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Fuji: Hamilton Schnellster, Silberpfeile souverän

28. September 2007 - 08:32 Uhr

Um fast 0,4 Sekunden distanzierte McLaren-Mercedes Ferrari am ersten Trainingstag - Jarno Trulli die Überraschung der zweiten Session

Lewis Hamilton
Lewis Hamilton erzielte am Freitag Tagesbestzeit vor seinem Teamkollegen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Der 4,563 Kilometer lange Fuji Speedway hat die Generalprobe nach 30 Jahren Formel-1-Abstinenz mit Bravour bestanden, erntete jede Menge Lob von den Fahrern, weil das Layout anspruchsvoller ist als im Vorhinein erwartet, und brachte an der Spitze das gewohnte Bild: McLaren-Mercedes und Ferrari sind auch in Japan unter sich!

Nachdem die Silberpfeile in Monza dominiert und die Roten in Spa-Francorchamps gewonnen hatten, scheint das Pendel an diesem Wochenende wieder zurückzuschwingen, denn McLaren-Mercedes nahm im zweiten Freien Training über 90 Minuten bei trockenen Bedingungen und bis zu 27 Grad Lufttemperatur die Zügel ganz klar in die Hand - knapp eine Sekunde betrug der Vorsprung auf die Konkurrenz aus Maranello.

Hamilton-Bestzeit auf weichen Reifen

Bestzeit fuhr Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes/38 Runden) in 1:18.734 Minuten, womit er die Vormittagsmarke von Kimi Räikkönen (Ferrari) um fast vier Zehntelsekunden unterbot. Der tatsächliche Abstand scheint nicht ganz so groß zu sein, weil Hamilton bei seinem schnellsten Versuch weiche Reifen drauf hatte, Räikkönen harte, aber dass die Silberpfeile stärker sein werden als zuletzt in Spa-Francorchamps, davon ist auszugehen.

Fernando Alonso (McLaren-Mercedes/+ 0,214/34 Runden) landete auf dem zweiten Platz, gefolgt von Felipe Massa (Ferrari/+ 0,749/36 Runden), der in einer Linkskurve im Mittelsektor gleich zweimal von der Strecke abkam, seinen F2007 dabei aber nicht beschädigte. Sein Teamkollege Räikkönen (+ 0,980/29 Runden) wurde Fünfter. Zwischen die Ferraris drängte sich aber noch Überraschungsmann Jarno Trulli (+ 0,977/35 Runden) mit einer Vorstandszeit im verbesserten Toyota.

Zwischenzeitlich geigten die Renaults ganz stark auf, mischten sogar an der Spitze mit, und am Ende wurden es für Heikki Kovalainen (+ 1,055/40 Runden), der einmal neben der Strecke war, und Giancarlo Fisichella (+ 1,192/39 Runden) die Positionen sechs und sieben. David Coulthard (Red-Bull-Renault/+ 1,215/33 Runden), Ralf Schumacher (Toyota/+ 1,235/40 Runden) und Robert Kubica (BMW Sauber F1 Team/+ 1,335/45 Runden) rundeten die Top 10 ab.

Wurz schneller als Rosberg

Eine kleine Überraschung gab es bei Williams-Toyota, wo Nico Rosberg (13./+ 1,536/43 Runden) nach seiner Rückversetzung um zehn Positionen in der Startaufstellung auch noch eine interne Niederlage gegen Alexander Wurz einstecken musste: Letzterer landete nach 37 Runden mit 1,499 Sekunden Rückstand auf der zwölften Position und ließ damit seinen deutschen Teamkollegen erstmals seit langer Zeit wieder einmal hinter sich.

Adrian Sutil
Kennt Fuji wie seine Westentasche, war heute schnell unterwegs: Adrian Sutil
© xpb.cc

Die übrigen Deutschen: Nick Heidfeld (15./BMW Sauber F1 Team/+ 1,728/36 Runden) konnte nicht groß aufzeigen, Adrian Sutil (16./Spyker-Ferrari/+ 2,002/37 Runden) setzte mit dem B-Modell den Aufwärtstrend fort und lag phasenweise sogar in den Top 10, während Sebastian Vettel (Toro-Rosso-Ferrari/+ 2,263/38 Runden) als 19. nur um eine Hundertstelsekunde langsamer war als sein Teamkollege Vitantonio Liuzzi (18./44 Runden).

Japaner am Ende des Feldes

Die recht zahlreich erschienenen Fans - im Vorfeld hatten die Veranstalter für heute deren 40.000 erwartet - hatten indes kaum Grund zur Freude, denn ausgerechnet die beiden japanischen Lokalmatadoren Sakon Yamamoto (Spyker-Ferrari/+ 2,571/38 Runden) und Takuma Sato (Super-Aguri-Honda/+ 2,618/34 Runden) bildeten das Schlusslicht des 22 Mann starken Feldes. Auch das Honda-Werksteam vermochte nicht zu überzeugen.

Wirklich auffallen konnte ein Honda-Pilot nur, als Rubens Barrichello (17./+ 2,155/33 Runden) nach knapp 20 Minuten beim Versuch scheiterte, Yamamoto am Ausgang einer Rechtskurve auszuweichen: Der Brasilianer kam seitlich von der Strecke ab, wo Yamamoto gerade wenden wollte - eine Kollision auf Basis eines Missverständnisses war unausweichlich. Yamamoto humpelte mit kaputtem Frontflügel an die Box zurück, Barrichello konnte unbeschadet weiterfahren.

Neben der Tendenz, dass die weichen Reifen diesmal deutlich schneller sind als die harten, dafür aber auch etwas schneller abbauen, lässt sich nach dem ersten Trainingstag auch eine Hackordnung ablesen: McLaren-Mercedes scheint gegenüber Ferrari im Vorteil sein - nur der dritte Platz des BMW Sauber F1 Teams ist akut in Gefahr. Andererseits sind Kubica und Heidfeld dafür bekannt, dass sie ihre Karten gerne erst im Qualifying aufdecken...

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