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Pepe Oriola: 16 Jahre jung und schon ein WM-Fahrer

Er ist der mit Abstand jüngste Fahrer in der WTCC, aber kein bisschen langsam: Pepe Oriola verdient sich seine ersten Sporen in der Tourenwagen-WM

(Motorsport-Total.com) - Pepe Oriola ist ein Teenager und darf in seiner spanischen Heimat noch kein Straßenauto lenken, doch in der WTCC steht dem 16-Jährigen ein über 300 PS starkes Fahrzeug zur Verfügung. Mehr noch: Oriola misst sich im Rahmen der Tourenwagen-WM mit deutlich routinierteren Konkurrenten und macht dabei keine schlechte Figur. Das Fahrerlager verfolgt diese Leistungen mit Interesse.

Pepe Oriola

Pepe Oriola stieg in diesem Jahr in die Tourenwagen-WM auf - als 16-Jähriger! Zoom

Allen voran verfolgt natürlich Sunred-Teamchef Joan Orus, wie sich Oriola auf der Strecke verkauft. Der spanische Landsmann des Nachwuchspiloten holte den 16-Jährigen im Winter an Bord und setzte ihn in eines seiner sechs Fahrzeuge. 2011 und 2012 darf sich Oriola damit austoben und Erfahrungen sammeln, um dann im zweiten Schritt zu einem Topfahrer der Tourenwagen-Szene zu avancieren.

Dafür möchte ihm Orus die nötigen Freiräume geben. "Ich bin nämlich überzeugt davon, dass er ein sehr guter Fahrer wird", sagt der Sunred-Teamchef bei 'Motorsport-Total.com'. "Ich bin schon jetzt sehr zufrieden mit ihm und seinen Leistungen. Er erzielt bereits einige gute Ergebnisse und lässt sein Potenzial aufblitzen." Letzteres mündete bisher immerhin schon in zwei Top-10-Platzierungen.

Oriola selbst stapelt tief und denkt bereits jetzt betont vorausschauend: "Gerade weil ich noch so jung bin, habe ich mehr Zeit, um zu lernen. Wenn ich einmal 20 Jahre alt bin, werde ich schon auf vier Jahre an Erfahrungen in der Tourenwagen-WM zurückblicken können. Im Alter von 30 Jahren wäre meine Erfahrung schier grenzenlos", meint der Spanier. "Das ist ziemlich positiv, würde ich sagen."

Lotti hält große Stücke auf seinen Jüngsten

WM-Promoter Marcello Lotti sieht das nicht anders. "Ich bin sehr beeindruckt von Pepe - und das schon seit seinem ersten Auftritt. Ich halte ihn für einen guten und schnellen Burschen. Es ist schon sehr interessant: Pepe ist gerade einmal 16 Jahre alt und ein Routinier wie Gabriele Tarquini ist 49", sagt der Italiener im Hinblick auf die große Altersspanne im Starterfeld der Tourenwagen-WM.

"Ich bin mir sicher: In ein bis zwei Jahren wird er ganz weit vorne mitmischen." Marcello Lotti

"Pepe braucht einfach etwas Zeit, denn unsere Rennserie ist nicht einfach. Ganz im Gegenteil: Wir haben sehr viele starke Fahrer und der Wettbewerb ist ungeheuer eng", erläutert Lotti und merkt an: "Ich halte Pepe für einen cleveren Burschen. Er wird lernen und seine Erfahrungen machen. Ich bin mir sicher: In ein bis zwei Jahren wird er ganz weit vorne mitmischen", hält der Serienchef fest.

Markenkollege Tiago Monteiro (Sunred) stimmt zu. "Pepe wird es packen. Es ist bloß eine Frage der Zeit", sagt der frühere Formel-1-Pilot. "In erster Linie muss er jetzt Erfahrungen sammeln. Am besten wäre es so gesehen, er würde möglichst viele Fehler machen, um sich richtig einzufinden." Der 34-Jährige freut sich für Oriola, beneidet den 16-Jährigen hingegen auch aus diversen Gründen.

Monteiro attestiert Oriola eine gute Auffassungsgabe

"Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es war, als ich so alt war, wie er es jetzt ist. Damals half mir niemand", meint Monteiro. "Es ist wichtig, jemanden zu haben, der dir Tipps mit auf den Weg gibt. Ich brauche aber nicht gemeinsam mit ihm in die Daten zu schauen, denn das kann er nun wirklich alleine. Es geht mehr um generelle Ratschläge, die Pepe dann auch beherzigt und umsetzt."

"Pepe könnte durchaus zum jüngsten WTCC-Rennsieger avancieren." Tiago Monteiro

Aus diesem Grund rechnet der Portugiese fest damit, dass sein spanischer Stallgefährte schon bald ganz vorne mitmischen wird. "Pepe könnte durchaus zum jüngsten WTCC-Rennsieger avancieren. Vielleicht nicht in diesem Jahr, aber in naher Zukunft. Ich halte ihn definitiv für einen künftigen Sieger, denn er hat das Talent", stellt Monteiro heraus. "Er muss nur einiges lernen, doch das schafft er."

In den Augen von Fredy Barth (SEAT-Swiss) ist indes Oriola "ein Konkurrent wie jeder andere auch", wie der Schweizer erklärt. "Pepe verfügt vielleicht noch nicht über gar so viel Erfahrung, aber sein Tempo stimmt. Möglicherweise kann man ihn etwas besser austricksen, weil er noch so jung ist", sagt Barth. "Ich hätte mir auf jeden Fall gewünscht, in diesem Alter eine solche Chance zu erhalten."¿pbbt|1|60|2011-06-26||||Pepe Oriolapb¿

Zu wenig Erfahrung für die WTCC?

Alain Menu (Chevrolet) hält den WM-Einstand des 16-Jährigen hingegen für etwas verfrüht. "Ich halte es für ziemlich früh für ein Kind, um in der WTCC an den Start zu gehen", meint der Landsmann von Barth. "Andererseits: Wenn er das Niveau hat, dann warum eigentlich nicht? Ich hoffe nur, Pepe erkennt, wie glücklich er sich schätzen darf." Welpenschutz genießt Oriola deshalb aber nicht.

"Ich hoffe nur, Pepe erkennt, wie glücklich er sich schätzen darf." Alain Menu

Die Fahrer schenken den Namen und Startnummern auf den anderen Autos im Rennen ohnehin keine Beachtung. "Man sieht nämlich nicht, ob der Pilot 16 oder 47 Jahre alt ist", erklärt Menu. Oder 49 wie Franz Engstler (Engstler), der älteste Teilnehmer an der Tourenwagen-WM. Der Routinier aus dem Allgäu begrüßt den Aufstieg von Oriola: "Ich finde es klasse, dass junge Leute in die Serie kommen."

"Die Altherren-Garde wie Tarquini und ich, wir fahren sicherlich noch mit viel Ehrgeiz und Motivation. Es ist aber schon an der Zeit, dass junge Piloten nachrücken", gibt Engstler zu Protokoll. Dabei dürften die Nachwuchsfahrer aus der Sicht von Engstler ruhig etwas forscher auftreten. "Ihnen fehlt noch ein bisschen der Ehrgeiz. Da muss etwas vorwärts gehen", sagt der langjährige BMW Pilot.

Engstler wünscht sich mehr Krawall und Einsatz

"Ich kann mich noch gut an meine eigene Zeit mit Klaus Ludwig erinnern. Da sagte ich mir immer: 'Das gibt's nicht. So jemanden musst du schlagen.' Da muss noch etwas mehr Power rein. Wenn ich da so an meine Zeit in der alten DTM zurückdenke - es darf schon einmal passieren, dass da einer dem anderen auf den Helm haut, dass man einfach wieder einmal etwas mehr Biss zeigt."

"Es darf ruhig auch einmal eine Stoßstange fliegen gehen..." Franz Engstler

"Jeder sollte seinen Charakter ausleben", meint Engstler. "Das macht in meinen Augen eine hochklassige Rennserie zu einem richtigen Event, wenn markante Fahrer am Start sind. Es sollten nicht nur 30 aalglatte Piloten am Start sein. Das wäre auch für die WTCC wichtig. Das gilt auch für den Fahrstil. Es darf ruhig auch einmal eine Stoßstange fliegen gehen", erläutert der Deutsche.

Als "Crash-Kid" ist Oriola in der Tourenwagen-WM sicherlich nicht bekannt. Vielmehr ist genau das Gegenteil der Fall: Der 16-Jährige wurde in den vergangenen Rennen gleich mehrfach um bessere Platzierungen gebracht, weil er von Gegnern aufgegabelt oder von der Technik im Stich gelassen wurde. Einen positiven ersten Eindruck hat der junge Spanier bisher aber trotzdem hinterlassen.

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