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Neue Regelung: Ladedruck-Erhöhung für SEAT

Das Tourenwagen-Büro der FIA hat einige neue Regeln erlassen, wonach die Dieselfahrzeuge von SEAT künftig mit maximal 2,7 Bar operieren dürfen

(Motorsport-Total.com) - Die Autos des SEAT-Werksteams dürfen fortan mit einem höheren Ladedruck operieren. Das hat das Tourenwagen-Büro der FIA nach den beiden Sprintrennen von Frankreich entschieden. Auf dem Circuit de Pau Ville waren die fünf Dieselautos von SEAT der Konkurrenz glatt hinterhergefahren, nachdem der Automobilweltverband die spanischen Fahrzeuge auf 2,5 Bar Ladedruck beschränkt hatte. Ab sofort dürfen die TDI-Rennwagen mit bis zu 2,7 Bar Ladedruck unterwegs sein.

Jordi Gené, Tiago Monteiro

Tiago Monteiro und seine SEAT-Kollegen bekommen eine Ladedruck-Erhöhung...

Kurios an dieser Neuregelung ist allerdings, dass sie zugleich Vor- als auch Nachteile für SEAT mit sich bringt, denn ursprünglich waren die Spanier mit 2,5 Bar und einer Toleranz von 0,4 Bar in die Saison gegangen. Doch selbst diese Vorgaben hielt zumindest Tiago Monteiro in Marrakesch nicht ein. Nach einem Protest von BMW machte die FIA einen radikalen Schnitt und beschränkte SEAT auf 2,5 Bar Ladedruck ohne Toleranz - und SEAT verschwand im Nirgendwo.#w1#

FIA beschert SEAT 0,2 Bar mehr Ladedruck

Während BMW und Chevrolet in Pau um die Spitzenpositionen kämpfen konnten, rodelte das SEAT-Dieselquintett im Hinterfeld herum. Das ist dem Tourenwagen-Büro freilich nicht entgangen und so wird den Titelverteidigern zum fünften Rennwochenende des Jahres etwas unter die Arme gegriffen. Ab Valencia sind demnach 2,7 Bar Ladedruck erlaubt. Höhere Druckwerte werden nicht bestraft, sofern sie beim Schaltvorgang und nicht länger als eine Sekunde lang auftreten.

Ferner präzisierte die FIA die Drehzahlwerte für die in der WTCC eingesetzten Rennwagen. Für Benziner gilt demnach ein Drehzahllimit von 8.500 Umdrehungen pro Minute, Dieselfahrzeuge sind auf 4.200 Umdrehungen pro Minuten beschränkt. Sollten beim Herunterschalten, bei Wheelspin oder bei der Überfahrt von Kerbs zwischenzeitlich höhere Werte auftreten, so wird die Rennleitung in den genannten Fällen keine Bestrafung aussprechen.

Interessant dabei ist nur, dass diese Regelungen die Vorgänge des vergangenen Wochenendes in Pau in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. Fakt ist, dass SEAT an den drei Auftaktrennen in Curitiba, Puebla und Marrakesch mit bis zu 2,9 Bar Ladedruck unterwegs gewesen ist, ohne dass die Konkurrenz um BMW und Chevrolet von einem Toleranzwert überhaupt gewusst hatte - laut Reglement hätte SEAT maximal 2,5 Bar Ladedruck fahren dürfen.


Fotos: Rennwochenende in Pau


SEAT mit Ladedruck-Plus und Gewichts-Minus

Nur deshalb hatte sich BMW im Winter überhaupt zu einer Fortführung des WTCC-Engagements entschlossen. Doch jetzt "belohnt" die FIA SEAT sogar noch für das schlechte Abschneiden in Pau und gesteht den Spaniern weitere 0,2 Bar Ladedruck zu, was im Lager von BMW und Chevrolet sicherlich für Verwunderung sorgen dürfte. Mindestens gleich schlimm ist allerdings, dass sich der Automobilweltverband dadurch noch einmal selbst revidiert.

Nach der Qualifikation von Pau waren gleich neun Fahrzeuge beanstandet worden. Der Grund: Diese Wagen hatten das Drehzahllimit übertreten - beim Herunterschalten, wohlgemerkt! Bis dato war dafür noch niemals eine Strafe ausgesprochen worden und nur nach einem Rennwochenende scheint diese Neuregelung schon wieder passé zu sein. Schon nach den Rennen gab's keine Strafen mehr - dabei waren 15 Autos diesbezüglich nicht regelkonform unterwegs.

Für zusätzliche Freude dürfte nicht zuletzt das Kompensationsgewicht sorgen, das für Valencia eine ganz besondere Reihenfolge festlegt. Die BMW 320si werden demnach mit dem maximalen Zusatzballast von 40 Kilogramm belegt, Chevrolet lädt 30 Kilogramm zu - SEAT geht hingegen mit einem Kampfgewicht von "nur" 20 Kilogramm extra an den Start. Zusammen mit den Regeländerungen dürften die Favoritenrollen für Spanien also geklärt sein...

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