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Zetsche: "In der Vernetzung liegt die Mobilität der Zukunft"

Daimler-Chef Dieter Zetsche ließ den Aussagen seiner Eröffnungsansprache gestern bei der Consumer Electronics Show in Las Vegas demonstrativ Taten folgen

Vernetzung Mobilität
Smart Window? Die Windschutzscheibe als digitales Display der Zukunft
© Auto-Medienportal.Net/Mercedes-Benz

(Motorsport-Total.com/Auto-Medienportal) - Die Vernetzung sei der Schlüssel für die Mobilität der Zukunft, sagte er vor vielen hundert Experten der Consumerelektronik-Szene. Und nur wenige Stunden später gab das Unternehmen bekannt, es habe seine strategische Partnerschaft mit Google vertieft.

Die engere Zusammenarbeit mit Google soll garantieren, dass Daimler rascher Zugriff auf Google-Innovationen bekommt und sie so auch schneller in das Auto einbinden kann. Die Stuttgarter können so Applikationen auf der Basis von digitaler Kartographie und Google-Daten aus der sogenannten "Cloud", aber auch neue Applikationen verwenden und offenbar auch auf deren der Entwicklung einwirken, immer mit dem Ziel, sinnvolle Anwendungen schnell in Fahrzeuge zu integrieren.

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Der Google-Deal ist ein weiterer Schritt auf dem Weg, den Dieter Zetsche in Las Vegas in einem Umfeld aufzeigte, in dem die meisten seiner Zuhörer das Auto bisher nur als optimale Unterbringung für viele Geräte und Anwendungen der Consumerelektronik sahen. Deren Stichwort lautet Infotainment.

Zetsche verfolgt aber einen viel weitergehenden Ansatz. Er hält sich an den amerikanischen Soziologen und Okönomen Jeremy Rifkin, der gesagt hatte, technologische Revolutionen geschehen immer dann, wenn neue Energien auf neue Kommunikationssysteme treffen. Als Beispiele dafür gelten Dampfkraft und Zeitungen, später Rundfunk und Fernsehen und Öl.

Fürs 21. Jahrhundert sieht Zetsche als Nach-Ölzeitalter, wobei die Umwälzung durch die Elektromobilität und die Vernetzung übers Internet getrieben wird. Das Auto entwickelt sich dabei zu einem digitalen Partner, der das Verhalten seines Fahrers und seine Vorlieben kennt, seine Streckenwahl ahnt und ihn mit seinem sozialen Netzwerk verbindet.

Das Fahrzeug soll nicht nur reagieren, sondern seinen Fahrer proaktiv unterstützen. Dabei sieht Zetsche nicht das autonome Fahrern als Ziel. Das Auto soll sauberer, effizienter und sicherer werden, dabei aber sogar noch mehr Fahrspaß bieten als heute, solange der Fahrer nicht in Gefahr gerät. Nur dann wird das Auto eingreifen.

Das Ziel, Unfälle komplett zu vermeiden, wird kein Automobilhersteller aufgeben. Zetsche ließ dazu sogar durchblicken, bei Daimler seien entsprechende neue Technologien sehr weit gediehen und nannte als Beispiel ein Assistenzsystem, das entscheidet, ob eine Vollbremsung den Unfall vermeiden kann oder ob der Gegenverkehr es erlaubt, das Hindernis automatisch zu umfahren.

Das kann das Auto mit seinen Sensoren, der bordeigenen Elektronik mit Durchgriff auf Motorsteuerung, Bremsen und Lenkung noch selbst regeln. Doch mit der Car-to-X-Kommunikation wüssten der Fahrer und seine Bordelektronik auch, wo Staus und Gefahren lauern.

Der Fahrer könnte mit Hilfe des Wissens seines Autos entscheiden, welchen Weg er am besten zum Ziel wählt. Er könnte sicher sein, seine Entscheidungen immer auf der Basis der tatsächlich gerade ablaufenden Situation zu treffen. Ebenso könnte er sich darauf verlassen, dass sein Auto stets die aktuelle Software einsetzt.

Im hessischen Friedberg läuft seit dem vergangenen Herbst ein Feldversuch zur Car-to-X-Kommunikation. Niemand zweifelt daran, dass diese Technologie umgesetzt wird. Wird sie flächendeckend umgesetzt, wird sie rasch die versprochenen Vorteile bieten können. Zetsche erklärte, schon zwei Prozent Fahrzeuge mit Car-to-X-Kommunikation könnten ausreichen, um zu den Daten guter Qualität zu kommen. Doch das ist noch Zukunftsmusik.

Heute schon bietet das Command online-System von Mercedes-Benz neben den Fahrzeugeinstell-Möglichkeiten und der Navigation bereits den privaten, geschützten Internetzugang, Apps für Facebook, für Google-Navigation, Google Street View und die Panoramio-App, bei der man eigenen Fotos in die Navigation einbauen kann. Außerdem sind die lokale Suchfunktion von Google und der Zugriff auf Wetterinfos an Bord.

Am PC zusammengestellte Routen lassen sich ins System einbringen. Dabei wird der Internetzugang über ein Smartphone mit Bluetooth-Verbindung hergestellt. Die vertiefte Kooperation mit Google wird hier sicherlich noch zu neuen Apps führen. Die Zahl der Möglichkeiten auch für andere Anbieter scheint nach oben offen zu sein.

Einen spektakulären Ausblick auf die Zukunft zeigt Mercedes-Benz den staunenden Consumerelektronikern auf dem Messestand: einen komplett neuen Ansatz, zu einer intuitiven Bedienung des Fahrzeugs und seiner Vernetzung zu kommen.

Dabei dient die komplette Windschutzscheibe als Head up-Display, auf das man sich mit Arm- und Handbewegungen, ähnlich denen bei der Bedienung von iPads Informationen zeigen lassen und Funktionen auslösen kann. In der Endausbaustufe soll die Bedienung so einfach sein, dass der Fahrer deutlich weniger als heute vom Verkehrsgeschehen abgelenkt wird. Das hat die Comsumerelektronik-Freaks sichtlich beeindruckt.

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