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Formel 1 darf in China mit Tabakwerbung fahren

16. September 2004 - 15:00 Uhr

Eigentlich ist Tabakwerbung in Shanghai bei Sportveranstaltungen verboten - für die Formel 1 macht man aber eine Ausnahme

Shanghai
Die Mehrheit der Bevölkerung kann sich ein Formel-1-Ticket nicht leisten
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Ferrari, McLaren-Mercedes, BAR-Honda, Renault und Jordan können beim Großen Preis von China am 26. September mit den Logos ihrer Sponsoren aus der Tabakindustrie an den Start gehen, obwohl Werbung für Tabakprodukte in Shanghai bei Sportveranstaltungen nicht gestattet ist. Weil sich die Formel 1 erst ab 2006 zu einem freiwilligen Werbestopp für den blauen Dunst verpflichtet hat, machen die Behörden sehr zum Bedauern der Weltgesundheitsorganisation 'WHO' für die Formel 1 eine Ausnahme, obwohl China ein entsprechendes Abkommen zum Verbot von Tabakwerbung ratifiziert hat.

Ende Mai hatte die staatliche Generalverwaltung für den Sport ('SGAS') in Peking noch klargestellt, dass im Rahmen des Formel-1-Wochenendes nicht nur auf den Autos keine Tabakwerbung betrieben werden darf sondern auch nicht auf der Strecke, in der Boxengasse oder im Paddock Club. Das erste Formel-1-Rennen in China tauschte auch den Hauptsponsor: Statt 'Marlboro' gewann man 'Sinopec', ein halbstaatliches petrochemisches Unternehmen, als neuen Titelsponsor. In China verbieten Städte wie Peking und Shanghai Tabakwerbung komplett, in anderen wie Tianjin ist Plakatwerbung gestattet.

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Cao Bin, Geschäftsführer der 'Shanghai International Circuit Advertising', erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur 'AFP', dass die Zuschauer am Kurs die gleiche Werbung sehen werden wie auf den meisten anderen Rennstrecken auch. "Shanghai hätte das Verbot durchdrücken können, aber ich denke, dass sie angesichts der Tatsache, dass es ein neues Formel-1-Rennen ist, besorgt waren und nicht zu viel Druck ausüben wollten", so Burke Fishburn, Regionaler Koordinator der 'WHO' gegenüber 'AFP', der die wirtschaftlichen Interessen als "große Barriere" im Bemühen, ein weltweites Tabakwerbeverbot durchzusetzen, bezeichnet.

Unterdessen warnt ein Branchenkenner in der 'China Business Weekly' davor, dass das Rennen wirtschaftlich ein Flop werden könnte, weil nur ein Bruchteil der Bevölkerung die Formel 1 verfolgt: "Die Einschaltquoten werden niedrig sein, weswegen sich die Werbeindustrie und die Sponsoren nicht involvieren werden." Der Kurs von Shanghai kostete 317 Millionen Dollar. Andere Experten sehen das größere Bild und weisen auf den Image-Gewinn von Shanghai hin, der international erreicht werden könnte.