kommenden zwei Jahre ein Formel-1-Rennen in Indien ausgetragen wird", so Mallya, der in entsprechenden Verhandlungen mit Formel-1-Boss Bernie Ecclestone steht.

Mallya ist Mitglied des Indischen Parlaments und ist auch Vorsitzender des Indischen Motorsport-Verbandes (der von der Regierung als nationale Motorsport-Behörde anerkannt ist) sowie der 'Motor Sports Association of India', dem aktuellen Verband, der im Automobilweltverband FIA vertreten ist.

"Abgesehen von den Forschungs- und Entwicklungs-Ressourcen, die in Indien zur Verfügung stehen, werden indische Unternehmen die globale Formel-1-Plattform nutzen, um ein internationales Bewusstsein zu aufzubauen. Ich werde mich bemühen, eng mit dem Management des Spyker-Teams zusammen zu arbeiten, um die Leistung der Autos zu verbessern und nach vorn zu kommen."

Mallya ist Vorsitzender und Hauptanteilseigner der 'UB Group', die in Indien in den Geschäftsfeldern Bier, Spirituosen und Airline-Business Marktführer ist. Die Gruppe macht derzeit einen Jahres-Umsatz von mehr als 2,2 Milliarden Euro.

Zur Gruppe gehört auch die Marke 'Kingfisher', die Sponsor des Toyota-Formel-1-Teams ist. Die Airline sponserte schon 1996 und 1997 das Benetton-Team in der Formel 1. Im Mai dieses Jahres kaufe die Tochterfirma 'United Spirits Ltd.' den schottischen Destillateur 'Whyte and Mackay' für umgerechnet eine Milliarde Euro auf.

Der 51-Jährige Geschäftsmann schlägt damit zwei Fliegen mit einer Klappe, kann er doch mit seinem Engagement seine Fluglinie und Biersorte ebenso bewerben wie den geplanten Großen Preis von Indien. Möglicherweise wird das Team umbenannt in Kingfisher F1 - hierzu müssten die Teams jedoch ihre Zustimmung erteilen.

Als Formel-1-Direktor von Spyker wird Mol dafür sorgen, dass das Team seine Stabilität nicht verliert, obwohl man innerhalb von drei Jahren nun vier Besitzer hatte (2005 Jordan, 2006 Midland, 2007 Spyker sowie Mol/Mallya). Der Holländer hatte Spyker Mitte Juli als Geschäftsführer verlassen, um bei der geplanten Übernahme nicht in einen Interessenskonflikt zu geraten.

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